Wer abschreibt, lügt: Neue Software enttarnt dreiste Betrüger

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von xxxkiller, 6. November 2006 .

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  1. #1 6. November 2006
    Der schnelle Zugriff auf wissenschaftliche Erkenntnisse - das Internet macht es möglich.

    Inhalte können aber auch ohne großen Aufwand kopiert werden und als Plagiat in wissenschaftliche Hausarbeiten eingefügt werden. Doch nicht nur das Plagiieren ist einfacher geworden, sondern auch die Erkennung mit Hilfe spezieller Softwareprodukte.

    "Abschreiben ist selbstverständlich kein neues Problem. Das Internet macht es nur sehr viel leichter, geistiges Eigentum anderer als eigenes auszugeben. Die Versuchung ist damit größer und die Versuche sind zahlreicher als früher. Wir beobachten das mit Sorge", betont die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz Prof. Dr. Margret Wintermantel.

    Die Aufgabe der Hochschulen und Fakultäten oder Fachbereiche bestehe darin, unmissverständlich deutlich zu machen, dass es sich hier nicht um ein Kavaliersdelikt handele. "Vielen Studierenden ist tatsächlich nicht bewusst, dass sie betrügerisch handeln." Aufgabe der Dozenten sei es also aufzuklären und im Rahmen des Möglichen nach Plagiaten zu "fahnden". "Die technischen Instrumente dafür sind ja inzwischen vorhanden." Wie mit Betrugsfällen umzugehen ist, so Margret Wintermantel, werde in den Prüfungsordnungen geregelt.

    Am Institut für Anglistik und Amerikanistik der Technischen Universität Dresden kennt man das Problem mit den plagiierten Hausarbeiten: "Seit diesem Semester müssen die Studierenden zumindest in der Anglistik und Amerikanistik alle Arbeiten auch elektronisch abgeben", berichtet Prof. Dr. Ursula Schaefer. "Außerdem sieht unsere neue B.A.-Ordnung an der Fakultät vor, dass die Bachelor-Studierenden davon schriftlich in Kenntnis gesetzt werden, was wir in der Fakultät unter 'Plagiat' verstehen. Den Erhalt dieser Belehrung müssen sie mit Unterschrift quittieren", ergänzt die Hochschullehrerin. Sei ein Plagiat nachgewiesen, müsse der Studierende die gesamte Studienleistung, die mit der plagiierten Arbeit zusammenhänge, wiederholen.

    Oftmals scheine vor allem bei den "kleinen Semestern" gar kein Bewusstsein dafür vorhanden zu sein, dass sie etwas Unerlaubtes tun, wenn sie wörtlich lange Passagen aus dem Netz übernehmen. "Wir haben allerdings den Eindruck, dass das cut-and-paste aus dem Internet deutlich nachgelassen hat, seit wir im Institut rigoros unsere Plagiatspolitik fahren", betont Ursula Schaefer.

    Der Informatiker Martin Gutbrod lernte als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Universität Braunschweig das "Plagiat-Problem" kennen. "Bei der Korrektur einer Studienarbeit bemerkte ich, dass offensichtlich etwas mit der Arbeit nicht stimmen konnte", berichtet Gutbrod. "Teile der Arbeit waren einfach zu souverän verfasst. Sie konnten kaum von einem Studierenden kommen, der sich erstmals mit dem Thema auseinander setzte", so Gutbrod, der inzwischen an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt tätig ist.

    Zudem fiel dem Dozenten auf, dass andere Teile der Arbeit ganz besonders schlecht waren. "Diese Diskrepanz machte mich stutzig." Der wissenschaftliche Mitarbeiter suchte einzelne Sätze der Arbeit mit Hilfe einer Internetsuchmaschine und stieß schließlich auf die Quelle des Plagiats. "Die Dreistigkeit des Abschreibens war schockierend", berichtet Gutbrod.

    Der ehemalige Mitarbeiter am Institut für Betriebssysteme und Rechnerverbund suchte vor diesem Hintergrund nach einem einfachen und für Dozenten mühelosen Weg, herauszufinden, in welchem Umfang die Arbeiten ihrer Studierenden Plagiate sind oder nicht. So entwickelte er die neue Plagiaterkennungssoftware "Docoloc", die in einen Online-Dienst integriert ist. Die Software sucht im Internet nach ähnlichen oder gleichen Texten wie die Arbeit. Die Nutzer dieses Programms kommen vor allem aus dem Hochschulbereich, aus Schulen und wissenschaftlichen Institutionen.

    An der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz werden neue Wege gegangen - und zwar mit einem neuen Docoloc-Service: "Studierende und Promovierende reichen ihre Arbeiten auf einer speziellen Docoloc-Webseite ein, auf der darauf hingewiesen wird, dass die Arbeiten auf Plagiate geprüft werden", berichtet Gutbrod.

    Daraufhin erhielten die Einreichenden eine Email mit einer Einreichbestätigung. Die Arbeit werde mit Docoloc geprüft und dann zusammen mit dem Prüfergebnis an den Betreuer weitergeleitet. "Die abschreckende Wirkung dieser Regelung ist hoch, vor allem, weil dieses Verfahren bereits zu Beginn der Arbeit bekannt ist", betont Gutbrod.

    Quelle: web.de
     

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