Wie Sie den Ölwechsel am Auto selbst machen können

Artikel von Gunter Born am 26. Juli 2021 um 16:08 Uhr im Forum Auto & Motorrad - Kategorie: Technik

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Wie Sie den Ölwechsel am Auto selbst machen können

26. Juli 2021     Kategorie: Technik
Wenn Sie kein Problem damit haben, an Ihrem Auto selbst ein wenig zu werken und Reparaturarbeiten vorzunehmen, können Sie auch problemlos das Öl selbst wechseln. Wenn Sie das noch nie gemacht haben, sollten Sie aber einige Dinge beachten und dich einzelnen Schritte kennen. Im Folgenden erklären wir Ihnen anhand von zehn einfachen Schritten, wie Sie den Ölwechsel selbst vornehmen können.

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Bevor Sie loslegen, sollten Sie einen passenden Schlüssel für die Ölablassschraube bereithalten und ausreichend neues Motoröl bereitstellen. Außerdem benötigen Sie ein Gefäß, um das alte Öl aufzufangen. Im Idealfall tauschen Sie die Ablassschraube sowie die Dichtung dabei auch gleich gegen neue Teile aus, das ist aber nicht zwingend erforderlich.

Bevor es an den Ölwechsel geht, möchten wir Sie kurz darüber aufklären, wofür Motoröl eigentlich genau benötigt wird und warum Sie es regelmäßig austauschen müssen.


Was macht Motorenöl im Motor eigentlich?
Die wichtigste Aufgabe von Motorenölen ist es, die beweglichen Teile im Motor zu schmieren. Dies reduziert die Reibung und sorgt dadurch für einen geringeren Verschleiß und eine möglichst hohe Leistung. Ohne Schmierung würden die Temperaturen im Motor deutlich höher sein. In Verbindung mit dem Frostschutzmittel im Kühler sorgt das Motoröl damit dafür, dass der Motor nicht überhitzt. Dies wird auch dadurch erreicht, dass die Hitze sich gleichmäßiger im Motorraum verteilen und an die Umgebungsluft abgegeben werden kann.

Motoröle arbeiten aber nicht nur als Schmier- sondern auch als Reinigungsmittel. Es werden Metallspäne aufgenommen, wodurch das Öl zu einer optimalen Beweglichkeit der Teile beiträgt. Ohne Öl würde der Motor im Laufe der Zeit verschmutzen, was zu einem höheren Spritverbrauch führen würde. Zwar kann ein Motor auch eine gewisse Zeit lang ohne Öl funktionieren, doch der Energieaufwand ist deutlich höher, wodurch sich auch der Verschleiß, der Benzinverbrauch und die Hitzeentwicklung deutlich erhöhen.

Durch den Ölfilm auf allen beweglichen Teilen wird eine glatte Oberfläche geschaffen, wodurch weniger Kraft benötigt wird, um die Teile zu bewegen. Dies spart entsprechend Sprit. Dies ist auch der Grund, warum Sie mit einem sehr hochwertigen Motoröl mitunter etwas weniger Sprit verbrauchen, als mit einem einfachen Öl. Ohne Motoröl wäre der Motor also deutlich anfälliger gegen Verschmutzung, ineffizienter, heißer und würde nicht so lange halten, da er sich schneller abnutzen würde.

Das Intervall gibt der Auto-Hersteller nach Laufleistung an. Diese sind meist sehr häufig bzw engmaschig, gute Öle halten bei schonender Motorbelastung (niedrige Umdrehungen) meist deutlich länger. Erfahrungen zeigen das hochwertige Motoröle deutlich länger genutzt werden können als das Wechselintervall empfiehlt.


Ölwechsel in zehn Schritten selbst durchführen


Wenn Sie einen Ölwechsel selbst vornehmen möchten, müssen Sie einfach nur die folgenden zehn Schritte befolgen:

  • Schritt 1: Schalten Sie in den Leerlauf und betätigen Sie die Handbremse. Anschließend lassen Sie den Motor etwa drei Minuten lang laufen, um das Öl zu erwärmen. Dadurch nimmt es abgesetzte Schmutzpartikel im Motor auf.
  • Schritt 2: Bocken Sie das Auto auf einer Hebebühne oder einer Rampe auf. Ein Wagenheber ist für einen Ölwechsel nicht ausreichend!
  • Schritt 3: Schalten Sie den Motor nun wieder aus und öffnen Sie den Öldeckel unter der Haube.
  • Schritt 4: Stellen Sie ein Gefäß unter die Ölwanne und drehen Sie die Ölablassschraube auf. Legen Sie eine saugfähige Decke unter das Gefäß, damit kein Öl auf den Boden tropft. Da das Öl heiß ist, sollten Sie vorsichtig vorgehen.
  • Schritt 5: Lassen Sie das Öl restlos herauslaufen und wischen Sie anschließend der Unterseite der Ölwanne mit einem Tuch ab.
  • Schritt 6: Schrauben Sie die Ölablassschraube samt Dichtung wieder hinein. Drehen Sie dabei nicht zu fest, damit sich die Schraube nicht durchdreht.
  • Schritt 7: Füllen Sie das neue Öl ein. Natürlich müssen Sie dafür wissen, welches Öl vom Hersteller für Ihr Fahrzeug vorgeschrieben und zugelassen ist. Prüfen Sie den Ölstand während des Auffüllens, denn sowohl zu viel als auch zu wenig Öl kann den Motor beschädigen.
  • Schritt 8: Schrauben Sie den Öldeckel im Motor wieder zu, wenn der nötige Ölstand erreicht ist.
  • Schritt 9: Starten Sie den Motor und prüfen Sie, ob alle Warnleuchten aus sind.
  • Schritt 10: Nach einigen Minuten sollten Sie den Motor abschalten und den Ölstand nochmals überprüfen. Gegebenenfalls müssen Sie ein wenig Öl nachfüllen.

Das Alt-Öl ist Sondermüll und muss am Wertstoffhof / Recyclinghof abgegeben werden. Daher ist es meist sauberer und sicherer das in einer Werkstatt durchführen zu lassen oder dort selbst zu machen gegen eine Nutzungsgebühr der Hebebühne. Der KFZ Fachmann kann das Öl dann auch entsorgen, da er das ständig machen muss.

Fazit:
Wer diesen Artikel liest und das alles zum ersten mal hört, sollte sich den Rat geben lassen, den Motorölwechsel beim Fachmann durchführen zu lassen, da es sonst nur zu Fehlern und Ärger kommt. So einfach wie es sich liest ist die Ausführung dann meist doch nicht ohne Übung.
 

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