Wie Stoibers Vermächtnis zu Grabe getragen wurde

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von KingJame$, 28. März 2008 .

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  1. #1 28. März 2008
    Die Magnetschwebebahn in München sollte Edmund Stoibers Vermächtnis an seine Bayern werden. Kaum ein halbes Jahr nach seinem Abtritt ist das politische Prestigeprojekt tot. Doch richtig traurig ist darüber niemand - nicht einmal in der CSU.

    Im Innenhof des Münchner Flughafens Franz Josef Strauß, zwischen Terminal 1 und Terminal 2, steht das Versprechen auf eine bessere, schnellere Welt: ein zehn Meter langes, rotes Modell des Transrapid. An diesem Donnerstag morgen um sieben Uhr kann Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein noch einen letzten Blick auf dieses rote Stückchen Zukunft werden. Dann muss er abfliegen, nach Berlin, um es zu beerdigen.

    Vier Stunden später steht Beckstein im Berliner Verkehrsministerium. Betreten schaut er zu Boden, als Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee von einer Kostenexplosion berichtet und das Scheitern des Münchner Schwebebahn-Projekts verkündet. Dann muss Beckstein vor die Mikrofone. Er setzt eine Grabesmiene auf, spricht von einem "schlechten Tag für den Technologiestandort Deutschland", erzählt, wie er die Kanzlerin in ihrem Urlaub angerufen hat, um mit ihrer Hilfe den Transrapid-Bau zu retten. Doch schließlich seien alle Bemühungen vergebens gewesen.

    Ende, aus, vorbei. Der Bund und Bayern haben sich vom Transrapid verabschiedet - wegen zu hoher Kosten. Das spektakuläre und umstrittene deutsche Technologievorhaben hat hierzulande keine Zukunft mehr: Vier Jahrzehnte nach der ersten Machbarkeitsstudie. Anderthalb Jahre nach dem Unglück auf der Teststrecke im Emsland, das 23 Menschen das Leben kostete. Und gerade sechs Monate und zwei Tage, nachdem Becksteins Amtsvorgänger Edmund Stoiber den "endgültigen Durchbruch" für sein Lieblingsprojekt verkündet hat.

    Nun muss Beckstein die Abschiedsrede auf den Transrapid halten. Ausgerechnet er. Der Transrapid-Skeptiker in der CSU, der Vorsichtige, der immer wieder betont hat, dass er die Bahn zwar wolle, aber nicht um jeden Preis. Der Transrapid ist kein Beckstein-Projekt. Er ist das Erbe, das ihm Stoiber hinterlassen hat.

    Was war das für ein Tag, dieser 25. September 2007! Edmund Stoiber, der gemeinhin als Aktenfresser gilt, lässt Champagner in der Münchner Staatskanzlei kredenzen. Gläser klirren, Korken knallen: Stoiber hat allen Grund zum Feiern. Vier Tage vor seinem erzwungenen Rückzug als CSU-Parteichef hat er sich noch einmal einen ganz großen Auftritt beschert.

    In der Nacht zuvor hat er die Spitzen von Deutscher Bahn und Industrie an einen runden Tisch gebracht, und die haben eine Vereinbarung zum Bau der Magnetschwebebahn unterzeichnet. In München, dort wo die erste Teststrecke gebaut, der erste Transrapid vorgestellt wurde. Nun sei ein "Projekt von nationaler Bedeutung auf den Weg gebracht", ruft der scheidende Ministerpräsident in die Mikrofone - und erklärt: "Ich fühle mich in der Tradition von Franz Josef Strauß."
     

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  3. #2 28. März 2008
    AW: Wie Stoibers Vermächtnis zu Grabe getragen wurde

    HIER AUCH EIN VIDEO DAZU ( für die, die nicht so gerne lesen ;) )

    Mfg.
     
  4. #3 28. März 2008
    AW: Wie Stoibers Vermächtnis zu Grabe getragen wurde

    Sehr schade.

    Ich hätte mich gefreut, wenn Deutschland dieses Prestigeobjekt durchgezogen hätte. Jahrzehntelange wurde geforscht. Klar, Erkenntnisse wurden gewonnen, aber erst in der Praxis hätte man es vervollkommnen können.

    Gut, die Kosten sind explodiert, weil man wieder versucht hat es billiger zu schummeln, als es wirklich ist. Ein alltägliches Bild bei Großprojekten. Vermutlich gings nun gar nicht mehr anders, aber wenn man bedenkt, dass ein vielfaches an Milliarden mehr in die Erforschung dieser Technik ging... naja.. vielleicht hätte man es trotzdem bauen sollen.
     
  5. #4 28. März 2008
    AW: Wie Stoibers Vermächtnis zu Grabe getragen wurde

    Ich wäre auch für einen Bau gewesen - Sachen zu exportieren, die man selber nicht nutzt, ist immer so ein Ding...
     
  6. #5 28. März 2008
    AW: Wie Stoibers Vermächtnis zu Grabe getragen wurde

    Quelle fehlt.
     
  7. #6 28. März 2008
    AW: Wie Stoibers Vermächtnis zu Grabe getragen wurde

    Ich fand die Idee :poop: genau wie das gelabber von dem. Ich meine, 1,5 Mrd für so nen Transrapid über 40km? Hallo? DE hat genug schulden.
    Könnt ja jedes Bundesland kommen: Ja wir wollen da auch nen Transrapid, 10 Minuten:)D:D :D)
    Gut so das, dass ding nich gebaut wird.

    mfg LOTW
     
  8. #7 29. März 2008
    AW: Wie Stoibers Vermächtnis zu Grabe getragen wurde

    Ich finds generell totalen Schwachsinn. Wie mein Vorposter bereits anprangerte: Was will ich mit 'nem Transrapid, dessen verursachende Schulden ich in 100 Jahren nicht raus habe? Die Kosten für 'ne Fahrkarte würden imens sein. Da fahr ich lieber Bahn - iauch wenn diese ebenfalls die Preise hoch schraubt.
     
  9. #8 29. März 2008
    AW: Wie Stoibers Vermächtnis zu Grabe getragen wurde

    Bist du schonmal in München mit deiner Bahn vom Hauptbahnhof bis zum Flughafen gefahren? Da kannst du eine Stunde einrechnen und billig ist der Spass auch nicht.
     

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