Windkraft mitverantwortlich am Insektensterben?

Dieses Thema im Forum "Wissenschaft & Forschung" wurde erstellt von WalkThisWay, 26. März 2019 .

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  1. #1 26. März 2019
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    "Die Windenergie könnte nach einer Untersuchung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein nennenswerter Faktor für das Insektensterben sein. Eine Modellrechnung des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik beziffert die Zahl der durch Windräder in Deutschland getöteten Fluginsekten während der warmen Jahreszeit auf 5,3 Milliarden pro Tag. Da jedes siebte deutsche Windrad - knapp 2.000 an der Zahl - in Mecklenburg-Vorpommern steht, könnten im Nordosten annähernd eine Milliarde Insekten durch Rotorschlag getötet werden - an jedem der rund 200 warmen Tage zwischen April und Oktober....."
    Link Artikel: NDR Windräder für Insektensterben mitverantwortlich?

    Dieser Artikel hat mich dazu motivert einmal die Quellen genauer zu betrachten.
    Zunächst einmal das Interview mit Dr. Franz Trieb vom DLR-Instituts für Technische Thermodynamik:
    Hier zur eigentlichen Studie (english/pdf), auch wenn diese nur auf Hochrechnungen beruht, war ihr mir persöhnlich nie den möglichen Folgen der Windkraft am Insektensterben bewußt (klar Pestizid und die Zerstückelung des Lebensraumes nehmen wohl eine entscheidendere Rolle ein, aber trotzdem).
     
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  3. #2 26. März 2019
    Zuletzt bearbeitet: 26. März 2019
    Danke für die interessante Studie.

    Hört sich erstmal viel an, in Anbetracht der Relation zu anderen Insektenkillern ist das allerdings sehr sehr sehr gering. Die Landwirtschaft welche einen Großteil der Flächen nutzt, ist der größte Faktor >70 für das Insektensterben. Der Straßenverkehr sowie Umweltverschmutzung und Feinstaub, sind weitere große Faktor. Autos sind übrigens die größten Killer für viele Tierarten, die so Aussterben z.B. Frösche und Igel.

    Da die Insektenmasse deshalb schon seit Jahren extrem Rückläufig ist, spielt natürlich jetzt auch jedes Prozent eine Rolle.

    Zum Vergleich: Die Oberfläche der Windräder und die Rotationsgeschwindigkeit, verglichen mit der Fronten-Oberfläche der Autos/LKW und deren Fahrtgeschwindigkeit (und deren Anzahl!) sollte einem klar machen, wo hier die Masse an Insekten drauf geht.

    Die Studie arbeitet leider mit sehr dünnem (alten) Datenmaterial und vielen (Modellen) Hochrechnungen, die Zahlen sind rein Hypothetisch und selbst wenn sie 10 mal höher liegen, wären sie immer noch ein Witz gegenüber dem Straßenverkehr und der Landwirtschaft. Die Rotoren werden immer moderner und "Windschnittiger" man will ja verhindern, dass die Insekten dran kleben bleiben. Anders als die Landwirtschaft oder der Straßenverkehr, da wird das Thema ja (freiwillig) überhaupt nicht Berücksichtigt.

    Abgesehen davon, das die Windkraft ja auch einen wichtigen Beitrag zur erneuerbaren Energie leistet. Der Klimawandel und möglicherweise auch der Anstieg der CO2-Anteile in der Luft, machen den Insekten viel mehr zu schaffen. Insekten werden kleiner, weil sie über ihre Oberfläche Atmen und die Reduktion des Sauerstoffanteils in der Luft, sorgt dafür das einige Arten aussterben könnten. Je größer die Körpermasse/Volumen desto verhältnismäßig geringer die Oberfläche des Insekts zum Atmen. Daher waren die Urzeit Insekten zeitweise gigantisch, weil ein sehr hoher Sauerstoffanteil in der Luft war und sehr viel CO2 gebunden, das wir Heute alles in die Luft blasen. Von der Luft her sind wir Millionen Jahre in die Vergangenheit gereist, weit vor den Sauriern...mal sehen ob der Rest folgen wird.
    Der globale CO2-Anstieg: die Fakten und die Bauernfängertricks » KlimaLounge » SciLogs - Wissenschaftsblogs
    https://www.scinexx.de/news/biowissen/riesen-insekten-wuerden-heute-ersticken/

    In Gewächshäusern macht man sich das experimentell zu nutze, dort wird der Stickstoffanteil erhöht und so sterben dort Schädlinge ab, auch deren Larven und Puppen.

    Fazit: Die Windräder sind ein Tropfen wenn überhaupt. Abgesehen von ihrem positiven Klimabeitrag.

    Finde es aber wichtig, dass alles durchdacht wird, von daher freue ich mich über jede unabhängige Studie. Allerdings sind die aller höchstens eine Anregung, Themen genauer anzuschauen. Auf die Studie selbst, kann man angesichts der Interpretation/Schlussfolgerung über magere Daten und Fakten, sehr wenig geben, was leider bei vielen Studien der Fall ist.

    Ich könnte mir eher gut vorstellen, dass für bestimmte Vogelarten die Windräder ein reales Problem darstellen.

    Wichtigster Punkt daher für mich:

    Das mit den Insekten, kann man wohl eher vergessen. Wichtiger wäre Schutztechnik für größere Flugtiere. Windkraft lässt sich sehr schnell ab und an schalten, wenn in der Nacht der Stromverbrauch niedrig ist, könnte man diese einfach abschalten. Das wird nur der "Windmüller" nicht wollen, weil er ja viel Geld verliert für die dann (überflüssige) Einspeisung ins Netz.

    Es gibt auch weitere Windkraft-Technologien die angepackt werden könnten/sollten bei denen es die Probleme so nicht gibt. EnerKíte - Flugwindkraftanlagen oder Abwindkraftwerk/Aufwindkraftwerk
     
  4. #3 15. April 2019
    Zuletzt bearbeitet: 15. April 2019
    Da es etwas ähnliches ist:

    Nach Zählungen und Auswertungen von toten Vögeln an Skylinern, zeigen Einschätzungen einer Studie, dass an den Hochhaus-Glasfassaden jährlich über 100 Millionen Vögel (in der USA) sterben, weil sie dagegen fliegen. Manch einer kennt das sogar von Zuhause, wenn ein Vogel gegen das Fenster donnert, weil sich darin die Umgebung spiegelt. Meist kommt der Vogel noch mit einem Schreck davon, viele brechen sich dabei aber das Genick oder verenden später an den Verletzungen. Weiter sagt die Hochrechnung das so sogar insgesamt über 1 Milliarde Vögel an Glasfronten sterben könnten.

    Klingt für mich durchaus plausibel und die Zahlen scheinen gar nicht so hoch gegriffen zu sein, wenn man bedenkt, wie viel bei den jeweiligen einzelnen Objekten gezählt wurde.

    Quelle: Bird–building collisions in the United States: Estimates of annual mortality and species vulnerability

    Aber auch in der Dämmerung krachen die Vögel in die Häuser, weil dann die Beleuchtung an ist und die Innenräume so aussehen als könnte man dort durchfliegen. Zudem gibt es einen Effekt wenn ein großes Gebäude stark beleuchtet ist, das die (Zug-)Vögel quasi "blind" sind und einfach in Richtung "künstliche Sonne" fliegen und dann so ganze Schwärme gegen die Glasfront klatschen. (Auch Migrationszeiten von Zugvögeln genannt)

    Ein Ansatz könnte sein, dass man die Fronten so abändert, dass solche Unfälle vermieden werden, oder zumindest in den Zug-Zeiten, wenn große Schwärme fliegen die Lichter gedimmt würden oder die Fenster "intelligent Verspiegelt bzw Entspiegelt" wären.
    Bei diversen Fensterflächen werden auch "Sticker" aufgeklebt mit der Sillhuette (Schattenumriss) eines Raubvogels um abzuschrecken. Bei letzterem "Leuchteffekt" hilft das aber leider nicht, Sinnvoll wäre es also wenn die Scheiben, Licht von innen abdunkeln.
     

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