Wirtschaft will 2008 rund 130.000 Stellen schaffen

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von -sniper-, 28. Dezember 2007 .

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  1. #1 28. Dezember 2007
    In den letzten Wochen haben die Wirtschaftsinstitute ihre Prognosen für das kommende Jahr gleich reihenweise nach unten korrigiert. Doch das schwächere Wachstum hat offenbar kaum Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt. Laut einer Umfrage der "Bild"-Zeitung will die deutsche Wirtschaft im Jahr 2008 sogar rund 130.000 neue Stellen schaffen, darunter viele im Gesundheitssektor.

    Neue Jobs bei Zeitarbeit und Pflege
    Für die Umfrage hatte die "Bild"-Zeitung die Verbände in 16 großen Branchen befragt. Allein in den Bereichen Pflege wollen die Arbeitgeber 30.000 neue Jobs anbieten. In der Pharmaindustrie, Apotheken, Arztpraxen und bei Wellness-Anbietern soll es ebenfalls rund 30.000 zusätzliche Stellen geben. Auch in der Zeitarbeitsbranche dürften laut Umfrage bis zu 30.000 neue Jobs entstehen. Dazu kommen neue Arbeitsplätze in der IT- und Logistik-Branche. Weniger gut sind dagegen die Prognosen in der Telekommunikationsbranche. Diese Branche rechnet mit 5000 weniger Jobs. Im Bauhauptgewerbe dürften sogar rund 7000 Stellen wegfallen.

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    Optimismus in Metall- und Elektroindustrie
    Auch andere Umfrage und Untersuchungen belegen die guten Aussichten für den Arbeitsmarkt. Laut einer Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) gehen die meisten Branchen zuversichtlich ins nächste Jahr. Immerhin 25 der 45 befragten Verbände 2008 erwarten demnach leichte Zuwächse bei Produktion oder Umsatz. 16 Verbände rechnen mit Neueinstellungen, lediglich sechs mit Personalabbau. Die deutsche Metall- und Elektroindustrie erwartet für 2008 laut Angaben des Arbeitgeberverband Gesamtmetall ein Branchenwachstum von 4,5 Prozent nach mehr als acht Prozent in diesem Jahr. 2007 habe es ein Beschäftigungsplus von mehr als 100.000 gegeben. Vor allem gut bezahlte Stammarbeitsplätze seien entstanden, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser der "Rheinischen Post". Der Anteil der Zeitarbeiter in der Branche liege bei etwa fünf Prozent. Die Stammbelegschaften würden 2008 weiter aufgestockt, allerdings werde es immer schwieriger, Fachkräfte zu finden.

    Walter warnt vor unruhigem Jahr für Arbeitsmarkt
    Doch nicht alle Experten teilen den Optimismus der Institute und der Arbeitgeberverbände. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter. 2008 sei wieder mit einem Nachlassen des Wachstums zu rechnen, sagte er der "Thüringer Allgemeinen". Nach Ansicht von Walter ist der Aufschwung in den vergangenen zwei Jahren größtenteils "künstlich" erzeugt worden. 2006 habe zunächst die Ankündigung der Mehrwertsteuererhöhung die Investitionen und den Konsum beflügelt. Im Jahr 2007 habe es dann einen Echoeffekt gegeben. Für den Arbeitsmarkt wird 2008 nach Ansicht des Chefvolkswirts ein unruhiges Jahr. Die hohen Lohnforderungen der Lokführer und der ab Januar geltende Post-Mindestlohn würden "sicherlich zu großen Spannungen im Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft führen". Dennoch könne es 2008 positive Entwicklungen geben, betonte Walter. Die Binnennachfrage könne durch den allgemein erwarteten Fall des Ölpreises und das Sinken des Arbeitslosenbeitrages besser ausfallen als 2007. Die Einkommensentwicklung werde unterstützt von steigender Beschäftigung, fügte Walter hinzu.

    Quelle: Wirtschaft will 2008 rund 130.000 Stellen schaffen
     

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