"World Cyber Games" - Highscore unter Palmen

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 13. September 2005 .

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  1. #1 13. September 2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14. April 2017
    Zur europäischen Endausscheidung der "World Cyber Games" trafen sich am Wochenende Computerspieler aus ganz Deutschland. Im künstlichen Urlaubsparadies "Tropical Islands" schwitzten die Zocker, kämpften mit Gegnern ebenso wie mit nächtlichen Blitzen und heißen Zelten.

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    Turnier-Gamer: Improvisierter Sonnenschutz aus Stühlen​

    "Wat machen die denn mit dene' Computer hier in der Halle?" Am vergangenen Wochenende bot sich nicht nur für Herrn Griebich aus Berlin ein etwas ungewohnter Blick innerhalb des Freizeitpark "Tropical Islands", der vor einem Jahr aus der ehemaligen Cargolifter-Halle entstand und nun in der sonst etwas trüben Niederlausitz mit einer tropischen Retortenlandschaft Urlaubsstimmung simulieren will. Zwischen 7000 Kubikmetern Badewasser, Urwaldgeräuschen vom Tonband und 20.000 Pflanzen mit Namen wie Geigenfeige, Kanonenkugelbaum oder Affenschwanz-Inga trafen sich die rund 200 Teilnehmer des deutschen Finalturniers der "World Cyber Games" (WCG), einer weltweit ausgetragenen Meisterschaft für Computerspieler.

    Den Gewinnern der insgesamt acht verschiedenen Turniere winkt neben Sachpreisen ein Ticket nach Singapur, wo zwischen dem 16. und 20. November unter 80 Nationen die Finalbegegnungen ausgetragen werden. Inszeniert wie die Olympischen Spiele werden die "World Cyber Games" nun schon zum fünften Mal abgehalten und sind nur eines von mehreren großen Events einer neuen Art von Computersport, die sich deswegen auch "eSport" nennt. Wie elektronische Spiele ganz generell kämpft auch der eSport mit einem Image, das durch Berichte von Lan-Partys in Kleinstadtturnhallen eher negativ geprägt wurde.

    Wie überträgt man fünf verschiedene Blickwinkel?

    "Uns fehlt die flüssige Komponente", sagt Thomas von Treichel vom deutschen Ausrichter der WCG, der in einer Mischung aus Herbergsvater und Eventmanager das Turnier begleitet und "Gaming in die Masse" bringen will. "Wir kämpfen bei der Präsentation unseres Sports ja schon mit einfachen technischen Problemen. Beim Fußball hat man 22 Spieler auf dem Feld und da wo der Ball ist, passiert auch etwas. Bei einem Titel wie Counterstrike gibt es aber fünf verschiedene Perspektiven der einzelnen Team-Mitglieder, die man nur schwer gleichzeitig verfolgen kann. Trotzdem sehen wir uns als Sportler im Wettkampf, erst Recht, wenn Schach oder Angeln als Sportarten gelten. Da kommt ja auch niemand wirklich ins Schwitzen."

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    "Tropical Islands": Nächtliche Blitzschläge​

    Bei gut 28 Grad Innentemperatur im "Tropical Islands" und relativ hoher Luftfeuchtigkeit wünschte sich manch einer der Teilnehmer aber trotz der Abwechslung von Wasserrutsche oder Whirlpool einen kühlen Keller zurück. Schon die Zeltübernachtung innerhalb der 107 Meter hohen Halle bescherte manch jungem eSportler eine eher kurze Nacht. Durch Blitzeinschläge fiel in der Nacht von Samstag auf Sonntag sogar drei Mal der Strom aus, Turnierbegegnungen mussten neu angesetzt werden.

    "Uns fehlen die Stars"

    Der Lichteinfall in Richtung Monitore veranlasste zudem zu gewagten Schattenspenderkonstruktionen aus Baststühlen, die man sich aus den umliegenden Themenrestaurants borgte. An Improvisationsfähigkeit mangelt es den eSportlern, darunter auch drei weibliche, also nicht. Thomas von Treichel sieht für die Entwicklung des eSport ein ganz anderes Problem: "Uns fehlen die Stars." Zum Vergleich zieht er Sportarten wie Tennis oder Boxen heran: "Zu den Zeiten von Boris Becker oder Henry Maske herrschte eine enorme Popularität, heute interessiert sich nur noch die jeweilige Kernzielgruppe für diese Sportarten. Es mangele "dem eSport noch an entsprechenden Kanälen", solche Stars aufzubauen.

    Mangel an Erfolgen herrschte bei deutschen eSportlern in der Vergangenheit dagegen nicht. Im Jahr 2003 wurde Deutschland beim WCG-Finale in Süd-Korea sogar Mannschafts-Weltmeister. Im letzten Jahr wurde aber gerade mal der vierte Platz belegt, und das holländische Team wurde Überraschungssieger. Grund für diese Fluktuation ist für den eSport Fluch und Segen zugleich: International werden überall die gleichen Titel gespielt - Schwierigkeiten ergeben sich für die Spieler aus den jährlichen Updates, die von den Entwicklerfirmen forciert werden. Nur einer der eSport-Titel wird seit Jahren unverändert gespielt.

    Die Frustration der Fifa-Zwillinge

    Zu den prominentesten Opfern dieser Innovationsschraube gehören auch Dennis und Daniel Schellhase, beide 22 Jahre alt und in der Szene als "Fifa-Zwillinge" bekannt geworden. Dennis, der sich dieses Mal als einziger der beiden Brüder im Turnier durchsetzten konnte, beschreibt frustriert seine Sicht der Dinge: "Um dem Massenmarkt zu entsprechen, wurde das Spiel in manchen Bereichen geändert, und das hatte für uns weit reichende Auswirkungen." Vor allem der Torabschluss sei jetzt mehr oder weniger zum Glückfall mutiert, "und da können selbst wir oft nicht einschätzen, warum man verloren oder gewonnen hat." Die Fifa-Zwillinge überlegen deshalb sogar, das Spiel zu wechseln.

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    Turniersieger Timmermann: "Kirche im Dorf lassen"​

    Der Fluktuation der Spiele ist aber auch für neue Talente eine Chance. Sabine Müller, die erst im Januar zur ernsthaften eSportlerin wurde, belegt gleich den dritten Platz im Turnier zum Beat'Em-Up-Spiel "Dead Or Alive: Ultimate". Beim Shooter "Halo 2" konnte sich als Nachwuchstalent der gerade mal 16-jährige Marcel Jardin zusammen mit seinem Teampartner den ersten Platz sichern. Und auch Niklas Timmermann (17), der im Autorennspiel "Need For Speed: Underground 2" antrat, holte sich zwischen Palmen und Sandstrand die Top-Platzierung.

    Trotz seines Erfolges stellt sich für Timmermann, der immerhin in den letzten Monaten rund 20.000 Euro bei Turnieren verdiente, nicht die Frage nach einer Karriere als Profi-Computerspieler. "Mein größtes Plus ist wohl, dass ich im Verhältnis zu meinen Trainingszeiten von täglich zwei bis vier Stunden wohl doch für das Spiel ein gewisses Talent habe. Denn es gab genügend andere Spieler, die mehr trainiert haben und trotzdem langsamer waren. Aber ich finde auch, dass man die Kirche im Dorf lassen sollte - aus meiner Sicht lohnt es sich nicht, Pro-Gamer als Beruf zu sehen!"

    400.000 Dollar im Jahr für den Super-Profi

    Der Aufstieg in die Top-Klasse der Computerspieler ist tatsächlich ein Wagnis, das sich aber auch lohnen kann. Weltweit gibt es rund 250 Pro-Gamer, die tatsächlich vom eSport leben, dies jedoch auch zum guten Teil der Medienlandschaft ihres Heimatlandes verdanken. Als wichtigstes europäisches Event hat sich der seit 2003 in Paris veranstaltete "Electronic Sports World Cup" (ESWC) durchgesetzt. Das diesjährige Preisgeld von insgesamt 250.000 US-Dollar lockte rund 800 Teilnehmer in die französische Hauptstadt.

    Insgesamt ist der eSport für den Außenstehenden eine unübersichtliche Sache: Neben den genannten Veranstaltungen tummeln sich unterschiedlichste nationale und internationale Ligen, etwa die Electronic Sports League oder die eigene Liga des Fernsehsenders NBC Giga. Jeder Sponsor will sein eigenes Event - das Verbands-Durcheinander im Boxsport ist nichts dagegen.

    In Südkorea ist eSport gleichzeitig Volkssport: Es existieren allein fünf TV-Sender, die täglich Turniere übertragen. Spiele werden dort im Handel mit Porträtshirts der besten Pro-Gamer an Mann und Frau in nahezu jedem Alter gebracht. Bekanntester Spieler ist Yo-Hwan Lim, dessen eigener Fan-Cub fast eine halbe Million Mitglieder zählt. Allein in der letzten Saison soll Yo-Hwan Lim mit Sponsorenverträgen und Turniergewinnen 400.000 US-Dollar verdient haben.

    In den USA gilt Johnathan Wendel (24) alias "Fatal1ty" als einer der Pop-Stars unter den Profis. Das Time-Magazine nannte ihn im Mai dieses Jahres "Master of the Game", und Computerprodukte mit seinem Namen verkaufen sich in fünfstelligen Stückzahlen. Amerika ist neben Asien vor allem durch die hohen Preisgelder der dortigen Turniere zur Hochburg des eSports geworden.

    Die 1997 vom ehemaligen Immobilienbanker Angel Munoz gegründete "CyberAthlete Professional League" (CPL) vergab in den letzten acht Jahren bei 25 Turnieren Preisgelder von insgesamt zwei Millionen US-Dollar. Für das Fernsehen dürften fünf schwedische Counterstrike-Spielerinnen ihr "Spielerleben" ausbreiten. Der schwedische Frauenspielclan "Les Seules" steht im Mittelpunkt einer zwölfteiligen Reality-Serie namens "Play US", die im amerikanischen Kabelfernsehen ab November anlaufen soll.

    Das Finale der deutschen Endausscheidung der "World Cyber Games" endete am Sonntag-Nachmittag mit einer Siegerehrung auf der Showbühne der "Südsee-Badelandschaft" und einem Gruppenphoto der deutschen Mannschaft. Medaillen in Bronze, Silber oder Gold werden erst in Singapur vergeben.


    quelle: Spiegel Online
     

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  3. #2 13. September 2005
    oach. hätt aber auch nix dagegen, da jetzt so zu dädln^^ Sieht ziemlich chillig aus^^
    Oh man, diese Schweine von ProGaymer kommen da auch noch umsonst hin, wo manche Leute richtig Geld für hinlegen:(
     
  4. #3 13. September 2005
    das ist ja mal ne sache !!

    ich will auch pro gamer werden :D ( nur spass )

    aber für zocken auch noch geld bekommen !! besser geht es ja nicht .
     

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