Yahoo drängt nach China

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von xxxkiller, 10. August 2005 .

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  1. #1 10. August 2005
    Der amerikanische Portalbetreiber Yahoo will amerikanischen Medienberichten zufolge 35 Prozent an dem chinesischen E-Commerce-Dienstleister Alibaba.com übernehmen. Dafür sei das kalifornische Unternehmen bereit, bis zu einer Milliarde Dollar zu zahlen, schreibt das US-Magazin Forbes.

    Möglicherweise würde ein Teil der Summe jedoch auch über einen Anteilstausch beglichen: Chinesischen Medienberichten zufolge erhält Yahoo den Alibaba-Anteil im Tausch für seine bisherigen China-Aktivitäten. Yahoo betreibt im Reich der Mitte unter anderem die kleinere Suchmaschine 3721 und eine Auktionsplattform zusammen mit einem lokalen Dienstleister.

    Auch Alibaba ist eine Auktionsplattform im Netz, die sich vor allem auf das B2B-Geschäft konzentriert und kleine Hersteller mit Großhändlern zusammenbringt. Eine englische Alibaba-Seite richtet sich an ausländische Unternehmen, die Produkte auf dem chinesischen Markt erwerben wollen. Auch Privatkunden werden bedient: Über die Seite Taobao können chinesische Nutzer wie bei Ebay für Handys, Turnschuhe und Kleider bieten.

    Yahoo lehnte es am Dienstag ab, die Berichte zu kommentieren. Auch bei Alibaba hieß es: Keine Stellungnahme.

    Der chinesische Markt gilt in der Branche zwar als zukunftsträchtig, jedoch auch als unreif und schwierig. Das Interesse westlicher Internetunternehmen an dem Land steigt. Unter Analysten ist der Erfolg der Investitionen aber umstritten. Der Markt zeige schon jetzt erste Anzeichen der Überhitzung, heißt es.

    Laut dem britischen Marktforschungsinstitut Mergermarket wurden im vergangenen Jahr fast dreimal so viele asiatische Internetunternehmen von europäischen und amerikanischen Gesellschaften gekauft wie im Jahr davor. Die Aktien der chinesischen Suchmaschine Baidu, die am vergangenen Freitag an der amerikanischen Nasdaq debütiert hatte, steigerten ihren Wert bereits im Laufe des ersten Handelstages um mehr als dreihundert Prozent. Auch andere chinesische Internetunternehmen wie Sina oder Sohu notieren in den USA mit einem Vielfachen ihres Ausgabepreises.

    „Immer wenn das Wort China fällt, werden die Investoren hellhörig“, sagt Mergermarket-Analystin Abigail Roberts. „Große Spieler stehen unter einem gewissen Druck, jetzt in China aktiv zu werden“, sagt auch Safa Rashtchy vom kalifornischen Finanzinstitut Piper Jaffray.

    Etwa 100 Millionen Chinesen surfen derzeit regelmäßig im Internet und der Onlinehandel wächst. Mehr Internetnutzer gibt es nur in den USA. Transportwege und Postnetze sind allerdings bei weitem nicht so gut ausgebaut wie in der Heimat der weltweit führenden Internetunternehmen.

    „Unser Engagement in China ist eine sehr langfristig angelegte Investition“, sagt Diego Piacentini, Vertriebschef des Internethändlers Amazon im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Dimensionen des Landes stellten das Unternehmen vor neue Herausforderungen. Amazon hatte vor gut einem Jahr den führenden chinesischen Online-Buchhändler Joyo.com gekauft. Der US-Konzern zahlte damals 75 Millionen Dollar für das Unternehmen mit Sitz auf den britischen Virgin Islands. Auch die amerikanische Handelsplattform Ebay baut ihre Geschäfte in China aus und will in diesem Jahr rund 100 Millionen Dollar in das Land investieren.

    Inzwischen dürfen sich ausländische Konkurrenten auch direkt an Internet-Firmen in China beteiligen, jedoch keine Mehrheit erwerben.

    Yahoo-Titel notierten am Dienstag im frühen US-Handel kaum verändert bei 34,20 Dollar.

    Internet-Zensur in China

    # Überwachung: Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Harvard-Universität bescheinigt der Pekinger Regierung das weltbeste System zur Internet-Zensur. Zehntausende menschlicher Cyberpolizisten sorgen dafür, dass „ungesunde“ Informationen von der Bevölkerung fern gehalten werden. Auch auf die nachbarschaftliche Denunziation setzen die Behörden.

    # Kritik: Organisationen wie Reporter ohne Grenzen kritisieren die Praxis westlicher Unternehmen, sich an die herrschenden Gegebenheiten anzupassen. Das Internetforum MSN Spaces etwa setze Wörter wie Freiheit oder Demokratie automatisch auf den Index, heißt es. Google News zensiere sich selbst, indem es Inhalte, die der chinesischen Regierung als subversiv erschienen, lösche.

    Quelle: handelsblatt.com
     

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