Zerrbild des Denkens

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von Trockeneis*, 3. November 2009 .

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  1. #1 3. November 2009
    Wir leben in Deutschland, Christen, Juden, Atheisten, Muslime und viele andere. Alle
    nebeneinander, aber kaum miteinander. Warum? Dies fragen sich einige, aber es
    wird kaum eine Antwort dafür gefunden.
    Jeder lebt in seinem Alltagstrott und kaum jemanden interessiert, wie der andere lebt,
    sondern nur wie er aussieht. Er darf sich nicht von der „normalen“ Gesellschaft
    unterscheiden, sei es privat oder beruflich. Weicht jemand von dieser „Normalität“ ab,
    kann er sicher davon ausgehen, das Gesprächsthema Nr. 1 zu sein; denn es ist
    immer sehr leicht, auf die anderen zu zeigen. Solange es die anderen gibt, braucht
    man nicht über sich selbst nachzudenken.
    Ich möchte hier ein paar ganz alltägliche Beispiele darlegen, die viele von euch so
    oder ähnlich sicher auch schon erlebt haben. Sie zeigen uns wieder einmal mehr, wie
    unwissend und voreingenommen die meisten Andersgläubigen sind. Ich möchte hier
    dazu anmerken, dass natürlich nicht alle Andersgläubigen voreingenommen sind,
    aber leider die Mehrheit.
    An einem Vortragsabend, das Thema war das islamische Recht, die Schari´a,
    vorgetragen von einer Orientalistin, wurde darüber diskutiert, ob ein Muslim, der sich
    vor der Hölle fürchte, die Schari´a sogar einhält, auch wenn ihn niemand von seinen
    Mitmenschen sehe. Eine Christin bemerkte dazu, wie furchtbar diese Religion doch
    sei, weil ein Muslim sich ewig vor der Hölle fürchten müsse.
    Ich habe ihr daraufhin erklärt, dass Jesus, Allahs Friede auf ihm. Im neuen
    Testament elfmal von der schrecklichen Hölle erzählt habe. Das sei nicht wahr,
    meinte sie sofort. Ich fragte sie, ob sie das neue Testament überhaupt schon einmal
    gelesen habe! „Nein! Nein! Das glaube ich nicht!“, sagte sie nun schon etwas lauter.
    Es gab für sie keine Muslime, die die Bibel kennen. Als ich ihr dann erzählte, dass ich
    früher Christin war, verstummte sie.
    Die Vortragende, die ihren Vortrag wahrheitsgetreu hielt, hatte sicher die
    Anwesenden enttäuscht und zwar aus dem Grund, dass sie die Schari´a sehr positiv
    darstellte. Viele hatten etwas anderes erwartet, was in der darauf folgenden
    Diskussion offensichtlich wurde, in der einige der Gäste Punkte vorbrachten, von
    denen sie glaubten, sie könnten den Islam doch noch ins negative „rechte“ Licht
    rücken, nämlich so, wie ihn doch jeder aus den Medien kennt: als grausame und
    intolerante Religion. Aber die anwesenden Muslime und die Rednerin konnten
    aufklären und erklären soweit es die Zeit zuließ.
    Solche Vortragsabende sind für uns Muslime sehr wichtig, um überhaupt eine
    Gelegenheit zu haben, die Wahrheit zu sagen. Auf der Straße werde ich oft von
    Menschen verbal angegriffen, und wenn ich dann antworten und aufklären möchte,
    gehen die meisten einfach weg, oder sie können auf einmal nicht mehr sprechen.
    Beispiel: Meine drei Kinder und ich sind eines Tages in einem Supermarkt einkaufen
    gegangen; als ich, am Obststand, der sich am Eingang befindet, angekommen, eine

    ältere Frau ( die den Krieg eigentlich noch nicht vergessen haben sollte) zu ihren
    Mann sagen hörte: „Die sollte sich was schämen, so vermummt herumzulaufen!“
    Ich dachte wohl falsch gehört zu haben, aber die Frau wiederholte diesen Satz noch
    einmal etwas lauter, damit es jeder hören konnte. Ich drehte mich zu ihr um und
    fragte sie, warum ich mich schämen solle, sie wiederum drehte sich weg von mir.
    Ich wiederholte meine Frage, bekam aber keine Antwort.
    „Soll ich mich schämen, weil ich eine andere Kleidung trage als sie?“, versuchte ich
    es nochmals. Keine Antwort, sie tat so, als wäre ich überhaupt nicht da. Bevor ich
    weiterging, sagte ich nur zu ihr: „Sie sollten sich schämen, solche Vorurteile zu
    haben!“
    Sie hatte wohl nicht damit gerechnet, dass ich sprechen kann; denn die meisten
    verbinden den Schleier oder das Kopftuch nur mit Ausländern, nicht mit Muslimen,
    und wenn doch, dann bekommt man gleich zu hören, wie viele Kriege durch die
    Muslime entstanden seien, weil sie doch eine Religion des Krieges hätten.
    Sobald ich den Leuten erkläre, dass ich Deutsche bin, ist die Reaktion noch
    schlimmer! Wo kommt denn ihr Mann her? Jeder, oder fast jeder, könnte verstehen,
    wenn eine Frau sich für Ihren Mann, der ja Muslim ist, verschleiert; aber für den
    Schöpfer, das ist unverständlich.

    Die erste Frage meiner Nachbarin, nachdem ich mich bedeckt hatte, war folgende:
    „Wollte es Ihr Mann so?“, hinter vorgehaltener Hand und natürlich ganz leise. Ich
    habe sie gefragt, warum mein Mann, mit dem ich zu der Zeit schon 2 Kinder hatte,
    jetzt nach Jahren so etwas verlangen sollte. Sie ist weit über 80 Jahre, und wie sie
    selbst sagt, eine gläubige Christin. Altes Testament:

    „Und Rebekka hob ihre Augen auf und sah Isaak; da stieg sie eilends vom Kamel
    und sprach zu dem Knecht: Wer ist der Mann, der uns entgegenkommt auf dem
    Felde? Der Knecht sprach: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Schleier und
    verhüllte sich.“(1. Mose24/64-65)
    Neues Testament:
    „Eine Frau aber, die da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr
    Haupt; denn es ist ebensoviel, als wären sie geschoren. Will sie sich nicht bedecken,
    so schneide man ihr auch das Haar ab, Nun es aber einer Frau übel steht, dass sie
    das Haar abgeschnitten habe oder geschoren sei, so lasse sie das Haupt
    bedecken.“ /1. Korinther 11/5-6).
    „Darum soll die Frau einen Schleier auf dem Haupte haben um der Engel willen.“ (1.
    Korinther 11/10).

    Sind diese Gebote nur für Nonnen?
    Das letzte Zitat steht im neuen Testament geschrieben, also gelten diese Gebote
    doch für alle Christinnen. Genauso, wie es für alle muslimischen Frauen Pflicht ist,

    ihre weibliche Schönheit vor fremden Blicken zu schützen, steht es im folgenden
    Qur´an-Vers (24:31) geschrieben:
    „Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und
    ihre Keuschheit wahren und ihren Schmuck nicht zur Schau tragen sollen- bis auf
    das, was davon sichtbar sein darf, und dass sie ihre Tücher über ihre
    Kleidungsausschnitte ziehen und ihren Schmuck vor niemand ( anderem enthüllen
    sollen als vor ihren Gatten oder Vätern oder den Vätern ihrer Gatten….“

    Dies ist ein Ausschnitt aus einem Buch geschrieben von einer deutschen Muslima die konvertiert ist, wer interesse hat es weiter zu lesen, der kann mich gerne anschreiben, derjenige wird dann den link bekommen, was ihr gerade gelesen habt, war das erste Kapitel.

    Spoiler
    Rita Christel Plath
    wurde 1965 in Hamburg geboren
    und als evangelisch-lutherisch getauft
    Mit vier Jahren Mitglied des Kirchenchors. 1980
    erfolgte die Konfirmation und die Aufnahme in eine
    Jugendgruppe der christlichen Gemeinde. In dieser
    Zeit las sie die Bibel Durch, eine Kinderbibel, die sie
    von ihrer Mutter als Geschenk bekam. 1990 trat sie
    aus voller Überzeugung zum Islam über, wählte für
    sich den islamischen Namen „Safiya“ (die Auserwählte)
    und trägt seitdem die islamische Kleidung.
    Neben ihrer segensreichen Aufgabe als glückliche
    Ehefrau und Mutter von drei Kindern, liest sie mit
    großer Liebe Bücher über den Islam und beschäftigt
    Sich energisch mit der Bibel, um im islamischchristlichen
    Dialog Argumente gegen Argumente
    beibringen zu können.
    In ihre Biographie schreibt sie:
    „Ich habe mich viel mit der Bibel beschäftigt und bin
    teilweise erstaunt über den Inhalt. Obwohl ich sie als
    junges Mädchen schon einmal gelesen habe, lese ich
    sie heute ganz anders, mit den Augen einer Muslima.
    Was zum Teil in der Bibel steht ist doch wirklich
    brisant. Aufgrund der Vorurteile, die die Christen
    gegen uns Muslime haben, habe ich das Bedürfnis,
    darüber zu reden und zu schreiben.“
     

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