Zur Bewertung der Welt...

Dieses Thema im Forum "Allgemeines & Sonstiges" wurde erstellt von n0b0dy, 3. September 2006 .

Schlagworte:
  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  1. #1 3. September 2006
    Zur Bewertung der Welt
    Sind all die Übel dieser Welt nur dazu da, das Gute zu induzieren? Gäbe es keinen Frühling ohne den Winter? Doch, das ist durchaus vorstellbar. Oder wie wäre es, wenn der Winter einfach nur noch halb so lange dauert? Gibt es nicht Orte auf der Welt, wo das ganze Jahr hindurch Frühlingswetter herrscht?
    Dieser Vergleich verniedlicht das Problem, dass manche Menschen die Existenz des Schlechten durch die Existenz des Guten rechtfertigen. Doch wenn die Welt zur Hälfte schlecht ist, obwohl sie auch zu hundert Prozent gut sein könnte, wenn sie anders gebaut wäre, müssen wir sie dann nicht bewerten, wie ein Lehrer eine Klausur? Gibt es nicht ab einer Fehlerrate von 50% ein Mangelhaft?

    Die Konstruktion dieser Welt bedingt all den Hass und die Not dieser Welt. Einerseits die Art, wie die Welt ist: Alles müssen wir ihr mit Mühe abringen. Glaubt ihr, dass uns die Kunststoffwasserflasche oder der Pullover, den Du trägst, von der Natur oder Gott einfach geschenkt wurden? Nein. Der Mensch hat Hunderttausende von Jahren gebraucht, der Natur dies alles mühevoll Stück für Stück abzuringen. Denn die Natur ist widerspenstig, unberechenbar, feindselig. Nicht zuletzt die Sprache der Mathematik, die nun wirklich beliebig genau ist, hat dazu beigetragen, die Natur in unsere Bahnen zu lenken. Denn den kleinsten Fehler, die kleinste Ungenauigkeit, bestraft die Welt sofort. Man muss sie zwingen, das für uns zu tun, was wir wollen. Doch immer, wenn die Natur uns einen neuen Wunsch erfüllt, bezahlen wir dafür auch den Preis. Die Natur ist wie eine Mutter, die ihrem Baby nicht erlauben will, die ganze Tafel Schokolade zu essen. Das Kind (also der Mensch) schreit nun solange, bis die Mutter nachgibt und das Kind die ganze Schokolade verspeist und daraufhin schlimme Bauchschmerzen bekommt. Diese Welt bedingt auch das Wesen des Menschen, sich als Ergebnis der Evolution an die Natur angepasst hat, bevor er seine eigene Welt schuf. Deshalb unterschätzt er die langfristige Sicht, ist dumm und führt Kriege. Er ist zwar ein Gruppentier, bleibt jedoch grundsätzlich Egoist. Er passt bedingungslos an. Er fügt sich in sein Schicksal und geht mehr gebückt als aufrecht durch das Elend dieser Welt. Er ist ungerecht, da Gerechtigkeit nur bedingt das Überleben fördert. Er ist von Natur aus getrimmt, die Verdorbenheit der Welt zu ignorieren oder nicht zu erkennen. Nur so ist ein Überleben möglich. Doch er sollte sich darüber erheben und die Welt sehen, wie sie ist. Er sollte die Dinge beim Namen nennen. Und sich nichts mehr gefallen lassen. Doch er erhebt sich tatsächlich auch über seine Natur und denkt selbstständig. Wie ist es angesichts seiner Vernunft möglich, das Elend der Welt zu ertragen? Durch die Vergabe von Schuld: Am Elend der Welt sind nun andere Menschen schuld. Die Juden wurden für Missernten verantwortlich gemacht, der böse Blick der Nachbarin ist Schuld am Alterstod der Großmutter. Das Mittelalter ist nun vorbei, doch die Mechanismen in unserem Kopf sind die gleichen geblieben. Die Ausländer sind Schuld an der Arbeitslosigkeit, die Arbeitslosen sind schuld, dass ich Steuern zahlen muss, der Staat ist Schuld, dass es Arbeitslose gibt. So entsteht ein ganzes Gerüst aus „Zuständigkeiten“ für die Übel des Lebens. Stets sind es die anderen, die Schuld tragen, z.B. an einem militärischen Konflikt. Das zu einem Streit zwei gehören und dass Gewalt Gegengewalt auslöst, dass es schließlich zu einer Spirale der Gewalt kommt, erkennt der Betroffene nicht. Wann wird der Mensch endlich erkennen, dass er selbst der andere ist, dem er die Schuld an allem gibt? Und dass es in der Natur des Menschens liegt, Elend zu erzeugen und Konflikte zu schüren. Wohl nie, denn wer will sich schon über sein eigenes Denken erheben und über seinen Schatten springen? Schließlich lässt sich nur so diese Welt ertragen. Doch so wird es nie zu einem Ende kommen.

    ----------------

    Was haltet ihr von dem text? Hab ich im Inet gefunden..
     

  2. Anzeige
  3. #2 3. September 2006
    naja Seltsam meiner Meinung nach ist nicht die Welt sondern Der Mensch selber Schuld.
    Und weit mehr als der Hälfte der Weltbevölkerung geht es glaub ich net so gut aber he das Leben is geil...scheisstext^^
     
  4. #3 3. September 2006
    in vielen punkten weiter gedacht als die meisten, aber hier und da denkfehler.

    "Denn die Natur ist widerspenstig, unberechenbar, feindselig." = schwachsinn!

    "Er ist von Natur aus getrimmt, die Verdorbenheit der Welt zu ignorieren oder nicht zu erkennen." - die Verdorbenheit der Welt? Es ist nur allzu menschlich hinter jeder Handlung auch ein Motiv zu sehen, trifft aber nicht immer zu.

    - aber alles in allem ein tiefsinniger text. ich vermute der autor ist zwischen 16 und 25 jahren?!



    hier passend zum thema:

    “Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist Etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr gethan, ihn zu überwinden?

    Alle Wesen bisher schufen etwas über sich hinaus: und ihr wollt die Ebbe dieser grossen Flut sein und lieber noch zum Tiere zurückgehn, als den Menschen überwinden?

    Was ist der Affe für den Menschen? Ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham. Und ebendas soll der Mensch für den Übermenschen sein: ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham.

    Ihr habt den Weg vom Wurme zum Menschen gemacht, und Vieles ist in euch noch Wurm. Einst wart ihr Affen, und auch jetzt ist der Mensch mehr Affe, als irgend ein Affe.

    Wer aber der Weiseste von euch ist, der ist auch nur ein Zwiespalt und Zwitter von Pflanze und von Gespenst. Aber heisse ich euch zu Gespenstern oder Pflanzen werden?

    Seht, ich lehre euch den Übermenschen!

    Der Übermensch ist der Sinn der Erde. Euer Wille sage: der Übermensch sei der Sinn der Erde!

    Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt Denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden! Giftmischer sind es, ob sie es wissen oder nicht.

    Verächter des Lebens sind es, Absterbende und selber Vergiftete, deren die Erde müde ist: so mögen sie dahinfahren!

    Einst war der Frevel an Gott der grösste Frevel, aber Gott starb, und damit auch diese Frevelhaften. An der Erde zu freveln ist jetzt das Furchtbarste und die Eingeweide des Unerforschlichen höher zu achten, als der Sinn der Erde!

    Einst blickte die Seele verächtlich auf den Leib: und damals war diese Verachtung das Höchste:—sie wollte ihn mager, grässlich, verhungert. So dachte sie ihm und der Erde zu entschlüpfen.

    Oh diese Seele war selbst noch mager, grässlich und verhungert: und Grausamkeit war die Wollust dieser Seele!

    Aber auch ihr noch, meine Brüder, sprecht mir: was kündet euer Leib von eurer Seele? Ist eure Seele nicht Armuth und Schmutz und ein erbärmliches Behagen?

    Wahrlich, ein schmutziger Strom ist der Mensch. Man muss schon ein Meer sein, um einen schmutzigen Strom aufnehmen zu können, ohne unrein zu werden.

    Seht, ich lehre euch den Übermenschen: der ist diess Meer, in ihm kann eure grosse Verachtung untergehn.

    Was ist das Grösste, das ihr erleben könnt? Das ist die Stunde der grossen Verachtung. Die Stunde, in der euch auch euer Glück zum Ekel wird und ebenso eure Vernunft und eure Tugend.

    Die Stunde, wo ihr sagt: ‘Was liegt an meinem Glücke! Es ist Armuth und Schmutz, und ein erbärmliches Behagen. Aber mein Glück sollte das Dasein selber rechtfertigen!’

    Die Stunde, wo ihr sagt: ‘Was liegt an meiner Vernunft! Begehrt sie nach Wissen wie der Löwe nach seiner Nahrung? Sie ist Armuth und Schmutz und ein erbärmliches Behagen!’

    Die Stunde, wo ihr sagt: ‘Was liegt an meiner Tugend! Noch hat sie mich nicht rasen gemacht. Wie müde bin ich meines Guten und meines Bösen! Alles das ist Armuth und Schmutz und ein erbärmliches Behagen!’

    Die Stunde, wo ihr sagt: ‘Was liegt an meiner Gerechtigkeit! Ich sehe nicht, dass ich Gluth und Kohle wäre. Aber der Gerecht ist Gluth und Kohle!’

    Die Stunde, wo ihr sagt: ‘Was liegt an meinem Mitleiden! Ist nicht Mitleid das Kreuz, an das Der genagelt wird, der die Menschen liebt? Aber mein Mitleiden ist keine Kreuzigung.’

    Spracht ihr schon so? Schriet ihr schon so? Ach, dass ich euch schon so schreien gehört hatte!

    Nicht eure Sünde—eure Genügsamkeit schreit gen Himmel, euer Geiz selbst in eurer Sünde schreit gen Himmel!

    Wo ist doch der Blitz, der euch mit seiner Zunge lecke? Wo ist der Wahnsinn, mit dem ihr geimpft werden müsstet?

    Seht, ich lehre euch den Übermenschen: der ist dieser Blitz, der ist dieser Wahnsinn!”
     
  5. #4 8. September 2006
    AW: Zur Bewertung der Welt...

    das leben an sich so wie wir es kenne finde ch eh "sinnlos"
    man get zur schule um was gutes zu werden ( beruflich) und wenn man das geschafft hat doll hat man nen guten job und verdient gut supa..und dann wird man 85 und stirbt -.-
     
  6. #5 9. September 2006
    AW: Zur Bewertung der Welt...

    aber das leben is doch net sinnlos....dann musste was aus deinem leben machen
     
  7. #6 9. September 2006
    AW: Zur Bewertung der Welt...

    also der Text ist ziemlich gut geschrieben und tiefsinnig.Vorallem das mit dem Gerüst der zuständigkeiten ist sehr gut beschrieben und dargestellt.
    @Omaha
    wer hat den text verfasst ?
    @ Kaka
    das ist eine frage mit der sich so ziemlich alle seit menschengedenken beschäftigen und keiner hatt eine antwort , obwohl ich deine Antwort schon wirklich hart Persimistisch finde ^^
    Vllt ist es ja das gerade eine unglaublich mächtige Kreatur eine art Sims mit uns spielt ohne das wir es merken , denn das Universum ist ziemlich groß ^^

    mfg BseSau
     
  8. #7 10. September 2006
    AW: Zur Bewertung der Welt...

    Tiefsinnig ... naja geht so
    Naja vllt n bisschen ...



    GReCc0
     
  9. #8 11. September 2006
    AW: Zur Bewertung der Welt...

    Sehr philosophisch der Text. Gefällt mir. Er macht ganz deutlich wie Abhängig Gegensätze von einander sind. Denn woher wissen wir denn wirklich was Gut und was Böse ist? Könne wir das denn überhaupt entscheiden? Haben wir überhaupt einen freien Willen? Das sind alles Fragen, die man nicht beantworten kann. Aber was man sagen kann:

    Ohne etwas Böses kann es nichts Gutes geben. Denn woher wollen wir denn wissen was Gut ist, wenn wir nicht wissen was schlecht ist? So ist es mit allen Gegensätzen. Ohne Kälte keine Wärme; ohne Feuchtigkeit keine Trockenheit,... usw. Ich bin fest überzeugt, dass es auch dafür ein Naturgesetz gibt, das wir nur noch nicht kennen. Auf jede Aktion erfolgt eine Reaktion. Soviel wissen wir. Ob eine Aktion/Reaktion etwas Gutes zur Folge hat, ist relativ. Denn es hängt auch immer von der Person ab, die dies beurteilt. Wenn man sich z.B. um einen Ausbildungsplatz bewirbt und jemand anderes den Platz bekommt, ist die Reaktion dann gut oder schlecht? Könnte jetzt noch anfangen über den Determinismus zu philosophieren, aber das erspar ich mir, da hier wahrscheinlich nur wenige Leute sind, die sich für sowas interessieren... ;)

    Und zum Sinn des Lebens: Das ist auch relativ. Für mich ist es der Fortschritt der Menschheit (im weitesten Sinne). Aber das wiederum führt zur Frage warum gibt es denn überhaupt Menschen, Natur, die Erde und das Universum?

    MFG
    Pacman
     

  10. Videos zum Thema
Die Seite wird geladen...