Analyse und Spekulationen 2018

Dieses Thema im Forum "Finanzen & Versicherung" wurde erstellt von raid-rush, 20. Januar 2018 .

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  1. #1 20. Januar 2018
    Ich dachte mir ein Thread wo jeder seine Vermutungen und Analysen oder seine eigenen Spekulationen posten kann, wäre doch ganz witzig.

    Möglicherweise findet der eine oder andere ja Zustimmung bei seiner eigenen Vermutung oder Anregungen zum Spekulieren.

    Hintergrund ist, die zunehmende Inflation (in DE) bei langfristig anhaltenden Niedrigzinsen. Wer sein Geld nicht in Konsum verjubeln will und von seinem Ersparten noch etwas Rendite verpassen will mit höherem Risiko der wird sicherlich die ein oder andere kleine Spekulation wagen. (Trend ist ja derzeit Spekulation mit Kryptowährungen)

    Hier wollte ich eher eure Spekulation und Meinungen hören bezüglich des Realgeld-Marktes.

    Ich beginne mal mit einer Analyse und Spekulation zum Türkisch Lira.

    Der TL (Türkische Lira) Kurs ist derzeit sehr niedrig, man bekommt ca 4,6 TL für einen Euro auch im USD hat die Lira die letzten 3 Jahre stark verloren. Vor allem die letzten politischen Konflikte in der Türkei und der Syrienkrieg haben die Währung geschwächt. Folgen waren ein Rückgang des Tourismus und eine Entfernung von der EU - welche wichtigster Handelspartner ist. Die Türkei will seit Jahren in den EU-Markt eintreten, kann aber aufgrund zu grober politischer Differenzen keine Kompromissbereitschaft erzielen.

    Doch nun scheint wieder Bewegung zu kommen. Die Türkei schlägt plötzlich versöhnliche Töne an und will sich der EU annähern, zugleich bietet die EU auch ein Spitzentreffen an. Denn auch die EU sieht in der Türkei für die Zukunft einen guten Handelspartner.

    Derzeit profitiert die türkische Wirtschaft von dem günstigen TL, denn Produkte aus der Türkei sind im Euroraum extrem günstig ebenso der Urlaub. Das zeigt sich auch im Wirtschaftswachstum. Die Türkei gibt ein Wachstum von 7-10% an, reale Schätzungen liegen bei etwa 5-6%. Immerhin ordentlich mehr als im EU-Raum.

    Da die Türkisch Lira unter Abwertungsdruck steht sind die Zinsen auch recht hoch bei 8% und die Inflation bei etwa 11%.

    Meine Spekulation ist, dass der Türkisch Lira möglicherweise durch die erneute Annäherung an die EU und der sehr günstigen Währung wieder für Investoren interessant wird und die Währung sich stabilisiert. Das bedeutet, eine Verzinste TL Anlage wirft etwa 7% ab und die Spekulation ist, dass der TRY-EUR Kurs stabiler bleibt bzw weniger als 7% absinkt.

    Das Verlustrisiko ist überschaubar, der Euro könnte auf 5 Türkisch Lira steigen und die Rendite auf 0 sinken. Wenn die Inflation weiter stark bleibt, sind auch Verluste von 4% aufwärts möglich.

    Ich würde auch davon ausgehen das die EZB ihre Wertpapierkäufe noch nicht aufgibt um dem derzeit stark anziehenden Eurokurs nicht weiter zu fördern (was schlecht für die EU-Exportwirtschaft ist und für die EU-Inflationsrate) Ich gehe davon aus das die Wertpapierkäufe und die Null-Zinsen weiterhin bestehen bleiben.

    Sollten diese Kriterien nicht zutreffen, ist ein Verkauf der Türkisch Lira empfehlenswert.

    Daher die Spekulation: jetzt Türkisch Lira kaufen. Verkaufsziel entweder Herbst oder je nach Urlaubstrend Sommer. Unvorhersehbare politische Irritationen (wie eine Eskalation in Nordsyrien mit den Kurden) bleiben auch ein Risiko, das ich aber als weniger relevant für den Lira Kurs einstufe.

    Bin gespannt auf eure Meinungen/Spekulationen.
     

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  3. #2 9. Februar 2018
    Die US Börsen kommen mit der anziehenden Inflation nicht klar, weil die FED ihre Leitzinsen erhöhen müssten... der Crash macht das natürlich fraglich, was tun um die Inflation zu dämpfen? Logisch der Ölpreis muss wieder runter.

    Vermutlich wird bei dem Öl aus Fracking ausversehn Öl aus Saudi-Arabien untergemischt, unsichtbare Geister-Tanker :D ... Die Ergiebigkeit der Fördermethode ist zweifelhaft.
     
  4. #3 9. Februar 2018
    Er ist schon ziemlich weit unten. So weit das sich Fracking allgemein nicht lohnt. Über mehrer Jahre war Brent bei 100-120$, jetzt ist es gerade mal die Hälfte. Die Inflation in den USA liegt im Mittel der letzten 10 Jahre...
     
    raid-rush gefällt das.
  5. #4 9. Februar 2018
    Zuletzt bearbeitet: 9. Februar 2018
    Derzeit geht der wohl runter weil man dem Markt noch nicht traut... war 2008 auch so. Ist halt die Frage wie weit :/ noch mal 10% runter wäre schon heftig. Aber man kann es Kalkulieren.

    Die Aktien gehen so weit runter bis die Rendite im Kursverhältnis wieder höher liegt als die vermutete Inflation und der parallel dazu angestrebten Leitzinsen bzw Anleihenrendite.

    Wer für die Rente anlegt braucht sich keine Sorgen machen... in 1 Jahr sind die Kurse wieder oben. Gibt quasi keine andere Option auf Rendite weil zu viel Geld im Umlauf ist. Alternativ umschichten in US-Anleihen, das werden sicher momentan viele Banken machen. Ein weiterer Grund für die "Gewinnmitnahme".

    Der DAX wird die 11.500 vermutlich nicht unterschreiten. Dann werden die angehäuften Liquiditäten der Skeptiker wohl fließen, hat Warren Buffet auch gemacht, dem war klar das die niedrige Gesamtrendite Sprengstoff ist.

    Ich bin immer zu feige zu verkaufen ^^ also muss ich warten :(

    Falls diverse Banken wieder mal in Geldnot kommen, die Zentralbank kauft ja weiterhin ein. Andere Option gibt es nicht um das Finanzsystem irgend wie am laufen zu halten. Ratlosigkeit ist Tagesordnung seit 10 Jahren.
     
  6. #5 12. Februar 2018
    Nach den Rücksetzern bietet sich eine Möglichkeit günstiger einzusteigen.
    Anlagezeitraum langfristig (> 5 Jahre) zb als Zusatz für Rente, bietet sich an DWS Deutschland und ISHARES MSCI WORLD UCITS ETF
    Wer eine höhere Rendite möchte und sich die Verwaltungs-Gebühren sparen will, könnte Siemens und VW Aktien beimischen.

    Die Anleihenrendite bzw Leitzinsen werden meiner Ansicht nach die Inflation mindestens 10 Jahre lang nicht mehr übersteigen. Bedeutet im Umkehrschluss, das Aktien trotz weniger Dividendenrendite weiter gefragt sind zumindest so lange die Gesamtrendite doppelt so hoch wie die Inflation ist.
     
  7. #6 14. Februar 2018
    Wieso denn DWS Deutschland??? Der schlägt zwar den DAX, aber immer noch wenn man pro Jahr 1,4% Verwlatungsgebühr abzieht? Und als Kombi zum MSCI World eignet er sich auch nicht, da du Deutsche Konzerne schon im MSCI World mit drin hast....

    Wenn dann MSCI World + MSCI Emerging Markets in 70/30 Mischung, oder nur den MSCI ACWI. Letzteren gibt es in kleiner Abwandlung auch als Ausschütter von Vanguard.
     
  8. #7 14. Februar 2018
    Zuletzt bearbeitet: 15. Februar 2018
    Weil die Deutsche Wirtschaft robust ist und deutlich weniger aufgebläht ist als die US Aktien momentan. Beim MSCI World ist gefühlt 50% US(D)-Aktien drin. Die Zinswende sowie die Kursschwankungen zum Dollar könnten also die Entwicklung abschwächen. Praktisch wird das nicht so viel unterschied machen, ist halt eine leicht defensivere Variante.

    Der Weltgrößte Hedgefonds, Bridgewater hat fast 15 Milliarden USD Short positionen gegen Deutsche Firmen aufgebaut, gezielt um bei einem US-Börsen Krach Druck auf europäische Aktien gleichermaßen aus zu üben und anschließend günstig Unternehmen zu übernehmen. Ob denen das gelingt ist fraglich, allerdings zeigt das schon wie dreist das Finanzsystem ist. Um so interessanter ist das deren Manager Ray Dalio noch vor Wochen propagiert hat, "wer jetzt nicht investiert ist, wird sich dumm vorkommen" und behauptet wie viel Luft nach oben ist in den Aktienmärkten. Eine gezielte Motivation um die Kurse dann zum Platzen zu bringen?

    Momentan gibt es einige begründete Vorwürfe zur Manipulation am Volatilitätsindex welcher den letzten "kleinen Crash" ausgelöst haben soll.

    Schon krank das so was nicht wirklich Verboten ist... man kann ohne legitime Begründung Shortpositionen aufbauen und durch simple Verkäufe und Indexmanipulationen einen Crash auslösen, vorausgesetzt genug Kapital bzw Aktien. Den Rest erledigen die Tradealgos welche in Millisekunden alles Abstoßen um Verluste zu verringern bzw bevor es überhaupt Verluste gibt, wer zu spät verkauft hat verloren und das sind die Privatanleger und die Fonds wo wiederum Renten und Institutionelle Anleger ihr Geld liegen haben.

    Die FED muss ihre Zinserhöhungen verschieben und weniger als geplant ansetzen für dieses Jahr. Vor allem die US-Anleihen Rendite darf nicht zu stark steigen, derzeit ist der USD zu günstig und ein Aufwerten(+~2%) in Kombination zur Anleihenrendite (>2,5%) würde viel Kapital aus den Märkten dahin verschieben, weil die Aktienrendite nicht höher ist und deutliche höhere Risiken birgt als die Anleihe.

    Möglicherweise hat der Hedefonds auch recht, dann wäre deine Einschätzung auch besser den MSCI zu nehmen als DWS Deutschland, weil die FED ggf. keine Zinserhöhung durchführt bzw verschiebt und damit der Euro weiter aufwertet was für DE-Aktien schlecht ist.

    Oder die FED erhöht die Zinsen und löst einen weiteren Rutsch aus, der sich auch auf Deutsche Aktien auswirkt, weil wieder Geld abgezogen und in Anleihen gesteckt wird.

    Wenn man es so sieht, ist das eine ziemlich "sichere" Wette die Bridgewater da aufbaut. Gefährlich wenn das Nachahmer und Mitmacher findet.


    Um ein weiteres verschieben der Zinserhöhung zu rechtfertigen darf die US-Inflation nicht weiter steigen. Das geht ganz einfach in dem der Ölpreis gesenkt wird, dadurch wird ggf. auch die Arbeitslosenstatistik etwas gedämpft was ebenfalls ein Argument ist die Zinswende zu bremsen ohne dabei Glaubwürdigkeit bzw Vertrauen in die Finanzstabilität verloren geht.
     
  9. #8 21. Februar 2018
    Bridgewater baut mehr und mehr Leerverkaufspositionen auf (mittlerweile 22 Milliarden), bei führenden deutschen Aktiengesellschaften ebenso wie bei Aktiengesellschaften in Frankreich, Spanien, den Niederlanden und Italien. Hierbei setzt er unter anderem stark auf Kursverluste von Bankaktien.

    Meine Spekulation zum TRY muss ich pausieren, die Türkei ist in ihrem Vorhaben bisher weniger effizient und birgt höhere Risiken als vermutet. Sollte die Operation Erfolge vermelden und die Lage beruhigt sich, aktiviert sich meine Spekulation auf Stabilisierung der Türkischen Lira. Auch wenn der Kurs trotz der Lage sehr stabil blieb, würde derzeit keine Kaufempfehlung geben.
     

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