FED/EZB Leitzins Anpassungen

Dieses Thema im Forum "Finanzen & Versicherung" wurde erstellt von raid-rush, 28. Oktober 2015 .

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  1. #26 28. Februar 2020
    Zuletzt bearbeitet: 28. Februar 2020
    In erster Linie profitiert Niemand davon. Die geringsten Verluste hat die bürgerliche Gesundheit und alle die kein Kapital besitzen oder Schulden haben. Ob das Klima davon Profitiert ist fraglich, denn die Folgen sind sinkende Ölpreise und Wachstumshilfe welche die Entwicklung zu mehr Innovation bremst.
    Ein Bevölkerungsrückgang ist natürlich wiederum Klima freundlich, doch ob das Nachhaltig ist darf in Frage gestellt werden.

    Letztendlich fallen "die von oben" zwar tiefer, landen aber weicher... wer schon am Boden liegt, der versumpft, auch wenn er wenig zu verlieren hatte. Von daher ist Profitieren und Verlieren immer relativ zu sehen.

    Für mich stellt sich nicht die frage wer jetzt davon Profitiert, sondern wer hat in der Vergangenheit abkassiert und blind die eigentlich absehbaren Folgen in kauf genommen.

    Die Globalisierung wurde ausgebeutet und ausgesaugt ohne Rücksicht auf die Zukunft. Die Gier war und ist so groß, das man absehbare Katastrophen immer und immer wieder billigend in Kauf nimmt. Und letztendlich hat jeder auch ein Stück dazu beigetragen der von der Wohlstandsparty etwas ab haben wollte und das erfüllte Konsumbedürfnis als politische Grundlage gewählt hat.

    Die verleugneten Schatten werden im vorgehaltenem Spiegel deutlicher sichtbar, wo Gold glänzt fällt auch Schatten. Die Zwerge haben so tief und gierig geschürft, dass sie einen Dämonen geweckt haben, den sie jetzt nicht mehr los werden.

    Es ist ein Trugschluss zu glauben, das wir Zivilisiert sind und vor dem Untergang verschont bleiben. Der Technologische Fortschritt täuscht über die weiterhin niedrige Weisheit und Vernunft der breiten Masse hinweg.
     
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  3. #27 9. März 2020
    Zuletzt bearbeitet: 10. März 2020
    Die EZB muss genau überlegen wie sie vorgeht, Zinssenkungen sind womöglich nicht unbedingt das Mittel was noch Effektiv wirkt. Negativzinsen könnten die Banken noch weiter belasten. Ich denke, dass ein Kaufprogramm (Quantitative Lockerung "QE") das sinnvollere Mittel ist.

    Die Staaten werden viele neue Schulden aufnehmen müssen um die Wirtschaft zu stabilisieren und damit die die Staatsanleihen nicht zu hohe Zinsen zahlen müssen, muss die EZB diese direkt kaufen um die Anleihenrendite niedrig zu halten, da sonst der Aktienmarkt weiter belastet würde.

    Das was jetzt nötig ist, ist also ein Zusammenspiel von staatlichem Investitionsprogramm und Zentralbank-Käufe welche diese Schuldverschreibungen vom Markt tilgen um zu verhindern, dass Liquidität in diese "sicheren" Anlagen gebunden wird. Auch der Goldpreis sollte möglichst hoch eingestellt bleiben, da das verhindert, das dort Investiert wird. Die Renditen am Aktienmarkt sind durch den Crash enorm gestiegen, aber die Unsicherheit über die Zukunft lässt Anleger zögern. Damit die Aussichten besser werden, muss es also entsprechende Ankündigungen geben von Staaten und EZB.

    Die EU muss ihre Schuldengrenzen außer kraft setzen. Die EZB wird womöglich Einlagenzinsen weiter Senken und Anleihen kaufen um hier die Renditen zu drücken, so bleibt dem Kapital nur noch die Option der Investition.

    Die hohen Immobilienpreise entziehen dem Markt Kapital, da viele neue Eigentümer hohe Kreditlasten tragen, welche andere Anschaffungen verzögern oder verhindern (z.B PKW/Urlaub Klimakiller und Co). Es ist daher essentiell, die Immobilienpreise ebenso wie die Mieten zu bremsen, so verhindert man, das zu viel Geld in Beton gebunden wird. Der Staat muss dafür sorgen das genug sinnvoller Baugrund zu realistischen Preisen freigegeben wird und bebaut wird. Grundstücksspekulationen müssen gesetzlich verhindert werden.

    Das Ankaufprogramm der EZB sollte mindestens 50 Milliarden EUR im Monat betragen - ohne Zusammenspiel von Investitionspaketen der Staaten wird das allerdings nicht funktionieren, weil gar nicht genügend Anleihen da sind. Dann würde die EZB wohl notfalls Aktien kaufen müssen.

    Der niedrige Ölpreis wird die Inflation stark drücken, ggf. erleiden wir sogar eine Deflation, durch die gesunkene Konsumlaune.



    "In Hongkong griff Finanzminister Paul Chan diese Woche bei der Krisenbekämpfung bereits zu einem ungewöhnlichen Mittel: Helikoptergeld. Jeder Bürger der chinesischen Sonderverwaltungszone erhält umgerechnet fast 1200 Euro in bar."
     
  4. #28 30. März 2020 um 00:36 Uhr
    Meinem Gefühl nach, begreifen wohl immer mehr die Auswirkungen der Viruskrise und die starken Maßnahmen der Zentralbanken schaffen kein Vertrauen. Letztendlich werden die Währungen eine Selbstfinanzierung betreiben. Die Banken werden wohl Reihenweise "verstaatlicht" denn die Absicherungen wie Hypotheken sinken im Wert ebenso wie die Anleihen. Die Zentralbaken müssen einen extrem extremen Ankauf starten der letztendlich alles aufkauft was am Markt ist und nicht nur neue Schuldverschreibungen sondern alle im Umlauf. Nur so lässt sich das Bankensystem noch stabilisieren.

    Ich befürchte schlimmes und könnte mir vorstellen, dass viele Banken und Börsen morgen nicht öffnen werden, weil der Crash wohl noch nicht vorbei ist. Denn die Viruspandemie fängt jetzt erst richtig an... und bisher gibt es keinerlei Lösungen.

    Europa und die USA haben den Nachteil der Demokratie, dass sie sehr lasch und zögerlich sind mit Maßnahmen sind. Die Krise wird also viel viel länger und schwerer verlaufen als in China oder in Ländern mit sensibilisierter Bevölkerung die gehorsam ist und ggf. vernünftig.
     
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  5. #29 30. März 2020 um 10:57 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 30. März 2020 um 12:27 Uhr
    Wird dadurch der Euro kaputt gehen bzw massiv an Wert verlieren ?
    Sorry, das ich die Frage nochmal Stelle.

    1929, war der Crash über Nacht gekommen.
    Weimarer Republik: Die Hyperinflation von 1923
     
  6. #30 30. März 2020 um 12:36 Uhr
    Also an Wert wird der Euro nicht mehr verlieren als andere Währungen auch, da alle Regierungen auf der Welt die gleiche Geldpolitik fahren. Der Euro ist sogar relativ stärker geworden zu vielen Währungen der Schwellenländer, weil diese unter den Wirtschaftlichen folgen weit mehr leiden werden. Der Euro an sich, wird seinen Wert also nicht verlieren gegenüber anderen Währungen. Von einem "Scheitern" spricht man, wenn Beispielsweise Länder aus dem Euroraum gehen müssen weil sie es wirtschaftlich nicht mehr vertragen eine so starke Währung zu haben. Der Euro wird deshalb als Währung weiter bestehen nur eben mit dem bitteren Beigeschmack, das weitere zu "schwache" Länder gehen. Der Euro hat sich ja als Ziel gesetzt Europa weiter zu verbinden. Es geht also gar nicht um den Euro sondern um die Idee dahinter. Als Währung wird der Euro ganz normal weiter bestehen, denn die Mechanismen sind die selben.

    Eine Inflation gibt es heutzutage kaum noch, aus mehreren Gründen: Der Ölpreis der Grundlage für fast alle Endprodukte und Transporte ist, sinkt entsprechend stark und verbilligt damit alles mögliche. Fast überall wird Energie gebraucht für jedes Produkt für alle Transporte und ein niedriger Ölpreis drückt die Inflation stark.

    In der Vergangenheit war es genau das Gegenteilige Problem, der Ölpreis war hoch weil es eine Knappheit gab und damit ist gleichzeitig die Inflation hoch gegangen.

    Heute muss man eher befürchten das es eine Deflation gibt. Denn die Produktivität ist sehr stark gestiegen, es stehen Waren auf der Halte in Lagern und warten nur darauf endlich gekauft zu werden. Es gibt eine regelrechte Preisschlacht von tausenden von Herstellern wer sein Produkt noch verkaufen kann. Alles im Überfluss, vom Auto bis zum Kühlschrank.

    Das einzige was die Inflation in den letzten Jahren überhaupt erhalten hat, waren die steigenden Kosten für Strom und die Mieten. Also die Immobilienpreise und die EEG Umlage waren Hauptfaktor für die Inflation. Die Waren und Produkte im Gegenteil dazu sind immer billiger geworden.

    Auch Lebensmittel sind Jahrelang immer billiger geworden, werden jetzt aber wieder etwas teurer, weil mehr Wert auf Umwelt und Natur gelegt wird und die Produktion von BIO/ÖKO ist eben aufwendiger und damit auch etwas teurer. Trotzdem ist der Preisanstieg in Summe zu vernachlässigen.

    Die Inflation sagt generell auch nichts über die reale Kaufkraft aus, denn nur weil Preise sich erhöhen wird es nicht real teurer sondern das hängt auch mit dem Einkommen zusammen das ebenfalls Jahr für Jahr steigt. Eine echte Inflation hat man also nur dann, wenn die Löhne langsamer steigen als die Preise. Die Differenz daraus ist also der eigentlich relevante Wert.

    Seit über 10 Jahren Drucken die Banken Weltweit Unmengen an Geld zu Nullzinsen und die Inflation bewegt sich kaum. Weil einfach die Produktion so stark ist, das wir das Gegenteilige Problem haben, das keiner mehr noch mehr kaufen kann.

    Eine Inflation gibt es erst dann, wenn wichtige Grundstoffe für die Konsumprodukte teuer oder knapp werden. Also wenn Energie teuer wird bzw Öl. Oder wenn Landfläche falsch genutzt wird.

    Hauptfaktoren für Inflation sind immer - Grundfläche also Wohnraum und Energie sowie Wasser.
    Wasser ist auch ein wichtiger Faktor für viele Industrien, wenn da ein Problem gibt, wird vieles teurer ebenso wie bei Öl.
    Alles andere was früher die Inflation getrieben hat, ist heute aufgrund der billigen Massenproduktion kaum noch relevant.

    Ein weiterer Faktor der die Inflation natürlich treiben kann, sind Steuererhöhungen. Aber das ist in der jetzigen Lage undenkbar.
    Genau das Gegenteil wird der Fall sein. Steuersenkungen sind vermutlich ein Mittel um die Belastung zu reduzieren.
     
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  7. #31 30. März 2020 um 14:34 Uhr
    Sehr aufschlussreich! Ok, dann wäre die letzte Frage noch, was passieren wird, wenn der Crash kommt. Viele Rentner, ob klein oder Großanleger, werden nun auch dazu genötigt, ihr Geld an der Börse anzulegen. Zuvor war es auch relativ stabil und man konnte über Jahre hinweg was dazu verdienen. Nun ist ein unsicheres Gefühl dabei. Sollte man vor dem Crash nicht lieber in Gold investieren, um sich abzusichern und erst danach wieder an die Börse gehn? Wie sicher ist der Dax noch?
     
  8. #32 30. März 2020 um 17:01 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 30. März 2020 um 17:20 Uhr
    Der Sektor Versicherungen/Renten hat ohnehin ein großes Problem. Für Renter ist das kein Thema mehr, sie brauchen das Geld ja jetzt weil sie in Rente gehen oder sind, für die ist der Crash ganz schlecht. Für die jüngeren die jetzt erst für die Rente anfangen zu sparen, ist das ja ein günstiger Zeitpunkt.

    Die Versicherungen werden vermutlich viel weniger Auszahlen können als es berechnet wurde, das trifft alle Privaten Vorsorgen. Ich frage mich auch, ob Krankenversicherer genug Polster haben, weil die Kosten im Gesundheitsbereich stiegen ja stark an und jetzt erst recht.

    Der größte Teil vom Crash ist schon passiert, der DAX zumindest ist bis auf den Buchwert geschrumpft gewesen. Das heißt die, die Unternehmen und deren Grundstücke und Maschinen und Kapital entspricht dem Kurswert.

    Gold ist eine Notfall Absicherung für die Rente. Als "Investition" ist es weniger geeignet, höchstens zum Spekulieren. Die Goldpreise schwanken stark, durch das Virtuell gehandelte Gold in ETF. Die reale Goldnachfrage ist eine andere. (Schmuck macht einen Großteil der Nachfrage aus, und jetzt kauft keiner Schmuck...) Der Goldpreis steigt dann wenn auch Aktien und Anleihen steigen, weil sie parallel als Absicherung dienen sollen und weil gleichzeitig die Renditen abnehmen je höher die Kurse sind, was dann Gold attraktiver macht.

    Zudem ist es gewollt und wichtig, das der Goldpreis sehr hoch ist. Denn so wird verhindert das Kapital dort hin fließt, weil einfach zu teuer. Es soll ja in Konsum und Unternehmen investiert werden, das ist ja was die Zentralbank erreichen will. Ein niedriger Goldpreis wäre absolut tödlich für die Wirtschaft, weil dann jeder Gold kauft und somit weniger Kapital hat für Konsum und Aktien. Den hohen Goldpreis erreicht man, weil Zentralbanken tausende von Tonnen Gold bunkern und quasi dem Angebots-Markt entziehen, das erhöht natürlich den Preis durch künstliche Verknappung.

    Bei einem Crash wird sowohl das ETF-Gold als auch die Wertpapiere verkauft deshalb fallen dann alle Kurse. Das spielt für physikalisches Gold kaum eine rolle, weil damit handelt man nicht sondern das ist gebundenes "totes" Kapital was wie ein Betonfundament liegt und wartet und hoffentlich nie gebraucht wird. Deshalb haben Investoren und Banken in der Regel wenig Gold, sie verdienen mit dem Handel und Investieren eher in produktive Dinge, so wurden auch die Reichtümer immer größer.
    Den teuren Lager Aufwand für Gold überlassen die den Bundes- und Landesbanken, bei denen Verluste ohnehin normal sind.

    Abgesehen davon, kaufen die meisten nicht viel Gold, weil sie sich das gar nicht leisten können, außerdem werden sie in der Krise Geld brauchen um sich etwas zu kaufen, sie werden also mit Gold nur Verluste machen weil sie es wieder verkaufen müssen und der Händler jedes mal verdient.

    Außerdem wenn es mal keine Währung gäbe und alles in Gold gehandelt würde, dann haben die meisten davon so wenig, dass es auch kaum noch Kaufkraft hat, weil die die viel haben den Preis bestimmen und alles kaufen können. Quasi bestimmt dann der Reiche, wie viel Brot kostet, weil er kauft sich das einfach für 1 Unze... und der Arme schaut blöd drein weil er sich trotz Gold nichts leisten kann, weil die Preise einfach explodieren.
    Oder um es genau zu sagen, es wird sich am Verhältnis von Arm zu Reich nichts ändern - weil der Besitzt von Gold genauso proportional ist und damit die Kaufkraft.

    Wer 20 Jahre Aktien gekauft hat, der hat viel mehr Kapital angehäuft als jemand der 20 Jahre Gold gekauft hat... selbst nach einem Crash. Weil er 20 Jahre lang Dividenden und Renditen eingefahren hat, während Gold lediglich einen Inflationsausgleich geboten hat.

    Letztendlich muss man ohnehin davon ausgehen das es nach dem Crash weiter geht, weil wenn nicht, dann bringt mir mein Gold auch nichts... die Wirtschaft ist Grundlage des Lebens. Ohne Essen und Strom und Dach werde ich nicht überleben und das Gold ist ganz schnell aufgebraucht. Was Menschen also brauchen ist Arbeit und Ware/Produkte und die entstehen durch Unternehmen die Produzieren und nicht durch Gold. Es gibt also nur einen Weg, den das es wieder weiter geht oder alle werden untergehen und dann hilft mir Gold auch nichts.

    So blöd das klingt, also entweder die Wirtschaft läuft wieder an, oder mein Geld und Gold ist ebenfalls nutzlos... es gibt also keinen sicheren Hafen, außer körperliche Gesundheit und Verstand.
     

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