[Fortsetzung] World of Warcraft - Quo vadis WoW? Jetzt spricht der Profi

Dieses Thema im Forum "PC & Konsolen Spiele" wurde erstellt von K!askedate, 10. Juni 2007 .

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  1. #1 10. Juni 2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. April 2017
    In der ersten Folge der Serie "Quo vadis WoW?" wurde mit einer Neueinsteigern gesprochen. Nun kommt im zweiten Teil ins Gespräch mit einem Profi.

    (Erster Teil: World of Warcraft - Quo vadis WoW? Blizzards Machwerk in der Kritik - RR:Board)



    Vor knapp drei Monaten feierte das Online-Rollenspiel World of WarCraft hier zu Lande seinen zweiten Geburtstag. Seit dem Start von Blizzards ambitioniertem Projekt, loggen sich weltweit über 8,5 Millionen Menschen auf die Server ein, um Abenteuer im Fantasy-Reich Azeroth zu erleben. Eine solche Zahl ist zweifelsohne sehr beeindruckend und scheint die allgemeine Zufriedenheit und Euphorie rund um World of WarCraft auszudrücken.

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    World of Warcraft - immer noch ein riesen Spaß für Millionen Spieler?

    Doch in den Foren der offiziellen Website sowie zahlreichen Fansites wird die Kritik am Spiel sowie den Entwicklern von Blizzard Entertainment immer lauter. Noch immer strapazieren beispielsweise Hardware-Probleme und lange Serverwartungszeiten die Nerven der Fans. Auf den ersten Blick unfaire Änderungen der Spielklassen, willkürlich erscheinende Auf- und Abwertungen von zuvor mühsam erkämpften Ausrüstungsgegenständen und allgemeine Balancingprobleme sind nur einige Beispiele, die zur Zeit für Diskussionen sorgen. Einige Kritikpunkte kamen nicht erst mit der Veröffentlichung des Add-ons Burning Crusade auf, wurden teilweise aber dadurch verstärkt.

    Wir wollen an dieser Stelle jedoch nicht detailliert in die Kritik gehen, sondern wollen die derzeitige Situation viel lieber aus dem Blickwinkel verschiedener Spielergruppen betrachten. Daher haben wir uns quasi "unter das Volk gemischt" und lassen die Fans persönlich zu Wort kommen. Vor etwas mehr als einer Wochen haben wir die Impressionen einer Einsteigering eingefangen. Doch was ist mit den Hardcore-Spielern, die sich Tag für Tag mehrere Stunden lang durch Instanzen kämpfen und bereits seit Beginn von World of WarCraft durch die Landstriche von Azeroth streifen? Wir haben uns einen dieser "Profis" zur Brust genommen und seine Eindrücke zum aktuellen Status von World of WarCraft in Erfahrung gebracht – mit einiger Kritik gegenüber Blizzard Entertainment. Lest am besten selbst.

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    Die Kritik häuft sich, doch Blizzard versteht es weiterhin, die Spieler in Azeroth zu fesseln.

    OnlineWelten: Magst du dich zu Beginn kurz vorstellen?

    Holger: Hallo, mein Name ist Holger. Ich bin 35 Jahre alt und gehöre damit quasi schon zu den "Opis" in WoW. Da aber Computerspiele schon immer mein größtes Hobby waren, werde ich wohl niemals damit aufhören.... zumindest wenn die Zeit es zulässt. Hobbys sind neben WoW etwas Mountain Biken im Sommer, Tischtennis und Musik. Im Auto, zu Hause und auch beim Zocken läuft eigentlich immer eine ordentliche Metal-Scheibe ;)

    OnlineWelten: Seit wann spielst du nun WoW? Wie hat es angefangen?

    Holger: Ich spiele WoW seit dem ersten Tag. Eigentlich dachte ich nicht, dass mich dieses Spiel fesseln könnte. Es war mein erstes MMORPG; vergleichbare Spiele davor waren z.B. Diablo. Am Anfang zog ich noch mit einigen Real Life-Freunden durch Azeroth, doch schnell trafen wir andere Spieler, mit denen ich dann im Verlauf der Zeit engere Kontakte aufgebaut habe. Daraus entstand dann die erste Gilde: wir waren ein kleines Team aber immer lustig drauf und hatten viel Spaß zusammen. So ging es dann bis etwa Level 55 voran. Damit näherten wir uns so langsam aber sicher dem so genannten "End Game Content" und dieser ließ sich nicht mehr mit unserer kleinen Truppe bewältigen. Beim Furbolgfarmen in Felwood traf ich mehrere Tage hintereinander einen Nachtelfen-Priester, der meinen Magier gerne als "Wasserautomat" missbrauchte. Im Chat ergab sich eine nette Konversation. Schließlich schleppte er mich in eine Gilde, die auch gerade anfing sich in den kleineren Instanzen die Hörner abzustoßen. Mittlerweile bin ich jedoch bei einer anderen Gilde, was jedoch am Spaßprinzip nicht viel geändert hat,

    OnlineWelten: Nach so langer Zeit stellt sich die Frage nach deiner Motivation für WoW? Was hält dich noch im Spiel?

    Holger: Eine gute Frage, die gar nicht mal so leicht zu beantworten ist. Einer der Hauptgründe ist aber wohl der bisher investierte Zeitaufwand. Ich spiele in einer der Top 2-Gilden unseres Servers und wir nehmen täglich den so genannten Highend-Content des Spiels in Angriff. In meinem Charakter und der Gilde steckt dermaßen viel Arbeit, das man selbst in Frustmomenten zögert, diese "Leistung" einfach so hinzuschmeißen. Hinzu kommt natürlich die menschliche Aspekt: Ich habe einige nette Leute in World of WarCraft kennengelernt, mit denen ich auch über das Spiel hinaus Kontakt habe. Das wirft man nicht so ohne weiteres weg.

    OnlineWelten: Was geht dir zur Zeit am meisten auf die Nerven? Hat Burning Crusade die Situation verbessert oder verschlimmert?

    Holger: Hmmm... es hält sich fast die Waage. Vor Burning Crusade war der Farm- und Vorbereitungsaufwand innerhalb der Gilde enorm, bevor wir in einer der 40er-Instanzen gegangen sind. Rohstoffe für Tränke sammeln, Items farmen etc. Das ist aufgrund der neuen 25er-Grenze im Addon etwas besser geworden. Schwach ist hingegen der halbherzige Einbau neuer Fraktionen, die mit neuen Items für eine entsprechende Rufstufe locken. Allerdings gibt es meist nur ein einziges Item, was Highend-Spieler interessieren könnte – dafür lohnt sich der Farmaufwand kaum. Darüber hinaus ist meiner Meinung nach der PvP-Part in World of WarCraft noch immer nicht ausreichend. Andere Spiele machen das seit Jahren besser und bieten daher mehr Motivation.

    OnlineWelten: Was sollte Blizzard denn deiner Meinung schnellst möglich tun, um Profispieler in WoW zu halten?

    Holger: Nun ja, teilweise haben sie ja schon einige geändert. Das Raidverhalten hat sich seit Burning Crusade geändert. Eigentlich fing das teilweise schon in Naxxramas an: Die Encounter verlangen mittlerweile mehr Taktik und sind abwechslungsreicher in Szene gesetzt als noch vor einem Jahr. Diese Schiene sollte Blizzard auch in Zukunft weiter befahren, denn es bietet mehr Herausforderung. Und wie bereits gesagt: Der PvP-Part muss mehr zu bieten haben. Eine Erweiterung des Realmpools für verkürzte Wartezeiten wäre wünschenswert. Zudem haben Raid-Gilden derzeit kaum einen Grund, am PvP teilzunehmen. Die Belohnungen sind nicht besser als die Raid-Belohnungen, so dass es keinen Anreiz gibt. Warum nicht mal gildenorientiertes PvP? Guild Wars macht das prima, aber Blizzard liefert noch immer halbherziges PvP.

    OnlineWelten: Was konkret ist dein Vorwurf an Blizzard?

    Holger: Ein Vorwurf ist, dass nahezu alle Updates und Zusätze den Eindruck erwecken, dass sie im Vorfeld nicht ausreichend getestet wurden. Es gibt immer wieder – teilweise sogar immer noch – verbuggte Encounter. Raid-Gilden wie wir sind dann einfach hilflos, da sie nicht weiterkommen – ganz ohne eigenes Verschulden. Die Reaktionszeit von Blizzard lässt dabei zu wünschen übrig. Gruul war beispielsweise mehrere Wochen lang verbuggt, ohne dass etwas passiert ist. Da stimmt etwas mit der Kommunikation zwischen Community und Entwickler nicht. Das gilt übrigens
    auch in anderen Bereichen.

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    High Endgame Content bedeutet Raiden - doch verbuggte Encounter und aufkommende Langweile sorgen für Abwanderungsgedanken. OnlineWelten: Nun, es hält sich zwar in Grenzen, doch die Kritik am Spiel ist nicht zu überhören. Wirst du WoW den Rücken kehren?

    Holger: Schwer zu sagen. Es gibt einiges, was mich nach so langer Zeit nervt. Es ist prinzipiell immer das selbe Prozedere, aber daran kann Blizzard nicht mal etwas ändern. Wer etwas anderes sucht, sollte ein anderes Spiel suchen – klingt hart, ist aber meiner Meinung nach so. Großartige Innovationen wird es wohl leider nicht geben. Das Spielprinzip gefällt mir ja auch gut, doch es kommt verstärkt Frust und Langeweile auf. Die Alternativen gefallen zumindest mir derzeit nicht – also bleibe ich vorerst in Azeroth. Das könnte sich aber bald ändern: Mit Warhammer Online & Co. stehen einige interessante Titel an, die wohl viele Spieler von WoW wegziehen werden – inklusive mir. Blizzard muss sich daher einiges einfallen lassen, um die Spieler noch länger als 12 Monate binden zu können – da reicht auch ein schnödes Addon nicht mehr aus.
     

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