gelöschte Dateien/Partitionen wiederherstellen

Dieses Thema im Forum "Windows Tutorials" wurde erstellt von spotting, 15. Januar 2007 .

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  1. #1 15. Januar 2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. April 2017
    AW: spotting' - FAQ

    Defragmentierer, Daten speichern, löschen, gelöschte Dateien/Partitionen wiederherstellen, und was da sonst noch zugehört.

    Ausgangslage.

    Ich möchte verstehen, warum ich Defragmentieren muss, und was das überhaupt ist.

    Ich möchte meinen PC verkaufen. Jedoch möchte ich meine privaten Bewerbungsunterlagen nicht mitverkaufen. Wie kann ich den PC bereinigen, dass der Käufer nicht auf die Daten zugreifen kann?

    Ich habe eine Menge illegale Dinge in den letzten Jahren angesammelt, jetzt möchte ich ein neues Leben beginnen und nur legale Dinge nutzen, wie beginne ich dieses neue „Leben“?

    Ich erwarte die Polizei zu einer Hausdurchsuchung. Wie kann ich meine 40 GB an MP3s retten?

    Ich habe aus versehen eine Datei gelöscht, wie kann ich diese wiederherstellen?

    Ich habe aus versehen meine Daten Partition formatiert, kann ich diese wiederherstellen?


    Hintergrundinformationen.

    Wie werden Daten gespeichert?

    Zunächst muss man verstehen, wie Daten auf einer Festplatte gespeichert werden. Daher gehen wir zurück zu den Ursprüngen. Früher gab es in einem Computer keine Festplatten. Informationen wurden in Lochkarten gespeichert. Und zwar nach dem Motto: „Entweder an der stelle ist ein loch, dann mache dies, oder da ist kein Loch, dann mache dies nicht.“
    An diesem „Binären“ System hat sich bislang nichts geändert. Daten werden auf der Festplatte weiterhin nach dem Motto „Loch oder kein Loch“, Ja oder Nein, 1 oder 0 gespeichert.

    Dies wird heutzutage als 1 Bit bezeichnet.

    Um jetzt Buchstaben oder Zahlen in diesem Binären System speichern zu können, wurde z.B. das „ Hexadezimalsystem “ entwickelt. Damit ist man in der Lage, komplexere Zeichen durch eine Anhäufung von 1 und 0 darzustellen. Im heutigen System kommen für die bekannten Daten 7 Bits zum Einsatz, die einen Buchstaben eine Zahl oder ein Zeichen abgespeichert haben.

    Was ist ein Byte?

    Jetzt hat man jedoch das Problem, dass man nicht entscheiden kann, ob diese 7 Bits schon genutzt werden, oder ob diese 7 Bits zum Beschreiben frei sind. Dafür wird jedem dieser siebener Pakete ein achtes Bit angehangen dass die Information hat „beschreibbar – 1“ oder „nicht beschreibbar – 0“. Diese 8 Bits, also sieben mit der Information, das achte mit dem Status beschreibbar / nicht beschreibbar werden als BYTE bezeichnet.

    Und wie funktioniert das bei einer großen Datei und wenn Daten gelöscht werden?

    Große Dateien die mehr als „nur“ einen Buchstaben enthalten werden zu Beginn immer von Anfang zum Ende geschrieben. Dabei werden die Bytes aneinander gereiht. Und solange man eine neue oder frisch formatierte Festplatte hat ist dies auch kein Problem. Problematisch und aufwendiger ist es jedoch, sobald die ersten Daten der Festplatte gelöscht werden. Dadurch wird Speicherplatz auf der Festplatte freigegeben, der auch wieder genutzt werden möchte. Die erste Idee ist, dass jetzt alle Daten wieder an den Anfang verschoben werden, damit man eine lückenlose Speicherung auf der Festplatte hat. Dies ist jedoch nicht realisierbar, da viel zu aufwendig. Daher hat man eine andere Lösung gefunden. Neue Daten füllen diese leeren Freiräume aus. Jetzt hat man dabei ein neues Probleme. Woher weiß der PC, welche Bytes diese Datei enthalten.

    Das Indexverzeichnis.

    Damit der PC jetzt weiß, welche Bytes Informationen für welche Datei beinhalten wird ein (von mir so genanntes) Indexverzeichnis erstellt. Dieses Verzeichnis darf man nicht mit der Verzeichnisstruktur die man im Arbeitsplatz angezeigt bekommt vergleichen. Diese Lösung hat jedoch noch ein weiteres Problem. Wenn Daten an unterschiedlichsten Orten auf der Platte gespeichert werden, dauert der Zugriff auf diese Daten bedeutend länger.

    Exkurs Defragmentierung

    Dies nennt man Fragmentierung.

    Die Festplatte muss bei Abfrage der Daten häufig die Position verlassen, damit die Daten gelesen werden können. Diese Sprünge beim Lesen verlangsamen den Zugriff und das z.T. erheblich. Daher empfiehlt es sich regelmäßig VOR dem Speichern von großen Daten, oder VOR der Installation eines neuen Spieles die Festplatte zu defragmentieren.

    Wie defragmentiere ich und womit?

    Nun, die einfachste Methode ist das Windows eigene Defragmentierungsprogramm. Und auch wenn es von vielen gescholten wird, bei richtiger Anwendung reicht es vollständig aus. Das bedeutet, defragmentiert wird nicht nur bei einer entsprechenden Fragmentierung sondern in Abhängigkeit der zukünftigen Aktionen: Bevor größere / oder wichtige Daten auf die Festplatte geschrieben werden sollen. Dadurch beugt man einer Fragmentierung vor indem neue Daten in den freien Speicher hinter den bisherigen Daten geschrieben wird.

    Gibt es auch einfachere, weniger aufwendige Methoden?

    Einen anderen Weg beschreiben Programme wie O&O Defrag. Sie bieten einem die Möglichkeit Daten auf der Festplatte so zu sortieren, wie sie im „Indexverzeichnis“ hinterlegt sind. Dies funktioniert jedoch nicht sehr zuverlässig und vollständig. Aber für den normalen Nutzer vollständig ausreichend. Eine gewisse Restfragmentierung bleibt jedoch immer zurück.




    Was ist jetzt diese Windows Verzeichnisstruktur / Verzeichnisbaum?

    Damit man unter Windows eine Übersicht über seine Dateien erhalten kann, gibt es neben dem Festplatten Indexverzeichnis eine Verzeichnisstruktur. Dort kann man recht zügig ohne große Zugriffe auf die Festplatte Daten verschieben, sortieren und umbenennen. Auf die Fragmentierung der Festplatte oder auf das Indexverzeichnis hat dies keinen Einfluss.


    Beim Löschen von Daten wird in Windows unter drei Schritten unterschieden.

    Löschen und Wiederherstellen von Dateien. Schritt 1

    Der erste Schritt ist ein „Verschieben“ in den Papierkorb. Dabei wird jedoch nichts gelöscht. Es wird lediglich der Eintrag im Windows Verzeichnisbaum gelöscht und ein neuer Eintrag im Papierkorb (im Ordner c:\recycler) neu geschrieben. Die Daten selbst werden dabei nicht angetastet. Um diese Daten wiederherstellen zu können reicht es entweder die Dateien aus dem Papierkorb heraus zu kopieren, oder die Daten aus dem Papierkorb „wiederherzustellen“.

    Löschen von Dateien. Schritt 2

    Der zweite Schritt, den man unter Windows nutzt ist ein Löschen der Daten, ohne den Umweg Papierkorb bzw. Papierkorb leeren. Dabei werden mehrere Dinge hintereinander gemacht. 1. der Eintrag im Windows Verzeichnis wird gelöscht. 2. der Eintrag im Indexverzeichnis wird freigegeben (nicht gelöscht), 3. die Bytes auf der Festplatte werden zum überschreiben freigegeben. Es werden aber keine Daten unwiderruflich gelöscht.
    Diese Dateien wieder herzustellen ist jedoch etwas komplizierter, denn oftmals werden diese Daten beim Versuch sie zu retten gelöscht.

    Wiederherstellen von Dateien. Schritt 2

    Denn dadurch, dass diese Daten jetzt zum überschreiben freigegeben sind darf man KEINE Schreiboperationen auf der Festplatte ausführen.

    (2. teil)
    ...
    nun, programme mit denen man daten die aus dem papierkorb bzw die direkt gelöscht sind, wiederherstellen kann gibt es genug. aber welche davon sind nützlich und welche nicht?

    es gibt drei arten, "gelöschte bzw formatierte" daten wiederherzustellen.

    a. eine ganze partition wurde aus versehen formatiert (jedoch nicht neu mit daten gefüllt)

    -> hier hilft euch das programm testdisk weiter.
    testdisk anleitung - Faq - Datenrettung + TestDisk-Anleitung - ComputerBase Forum
    es kann derartig verlorene ganze partitionen 1 zu 1 wiederherstellen, hilft euch bei fehlern in der partitionstabelle ... ect weiter.

    b. einzelne daten durch das "inhaltsverzeichnis" wiederherstellen

    ein berühmtes programm hierfür ist o&o unerase, eine mindestens ebenbürtige freeware alternative ist pci file inspektor.
    hierbei wird das oben beschriebene inhaltsverzeichnis nach gelöschten einträgen durchsucht und diese einträge wiederhergestellt.

    es empfiehlt sich, daten, die durch diese programme wieder hergestellt werden in eine andere partition zu schreiben, um das wiederherstellen weiterer daten nicht zu gefährden.

    c. einzelne daten durch einen kompletten festplattenscan wiedereherstellen.

    hierbei wird nicht nur das inhaltsverzeichnis durchsucht, sondern jeder sektor der festplatte.
    programme hierfür sind z.B. o&o file recovery oder das auch schon oben genannte pci file inspecktor

    welche methode man jetzt nehmen sollte?

    nun, ich rate jedem zuerst die Methode in Nummer 2. zu nutzen,
    geht sschneller und Dateinamen bleiben erhalten.
    erst wenn diese Methode keine erfolg hat sollte man die Methode 3 anwenden.


    Gibt es Dinge, die ich beachten sollte, um die wahrscheinlichkeit beim Daten wiederherstellen zu erhöhen?

    1. sichere die wichtigsten Daten regelmäßig per Backup auf externen Medien / zweiter festplatte
    weenn man ein kopie der verlorenen daten hat, braucht man das alles nicht zu wissen, daten werden wieder hergestellt und fertig.

    2. Defragmentiere regelmäßig die Festplatten.
    dadurch steigt die wahrscheinlichkeit, dass daten in benachbarten sektoren gespeichert werden.
    somit ist es einfacher, für ein programm zusammenhängende daten zu erkennen.

    3. schließe bei der arbeit der wiederherstellungsprogramme alle anwendungen die im hintergrund laufen. vor allem antivirenprogramme, firewall sowie auch den zugriff zum internet. arbeite auf keinen fall mit audio oder video programmen.

    4. minimiere die schreibaktionen soweit wie möglich. wenn man keine software zum wiederherstellen auf dem pc hat, sollte man diese NICHT auf der partition speichern oder installieren müssen, auf der die verlorenen daten gespeichert waren.

    5. speichere wichtige Daten niemals auf der Systempartition. die ordner "eigene Dateien" sollten von der systempartition verlegt werden, sofern man sie nutzt. (sofern es sich jedoch um einzelplatzrechner handelt rate ich von der nutzun dieser verzeichnisse ab)

    6. verschlüsselte daten lassen sich nicht wiederherstellen. -> macht backups der verschlüsselten daten!!!

    ---

    nun, scheint fast so, als ob man ja doch immer etwas wiederherstellen kann. wie kann ich mir jetzt "sicher" sein, wenn ich meinen pc verkaufen möchte?

    nun, hier möchte ich das programm DBAN empfehlen. es wird auf cd oder diskette gebrannt, von der man dann den pc startet.
    in diesem programm kann man dann die partition / festplatte oder alles sowie eine methode zur löschung der daten festlegen. beim löschen werden die daten dann mehrfach mit entweder zufälligen zahlen, oder nur mit "nullen" überschrieben. iene methode, die ich empfehle ist die "gutmann" methode. aber vorsicht, dies kann bei sehr großen festplatten durchaus etliche stunden dauern.

    dban.sourceforge.net

    ...

    und das ist dann auch methode nummer drei in windows.

    Daten werden aus dem papierkorb gelöscht und mit anderen Daten überschrieben. dies kann in ganzen festplatten passieren, meistens reicht es aber, wenn einzelne sektoren nicht mehr mit den originalen informationen vorhanden sind. diese daten kann man mit normalen mitteln nicht mehr wiederherstellen.
    es gibt zwar methoden, wie man auch mehrfach überschriebene daten wiederherstellen kann, dies geschieht jedoch durch ausbau des datenträgers einer festplatte in eine maschiene, die nicht nur den aktuellen stand eines bits auslesen kann, sondern auch ein so genanntes "echo" auf dem datenträger erkennen kann. erst durch mehrfaches überschreiben wird dieses echo derartig gering, dass man nicht mehr zwischen der richtigen information und einer falschen unterscheiden kann.

    da diese möglichkeiten aber kaum einer hat, der dies lesen wird, brauche ich da auch nicht näher einzugehen, und diejeniegen, die dies können, brauchen diesen thread nicht. für euch ist nur wichtig zu wissen:

    wenn es drauf ankommt, es gibt möglichkeiten.

    ;)


    ich glaube, das sollte es gewesen sein.

    bei weiteren fragen steh ich euch gerne zur verfügung.

    zurück zur übersicht:

    Mit freundlichen Grüßen spotting
     

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