Ist es für den Körper gesünder, sich vegetarisch zu ernähren?

Artikel von Tommy Weber am 22. Februar 2021 um 13:47 Uhr im Forum Essen & Trinken - Kategorie: Ratgeber & Wissen

Ist es für den Körper gesünder, sich vegetarisch zu ernähren?

22. Februar 2021 um 13:47 Uhr     Kategorie: Ratgeber & Wissen
Krebs, Diabetes und Herzkrankheiten – diese Leiden führen die Liste der häufigsten Todesursachen in Deutschland an. Es ist möglich, diesen Krankheiten effektiv vorzubeugen, wobei die richtige Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Kann vielleicht Vegetarismus davor schützen, an Krebs und Diabetes zu erkranken oder einen Herzinfarkt zu bekommen? Was passiert eigentlich im Körper, wenn man sich fleischlos ernährt? Können Nährstoffmängel auftreten und kann sich jeder vegetarisch oder vegan ernähren?

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Obwohl sich inzwischen mehr als zehn Prozent der Deutschen vegetarisch oder vegan ernähren, sind noch viele interessante Fragen offen und die Diskussion um die rein pflanzliche Kost wird nach wie vor kontrovers geführt.

Eine Umstellung mit Folgen
Die Entscheidung, sich ganz ohne Fleisch, Wurst oder andere Produkte tierischen Ursprungs zu ernähren, ist eine Ernährungsumstellung, die eine Reihe von Folgen nach sich zieht. Als Vegetarier oder sogenannter Ovo-Lacto-Vegetarier zu leben, also Vegetarier, die noch Milch trinken und Eier essen, können sich viele Menschen vorstellen. Beim Thema vegan leben, sieht das Ganze aber etwas anders aus. Die Mehrzahl der Deutschen ist der Meinung, dass diejenigen, die sich ausschließlich von pflanzlichen Produkten ernähren, nicht gesund leben. Aber ist diese Form der Ernährung wirklich so falsch? Fest steht, dass es vor allem bei Veganern häufiger zu Mangelerscheinungen kommt, als es bei Vegetariern der Fall ist. Trotzdem hat die Ernährungsform auch Vorteile.

Die Vorteile der vegetarischen Ernährung
Das Risiko, an einer der vielen chronischen Krankheiten wie beispielsweise Diabetes zu erkranken, kann durch eine rein pflanzliche Ernährung reduziert werden. Ernährungswissenschaftler vermuten, dass der hohe Konsum von Lebensmitteln, die das Cholesterin senken, ein Grund dafür ist. Hülsenfrüchte und Nüsse, hochwertige Pflanzenöle und vor allem Sojabohnen spielen bei der Ernährung von Vegetariern und Veganern eine große Rolle. Ein anderer Grund ist, dass Menschen, die vegetarisch leben, insgesamt weniger gesättigte Fettsäuren zu sich nehmen. Diese Fettsäuren sind vor allem in Lebensmitteln mit tierischem Ursprung zu finden. Ist der Konsum zu hoch, dann kann sich das negativ auf die Gesundheit des Herzens auswirken.

Ein Schutz vor Krankheiten
Wer sich vegetarisch ernährt, hat ein um 22 Prozent geringeres Risiko, an Herzrhythmusstörungen zu erkranken oder einen Herzinfarkt zu bekommen, so lautet das Ergebnis einer Studie der Universität im englischen Oxford. Pflanzliche Lebensmittel erhalten in der Regel viel Wasser und ebenso viele Ballaststoffe. Damit nehmen Vegetarier weniger Kalorien zu sich, als Menschen, die Fleisch essen. Das vegetarische Essen verändert zudem das sogenannte Darmmikrobiom, die Zusammensetzung von Mikroorganismen, die im Verdauungstrakt zu finden sind. Sie beeinflussen sowohl das Sättigungsgefühl als auch den Energiehaushalt.

Zudem gibt es einen Zusammenhang zwischen der fleischlosen Ernährung und dem therapeutischen Effekt auf Diabetes-Typ-2. Die Aufnahme von Fleisch, ob verarbeitet oder nicht, ist sehr stark mit der Entwicklung der Zuckerkrankheit verbunden. Wer sich von hochwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ernährt, beugt Diabetes-Typ-2 vor.

Kann vegetarisches Essen vor Krebs schützen?
Mittlerweile gibt es Hinweise darauf, dass Menschen, die sich vegetarisch ernähren, bei einigen Krankheiten ein geringeres Krebsrisiko haben. Eine Divertikelerkrankung gehört dazu, ein Leiden, bei dem die Darmwand ausgestülpt wird, außerdem ist dies bei grauem Star, bei Nierensteinen, Arthritis sowie Erkrankungen der Weichteile und dem sogenannten metabolischen Syndrom der Fall. Einige Langzeitbeobachtungen haben zudem noch einen Schutzeffekt und eine längere Lebenszeit bei Krebserkrankungen festgestellt. Besonders aussagekräftig sind diese Studien allerdings nicht, dazu sind die Zusammenhänge noch zu unklar.

Welche Risiken hat die vegetarische Ernährung?
Wer plant, sich vegetarisch zu ernähren, sollte immer planvoll vorgehen, damit alle Empfehlungen für die notwendigen Nährstoffe erfüllt werden. Ist die pflanzliche Ernährung nicht ausgewogen, dann besteht die Gefahr von Mangelerscheinungen. So hat die University of Oxford im Rahmen einer Studie festgestellt, dass Vegetarier ein 20 Prozent höheres Risiko haben, einen Schlaganfall zu bekommen, als Menschen, die Fleisch essen. Vermutet wird, dass so etwas hauptsächlich die Vegetarier betrifft, die sich zum einen nicht ausgewogen ernährt haben und zum anderen schlecht mit den Vitaminen D und B12 versorgt waren. Ein weiterer Grund kann noch das Fehlen von Aminosäuren sein.

Es droht ein Eisenmangel
Der wohl häufigste Nährstoffmangel weltweit ist der Mangel an Eisen, rund 25 Prozent der Weltbevölkerung nimmt zu wenig Eisen zu sich. Eine ähnlich hohe Rate zeigte sich bei Studien, die sich mit den Mangelerscheinungen bei Vegetariern und Veganern beschäftigt haben. Dabei sind viele vegetarische Lebensmittel reich an Eisen, wie beispielsweise Bohnen, alle Vollkornprodukte und Blattgemüse wie Spinat. Das Problem bei Vegetariern besteht darin, dass das Eisen schlechter vom Organismus aufgenommen wird, weil bestimmte Pflanzenstoffe die Aufnahme des Eisens verhindern. Um dieses Problem auszugleichen, kann es hilfreich sein, Obst und Gemüse zu essen, was reich an Vitamin C ist.

Viele Vegetarier haben aber einen ausreichenden bis guten Eisenspiegel im Blut. Ist dies jedoch nicht der Fall, dann kann Eisen in Form von Tabletten den Mangel beseitigen.

Wer sollte sich nicht vegan ernähren?
Eine gesunde und abwechslungsreiche, vegetarische oder vegane Ernährung verlangt gute Kenntnisse über die Lebensmittel, deren Nährstoffe und ihren Bedarf für den Körper. Werdende Mütter, Frauen, die noch stillen, Kinder und Jugendliche haben einen ganz besonders hohen Bedarf an Nährstoffen. Für diese Gruppen ist die vegane Ernährung nicht zu empfehlen. Eine vegetarische Ernährung sollte von einem Arzt überwacht werden, damit eventuell auftretende Mangelerscheinungen, wie beispielsweise ein Mangel an Eisen oder Vitaminen, rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden kann. Wichtig ist es zudem, dass in die Ernährung sowohl Milch als auch Milchprodukte wie Joghurt, Butter und Käse eingebaut werden.

Pro und Contra vegetarische Ernährung
Eine Ernährung, die überwiegend aus pflanzlichen Produkten besteht, wirkt sich positiv auf den Körper aus und hilft dabei, das Risiko für chronische Erkrankungen zu senken. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn die tägliche Ernährung sowohl abwechslungsreich als auch ausgewogen ist. Ernährt sich ein Vegetarier hingegen von Pommes frites und süßen Sachen, dann bleibt der positive Effekt immer aus. Jede Form der Ernährung kann sehr gesund sein, wenn gesunde Lebensmittel gegessen werden. Wer mit dem Gedanken spielt, seine Ernährung in die pflanzliche Richtung zu ändern, muss vorher zum Thema Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe sehr sorgfältig recherchieren. Für Vegetarier und vor allem für Veganer ist es zugleich wichtig, regelmäßig zum Arzt zu gehen und ein Blutbild machen zu lassen, denn nur auf diese Weise können mögliche Nährstoffmängel rechtzeitig erkannt werden.

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Bildquelle: © Depositphotos.com / tycoon
 

Kommentare

#2 22. Februar 2021 um 14:18 Uhr
bin seit jahren vegetarier, das is kein problem sich umzustellen.
gibt genug wurst, fleischalternativen die ziemlich ähnlich schmecken.
bei kaufland gibts bei der eigenmarke so vegetarische bällchen, die sind gut.
das schnitzel und die chicken nuggets dagegen sind trocken.
geräucherter tofu schmeckt gut. der normale ist nur fad.
aufschnitte gibts ja auch noch und aufstriche.
die vegetarischen alternativen gibs manchmal auch im angebot.
schaden kost ja nix.

hafermilch ist könich. soja schmeckt ned so und mandel schmeckt nach nuss. hmmmmm....
 
klaiser gefällt das.
#3 24. Februar 2021 um 12:43 Uhr
Ich ernähre mich auch schon seit etwas über einem Jahr vegetarisch. Vor kurzen hatte ich wieder das Bedürfnis etwas Fleisch zu essen und war not amused: Ekelhafter Geschmack und gleich Magenprobleme. Hat sich die Frage nach Fleisch, ob ich es wieder regelmässiger essen würde, auch geklärt.