Mäuse und Menschen: Ein faszinierendes Zusammenspiel bei Mückenstichen

Mücken – sie können einem den letzten Nerv rauben. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass unterschiedliche Menschen verschiedene Mückenarten anziehen. Das klingt fast schon nach Zauberei. Tatsächlich ist es Wissenschaft. Experten sind sich darüber jedoch nicht immer einig. Die Studienergebnisse sind spannend und werfen viele Fragen auf.

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Mäuse und Menschen: Ein faszinierendes Zusammenspiel bei Mückenstichen

von   Kategorie: Wissenschaft
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Wer wird bevorzugt? Mücken und ihre Vorlieben


Natürlich, die Bisse der Mücken können furchtbar lästig sein. Und einige von uns werden wirklich sehr viel häufiger gestochen. Eine neue Studie hat herausgefunden, dass Mücken einige Menschen bevorzugen können. Vor allem Männer scheinen bei bestimmten Mückenarten beliebter zu sein – das ist nicht vollständig überraschend. Manche Mücken werden regelrecht magisch angezogen von bestimmten Hautdüften.

Wusstest du, dass Mücken bereits seit über einer Million Jahren mit uns leben? Sie stechen nicht einfach nur, sie sind zudem Überträger gefährlicher Krankheiten wie Dengue, Zika, Gelbfieber und Malaria. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Mücken eine Mischung von Faktoren verwenden. Dazu zählen Kohlenstoffdioxid, Wärme und Geruch. Seltsamerweise ist der menschliche Geruch ein sehr komplexes Gebilde. Über 1.000 flüchtige organische Verbindungen vermischen sich hier.

Ein ganz neues Forschungsfeld


In vergangenen Studien zeigte sich bereits, dass wir Menschen unterschiedlich anziehend für diese unliebsamen Insekten sind. Aber es fehlte bisher eine umfassende Untersuchung. Matthew DeGennaro und sein Team haben sich der Herausforderung gestellt. Sie testeten die Anziehung von drei Mückenarten: Aedes aegypti, Aedes albopictus und Culex quinquefasciatus. 119 freiwillige Teilnehmer wurden untersucht.

Die ersten beiden Arten sind die Hauptüberträger von Dengue, Zika und Chikungunya. Die dritte überträgt das West-Nil-Virus. Ein spezielles Gerät, der Uniport-Olfaktometer, kam zum Einsatz. Teilnehmer mussten ihren Arm in das Gerät legen. Dann konnten Forscher erfassen, wie viele Mücken in die Nähe der Menschen kamen.

Interessante Ergebnisse – aber auch Skepsis


Aedes aegypti war die interessantere Art. Über 89% der freigelassenen Mücken wurden von menschlichen Düften angezogen. Überraschenderweise waren es fast nur männliche Teilnehmer, die das Interesse dieser Mücke weckten. Aedes albopictus jedoch bevorzugte eine andere Kombination an Gerüchen. Ein gewisser Anteil an Ketonen führte zu einer stärkeren Anziehung.

Die Forscher stellten fest, dass diese verschiedenen Mückenarten oft unterschiedliche Menschen bevorzugen. Menschen, die den Culex quinquefasciatus-Mücken gefielen, waren meist vollkommen anders. Ein faszinierendes Zusammenspiel.

Wir haben mit Jeronimo Alencar gesprochen, einem Experten für Mücken und Public Health. Er war nicht an der Studie beteiligt, bewertete sie jedoch als bedeutend. „Die Entdeckung, dass Mückenarten verschiedene Menschen auf der Basis einzigartiger chemischer Signaturen priorisieren, ist ein großer Fortschritt in der Forschung“, sagte Alencar.

Trotz allem gibt es auch Skeptiker. Einige Forscher sind vorsichtig. Die Präferenz für Männer bei Aedes aegypti erscheint recht gering. Ob sich dies realitätsnah überträgt, bleibt ungewiss. Unterschiede könnten sogar von Region zu Region schwanken.

Die Methodik und ihr Einfluss auf die Ergebnisse


Die Forscher betonen, dass der Unterschied zwischen kontrollierten Laborexperimenten und natürlichen Umgebungen eine Herausforderung ist. Faktoren wie CO2, Wärme, Feuchtigkeit und visuelle Reize werden möglicherweise unterschätzt. Richard Wall von der Universität Bristol erklärte, dass unterschiedliche menschliche Eigenschaften, vor allem Temperatur und Geruch, eine Rolle spielen. Es ist eine korrelative Studie, keine experimentelle.

Die Forschung wurde in BioRxiv veröffentlicht.

Fazit: Ein neuer Blick auf Mücken und Menschen


Insgesamt zeigt die Studie, dass Mücken sehr spezialisierte Präferenzen haben. Ob beim nächsten Mückenstich öfters die Männer oder Frauen betroffen sind – dies bleibt wohl weiterhin ein Rätsel. Es ist jedoch eindeutig, dass verschiedene Menschen unterschiedliche Düfte abgeben und diese Düfte unterschiedlich wahrgenommen werden. Ein spannendes Forschungsfeld, das uns noch viele Überraschungen bringen könnte.

Bleibt zu hoffen – wir alle können uns die Mücken in Schach halten!
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