Neue Gesetze im Glücksspielstaatsvertrag 2021

Artikel von TrendFakt am 16. Juni 2021 um 20:15 Uhr im Forum Gamer Support

Neue Gesetze im Glücksspielstaatsvertrag 2021

16. Juni 2021    
Noch in diesem Jahr sollen neue Gesetze und Regulierungen für Onlineglückspiel in Deutschland implementiert werden. Die letzte Änderung bezüglich des Glücksspielstaatsvertrags trat im Januar 2020 in Kraft, als die Bundesländer den dritten Glücksspieländerungsstaatsvertrag beschlossen. Die Laufzeit dieses Abkommens war bis zum 30. Juni 2021 begrenzt, wodurch nun demnächst neue Regeln zu finden sein werden. Das Regelwerk wird wohl das bis dato Ausführlichste sein, das diesbezüglich erschien. So gibt es für Anbieter und Nutzer umfassende Neuigkeiten.

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Veränderungen der letzten Jahre


Die Beliebtheit von Online Echtgeld-Spielen wuchs über die vergangenen Jahre stetig. Doch die legale Lage war meist nicht ganz einfach zu verstehen. So waren Online Angebote durch den zweiten Glücksspieländerungsstaatsvertrag von 2018 bisher nur im Bundesland Schleswig-Holstein zugelassen. Werbung für die Angebote wurden dennoch bundesweit ausgestrahlt, wodurch teilweise Verwirrung entstand. Ab dem dritten und nun auslaufenden Vertrag wurden neben den Online-Glückspiel-Lizenzen in Schleswig-Holstein auch Sportwetten-Lizenzen vergeben, um einen sicheren Markt in Deutschland zu schaffen.

Damit wurden die deutschen Regelungen vergleichbar mit denen der weiteren DACH-Staaten Österreich und Schweiz. Dort traten bereits seit 2019 Lockerungen in Kraft, die das Online-Glücksspiel zugänglicher machten. Doch diese Lockerungen brachten auch ein breites Angebot an Anbietern auf den Markt, bei denen es oft schwierig ist den Überblick zu behalten.
Wer also die Dienstleistungen dieser Services nutzen möchte, sollte sich vorher erkundigen und sich bei renommierten Anbietern wie Interwetten.ch im Test informieren. Nun darf also erwartet werden, dass auch in Deutschland bald neue Anbieter auf den Markt drängen.


Deutschlandweite Erlaubnis


Die ab Juli in Kraft tretenden Gesetze wurden bereits zu Beginn des Jahres 2020 ausgearbeitet und haben gleichermaßen Einfluss auf Anbieter wie Nutzer. Hauptsächlich wurde sich dabei auf das Glücksspiel in Online-Casinos fokussiert, bei dem es zwischen vielen Bundesländern Meinungsunterschiede gab, wodurch eine Einigung zum damaligen Zeitpunkt nicht erreicht werden konnte. Dabei sind vor allem Automatenspiele und Tischspiele wie Roulette oder Blackjack im Internet betroffen. Grund für die Bedenken einiger Länder war die vermutete Gefährdung des Lotteriemonopols, welches durch die neue Form des Glücksspiels bedroht werden könne. Bei einer Konferenz im Januar des vergangenen Jahres wurde beschlossen, dass virtuelle Automatenspiele erlaubt sein werden, für klassische Casino-Spiele aber eine Konzession von den einzelnen Bundesländern vergeben werden müsse.

Außerdem sieht das neue Gesetz einen einheitlichen Ansatz bezüglich Online Glücksspiels vor. So soll eine entsprechende Behörde in Sachsen-Anhalt gegründet werden, die für die nationale Überprüfung der Vorgaben zuständig ist. Auch das Spielersperrsystem soll deutschlandweit einheitlich gestaltet werden und wird sich auf alle angebotenen Spielformen beziehen.
Nicht eingeschlossen in dieser Regel sind Lotterien, die nur begrenzt pro Woche stattfinden oder in Form des Gewinnsparens ausgeführt werden. Letzteres bedeutet, dass der Gewinn des Spielers bei einer Lotterie von der Bank zurückgelegt und am Jahresende ausgezahlt wird. Pferdewetten, die nach dem Rennwettgesetzt betrieben werden oder ausschließlich innerhalb des deutschen Staates angeboten werden, sind ebenfalls von der Regel ausgenommen.


Mehr Sicherheit für Anbieter und Nutzer


Folglich sind ab dem nächsten Monat Glückspielbetreiber mit deutscher Lizenz bundesweit dazu befähigt, ihre Services anzubieten, solange sich ihr Sitz ebenfalls in Deutschland befindet. Davon soll auch die inländische Wirtschaft profitieren, da die iGaming-Industrie hierzulande wachsen wird. Viele Vorgaben für die Anbieter bleiben ansonsten gleich, was unter anderem bedeutet, dass Werbung, die sich an Minderjährige richtet weiterhin strengsten untersagt ist. Außerdem muss aktiv Suchtprävention betrieben werden. Die Vergabe deutscher Lizenzen sorgt auch bei den Spielern für mehr Sicherheit, da für das Siegel Auflagen erfüllt werden müssen, welche von den entsprechenden Behörden geprüft werden. Die Lizenzen werden ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Sicherheit rund um Sportwetten haben, bei denen es in den letzten Jahren einen Überfluss an Angeboten gab. Nun kann sowohl das Unternehmen von geprüfter Professionalität profitieren als auch die Kunden von mehr Seriosität der Wettanbieter.

Genau dieser Schutz der Spieler ist Hauptgrund für die neuen Regelungen in Deutschland. Diese dürfen künftig pro Monat maximale Einzahlungen von 1000€ tätigen. Ist das Limit erreicht, ist der Zugriff nicht mehr möglich. Bei Automaten- und Tischspielen müssen außerdem Pausen von fünf Sekunden zwischen jeder Runde eingelegt werden, die in das System integriert sind. So soll verhindert werden, dass das Zeitgefühl verloren geht und die Nutzer sollen besser einschätzen können in welchem Umfang sie spielen. Auch bezüglich der Einsätze wird es Neuerungen geben, die ein bis dato nicht genanntes Limit haben werden, um hohe Summen bei einzelnen Runden zu vermeiden. Wie erwähnt werden in den meisten Portalen Tischspiele nur mit speziellen Konzessionen vergeben. Das gilt auch bei Anbietern, die mit sogenannten Live-Dealern arbeiten, also tatsächlich geschulte Mitarbeiter, die die virtuellen Runden leiten.

Dadurch wird wohl vor allem das Angebot an Automatenspielen einen großen Zuwachs verzeichnen.

Das neue Gesetz bringt frischen Wind in die Welt des digitalen Glücksspiels, wovon Spieler und Anbieter profitieren werden. Was für viele Nutzer eventuell nach Einschränkungen aussieht, wird der Branche auf lange Sicht gut tun und zu mehr Verständnis und Anerkennung führen.
 

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