PayPal mit reduzierten Leistungen: Was sich beim E-Wallet Anbieter ändert

Artikel von Gunter Born am 17. November 2022 um 19:40 Uhr im Forum Finanzen & Versicherung

PayPal mit reduzierten Leistungen: Was sich beim E-Wallet Anbieter ändert

17. November 2022    
PayPal ist der bekannteste und beliebteste E-Wallet Anbieter weltweit. Es ist ganz einfach Geld zu schicken, zu empfangen oder online zu bezahlen. Nach eigenen Angaben hat der Konzern mehr als 277 Millionen aktive Nutzer und das in rund 200 unterschiedlichen Märkten auf der ganzen Welt. Bezahlen kann man über den „Bezahlfreund“ in mehr als 100 verschiedenen Währungen. Einen Dienst wird das Unternehmen jedoch schon bald aus seinem Angebot streichen. Zudem ist ein sehr populärer Geschäftszweig funktionell komplett eingeschränkt. Welche Hintergründe es dazu gibt, wird in diesem Artikel erläutert.


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Grenzenlose Zahlungsfreiheit?
Als PayPal User muss man auf einige Dienstleistungen verzichten. Der aufstrebende iGaming Sektor beispielsweise muss ohne PayPal auskommen, und das schon seit 2019. Speziell in diesem Bereich geht es für Nutzer und Anbieter um beidseitige Transaktionen, weshalb hohe Sicherheitsstandards und renommierte Zahlungsdienstleister unerlässlich sind. Durch den starken Konkurrenzkampf nutzen die Unternehmen hier Sonderangebote, um vom eigenen Repertoire zu überzeugen.
Zu diesen zählt auch der beliebte Casino Bonus ohne Einzahlung, der das Ausprobieren ohne Risiken erlaubt. Transaktionen sind also nicht in jedem Fall von Nöten, werden in dieser Branche allerdings besonders häufig beidseitig abgewickelt. Genau für diese Leistungen werden Wallet-Anbieter immer beliebter, nicht nur in diesem Gaming Bereich.
Die iGaming Anbieter reagierten auf den Wegfall mit der Implementierung anderer Dienstleister, die als Alternative ähnlich hohe Sicherheitsstandards bieten, allerdings nicht so bekannt sind, wie der Marktführer. Dazu zählen unter anderem:

  • Skrill

  • Trustly

  • Neteller

  • Zimpler

  • EcoPayz

  • MuchBetter
Kostenlose Rücksendungen über PayPal sind bald Geschichte
Nutzer müssen künftig auch auf ein anderes, sehr beliebtes Angebot von PayPal verzichten. Bisher gab es die Möglichkeit, im persönlichen PayPal Account kostenlose Rücksendungen zu aktivieren. Mit dieser Option konnte man 12 Bestellungen von jeweils bis zu 25 Euro im Jahr kostenlos zurückzuschicken. Das gab vielen Kunden beim Online-Shoppen eine gewisse Sicherheit und half auch dabei Geld zu sparen. Hochgerechnet waren das im Jahr fast 300 Euro, die man mit dieser Möglichkeit einsparen konnte. Dieser praktische Service für PayPal Kunden wird mit 27. November 2022 eingestellt. Für die Benutzer heißt das, dass die Retourkosten nicht mehr übernommen werden.

Hintergründe nicht ganz klar
Warum PayPal seine Services in den genannten Sparten einstellt und bereits eingestellt hat, ist von Seiten des Unternehmens nicht offiziell kommentiert worden. Die bald schon gestrichenen kostenlosen Rücknahmen dürften dem Unternehmen zu teuer gekommen sein. Es ist vorstellbar, dass Kunden das Angebot zu häufig genutzt haben und der Wallet Anbieter diese Kosten nicht mehr stemmen wollte. In einer Mitteilung wurde lediglich geschrieben, dass bestimmte Dienste im Rahmen von größeren Veränderungen eingestellt werden. Anträge zur Erstattung der Retourkosten werden dann also nicht mehr akzeptiert. Sollte jemand den Service noch nutzen wollen, so muss man die Anträge für kostenlose Rücksendungen noch bis zum 26. November abschicken. Ob es eine Übergangsfrist oder Kulanz-Lösungen geben wird, ist noch nicht absehbar. PayPal dürfe hier allerdings eher restriktiv handeln.

In welche Zukunft blickt PayPal?
PayPal hat in den vergangenen Jahren sehr gute Renditen für geduldige Investoren am Aktien Markt erzielt. Der Wert des Unternehmens liegt bei mehr als 350 Milliarden US-Dollar. Das liegt vor allem daran, dass PayPal ein großes Publikum bedient und weltweit aktiv ist. Das Kerngeschäftsmodell von PayPal bringt finanzielle Stabilität mit sich, denn das Unternehmen berechnet für finanzielle Transaktionen Pauschalgebühren, die je nach Plattform und Transaktionsart variieren. Ebenso bietet PayPal Kredite für kleine Unternehmen an und hat im letzten Jahr damit begonnen den Kryptowährungshandel anzubieten. Der Jahresumsatz von PayPal wuchs zwischen 2015 und 2020 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 18,5 Prozent und die Prognosen sind aktuell zwar etwas verhaltener aber noch immer optimistisch. Der Wallet Anbieter erwartet, dass sich die aktiven Konten bis 2025 fast verdoppeln werden und dass der Jahresumsatz auf über 50 Milliarden US-Dollar klettern wird. Ob sich diese ambitionierten Ziele verwirklichen lassen, wird man sehen. Zumindest scheint es PayPal vorerst nicht zu stören, dynamisch zu bleiben und die eigenen Geschäftsfelder stetig anzupassen. Wie die Nutzer auf diese Einschränkungen reagieren, werden die kommenden Monate zeigen.
 

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