Warum Banken Angst vor Kryptowährungen haben

Artikel von Jonas Hubertus am 2. Mai 2018 um 09:59 Uhr im Forum Finanzen & Versicherung

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Warum Banken Angst vor Kryptowährungen haben

2. Mai 2018   Jonas Hubertus  
Die Meinungen zum Thema Blockchain und Kryptogeld unterscheiden sich stark zwischen Privatbanken und Börsen gegenüber Staat und Zentralbanken. Denn die Blockchain mit ihren vielen Möglichkeiten könnte das klassische Bankensystem ablösen, was auch zu einer starken Transparenz führt hinsichtlich der Transaktionen. Für den Staat und die Zentralbanken etwas schönes, doch Banken fürchten das ihre Dienstleistung überflüssig wird.

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Zentralbank von St. Louis vergleicht Bitcoin mit Bargeld


In einem Artikel vom 25. April beleuchtete die Federal Reserve Bank of St. Louis den Nutzen von Bargeld verglichen mit Kryptowährungen. Das am häufigsten genannte Argument von Kritikern ist, dass die Coins keinen intrinsischen Wert besitzen würden. Allerdings ist das beim US-Dollar oder Euro nicht anders. Die Digitalwährungen hätten keinen „Material-Wert“ wie etwa Gold oder Silber. Da der Goldstandard seit 1971 abgeschaft wurde, gilt das auch für Papiergeld staatlicher Zentralbanken.

Die FED St. Louis sieht viele Funktionen des Bitcoin als Vergleichbar mit Bargeld, so ist die Geldmenge ebenfalls limitiert und damit wird die Entwertung des Geldsystems verhindert.
(Kommentar dazu: Zentralbank St. Louis liegt falsch: Bitcoin ist BESSER als Bargeld | BTC-ECHO )


Auch im Tausch funktioniere Bargeld und Bitcoin gleich, direkt von Person zu Person werden Kryptowährungen ebenfalls ohne Mittelsmann von Wallet zu Wallet transferiert. Somit kann die neue Währung auch für jeden Handel und Einkauf verwendet werden. Wer schon mit Bicoin spielen konnte, stellt fest, dass ein Konto bei einem Drittanbieter (Bank) nicht nötig ist und man wie in einer Geldbörse sein Kapital auf einem Speichermedium zuhause halten kann, oder ganz bequem den Seed auf einen Zettel notiert im Hauseigenem Tresor verwart.

Lediglich die Anonymität ist für die Zentralbanken ein Rotes Tuch, denn sie wollen Geldwäsche verhindern und dafür wäre es nötig Rückschlüsse auf Personen zu haben welche Wallets wem gehören.

Nasdaq und Bank of America fordern striktere Regulierung von Krypowährungen


Die Geschäftsführer des Börsenplatzes Nasdaq und der Bank of America läuteten vergangenen Freitag auf einer Konferenz des MIT die Alarmglocken. Sie forderten eine strengere Regulierung von Kryptowährungen.

Laut deren Aussage basiere das Bankenwesen stets auf dem Prinzip absoluter Transparenz. Folglich sollten die Namen der an einem Transfer beteiligten Personen in jedem Fall bekannt sein. Monero & shielded Transaktionen in Zcash erlauben das nicht. Das große Potential sehen dennoch alle in der Blockchain,wie beispielsweise mittlerweile Jamie Dimon von JPMorgan Chase.

Vermutlich befürchten die Banken, das immer mehr Geld in die Kryptowährungen wandert vor allem auch die Grauzonen oder illegalen Geschäfte welche vorher noch durch Banken abgewickelt werden. (Soviel zu Transparenz) Letztendlich ist bekannt, das ettliche Diktatoren und Verbrecher ihr Geld mit Hilfe von Banken verwalten und verschleiern. Das Bankgeheimnis weicht immer weiter auf, so das Kryptowährungen mehr Anonymität bieten und damit potentielle Kunden der Bank abwandern könnten.

Bitcoin als Spekulationsobjekt immer noch interessant


Im Zeitalter der Nullzinsen und überbewerteten Märkte mit dadurch sinkender Rendite, werden alternative Investments interessanter. Wobei man hier Warren Buffets Aussage glauben darf, denn es handelt sich nicht um ein „Investment“ sondern um eine reine Spekulation ähnlich wie bei Währungen. Als Investment würden nur Aktien oder Fonds bezeichnet die auf real wachsende Werte setzen und damit Produktiv sind. Rohstoffe oder auch Bitcoins sind nicht produktiv sondern bleiben immer gleich.

Die Risiken sind derzeit auf allen Märkten gestiegen und die Spannung groß, damit sind auch immer mehr Vermögen an rentablen Spekulationen interessiert, die Nachfrage an den Kryptowährungsbörsen ist daher noch ungebremst hoch. Schlecht für Banken und normale Börsen die diesen Handel nicht anbieten.

Hoher Stromverbrauch für Mining macht Bitcoin unbeliebt


China macht Ernst beim Ausstieg aus dem Bitcoin-Mining: Die Polizei beschlagnahmte 600 Miner, nachdem der örtliche Energieversorger einen abnormal hohen Stromverbrauch an die Behörden meldete. Chinesische Energieversorger kämpfen schon länger mit Netzinstabilitäten durch den hohen Energieverbrauch der Bitcoin-Miner, die sich aufgrund der besonders niedrigen, subventionierten Strompreise zuhauf im ganzen Land angesiedelt haben. Zum Jahreswechsel 2018 kam zwei Drittel der weltweiten Hash-Leistung für Bitcoin aus China.

Technologie mit Zukunft, auch für Institutionelle
Generell sind Staaten an der Technologie sehr interessiert, wollen diese aber lieber selbst Kontrollieren. Es ist wohl wahrscheinlich das Zentralbanken und Regierungen Blockchain basierte Bürokratie verwenden werden in Zukunft. Was den Vorteil hat, das auch der Bürger sehen kann was passiert. Ggf. auch gegen Korruption hilfreich. Möglich wäre auch eine zusätzlich Neuauflage der Bargeld-Währungen. Allerdings wird die Bankenlobby wohl gespalten sein was das angeht. Letztendlich werden Bankfilialen aber noch weiterhin existieren so lange die Bargeldinfrastruktur gefragt ist und ältere Kunden die neue Technologie nicht beherrschen.

Diskussion im Forum: Erfahrungen mit Kryptowährungen
 

Kommentare

#2 25. Mai 2018 um 11:58 Uhr
Erst letztens habe ich aber ein Bericht gelesen, dass die Kryptowährung doch nicht als Finanzmittel angesehen wird - zumindest in Deutschland. Daher müssen sich die Banken hier erstmal keine Sorgen machen. Viel mehr müssen sie die Bürger über baldige hohen Zinsen vorbereiten. Insbesondere was die Immobilienbranche angeht wird sich noch einiges tun.