Wildblumenstreifen im Acker: mehr Ertrag und weniger Pestizide

Artikel von Carla Columna am 5. Februar 2018 um 11:48 Uhr im Forum Politik, Umwelt, Gesellschaft - Kategorie: Wirtschaft

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Wildblumenstreifen im Acker: mehr Ertrag und weniger Pestizide

5. Februar 2018     Kategorie: Wirtschaft
Heutzutage sieht man in Felder sehr selten Wildblumen, selbst die winzigen Ränder sind nur von hartnäckigem Kraut bewachsen das den enormen Dünger und Pestizid Einsatz überlebt. Dabei gehören Wildblumen-Streifen die ebenso schönen wie nützlich sind nicht nur um die Felder herum, sondern mitten hinein. Vor der allgemeinen Flurbereinigung war es tatsächlich noch genauso, doch zur Steigerung der Produktivität (deren Erträge nicht im Handel sondern im Müll landen) mussten viele Hecken und kunterbunte Blumenwiesen weichen. Dabei sind diese enorm wichtig gegen Schädlinge!

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Das Aufkommen von Nützlingen gezielt erhöhen
Wer möglichst wenig Schädlinge auf seinen Feldern haben möchte, der muss die Zahl der Fressfeinde hoch halten, also ihnen möglichst gute Bedingungen bieten. Früher hielt sich dies im Gleichgewicht es gab genug Wildflächen und kleinere Äcker sowie weniger Pestizide, doch heute fehlt das und wird durch Pestizide ausgeglichen, ein Teufelskreis. Wie die Zeitschrift The Guardian berichtete, zeigen Feldversuche des Center for Ecology and Hydrology (CEH), dass Wildblumenstreifen in großen landwirtschaftlich genutzten Flächen viele Vorteile haben. Die Streifen wurden im letzten Herbst auf 15 verschiedenen Farmen angelegt und die Forscher werden sie über die nächsten 5 Jahre weiterhin genau beobachten. So soll das Aufkommen von Schwebfliegen, Bodenkäfern und Wespen langfristig stark erhöht werden. Diese werden dann einen besonders guten Zugriff auf die Schädlinge im Feld haben, weil sie sich eben nicht nur am Rand der oft gigantischen Äcker befinden.

6 Meter breiter Blüh-Streifen reicht aus
Diese wertvollen Wildblumenstreifen stellen auch für die Ernte und Aussaht kein Problem dar, sie können einfach umfahren werden. Auch die Kosten sind Minimal, dazu kommt ein weiterer Effekt, mehr Insekten bedeutet auch höhere Bestäubungsleistung (was vor allem beim Raps ein zunehmendes Problem wird). Die Zone der blühenden Wildkräuter befinden sich in einem Abstand von 100 Metern zueinander. Die Saatmischung besteht unter anderem aus Margariten, wilden Möhren, rotem Klee und Flockenblumen, aber auch Mohn. Auch der Einsatz von Zwiebelpflanzen wie Knoblauch, hat einen zusätzlichen Effekt gegen Schädlinge wie Läuse aber auch Bodenschädlinge welche die Zwiebel großräumig meiden. Zusätzliche Hecken mit Weißdorn, Schlehdorn oder Aronia (Apfelbeere) am Feldrand würden gegen Wind schützen und Nahrungsquelle sowie Schutz für Vögel bieten, welche ebenfalls Insekten tilgen.

Wie viel Pestizide dann eingespart werden können, bleibt zwar noch abzuwarten, doch bisherige kleinere Versuche machen optimistisch. Je weniger Insektengift desto effektiver sind auch die Nützlinge.

Auch in der Schweiz schlägt man teilweise neue Wege ein, hier werden Kornblumen, Koriander und Buchweizen gesät. Ein nächster Schritt wäre, auch größere Randstreifen mit Büschen zu ermöglichen welcher auch ein besseres Überwintern ermöglicht und ggf auch für Vögel (welche ebenfalls Schädlinge tilgen) dort leben können. Somit könnte dies auch eine effektive Gegenmaßnahe sein um das Vogelsterben aufgrund vom Insektensterben einzudämmen.

Die Blühstreifen müssen dabei nicht jedes Jahr neu gesät und gepflügt werden, sie samen sich selbst aus. Zudem ist es wichtig das der Ackerboden dort nicht aufgerissen wird, da die Insekten so im Boden Schutz finden über den Winter. So lange die gewollten Wildkräuter eine hohe dichte in der selbst Aussaht haben wächst dort auch kein anderes ungewolltes Kraut.
 

Kommentare

#3 24. Februar 2018
Bio-Herbizit aus Disteln könnte Glyphosat ersetzen

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