Dank Klimawandel mehr Öl und Gas?

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von xxxkiller, 10. August 2006 .

Schlagworte:
  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  1. #1 10. August 2006
    Es klingt paradox, aber der Klimawandel könnte dazu beitragen, dass die Menschheit noch eine Weile länger Energie aus fossilen Rohstoffen beziehen kann. Wärmere Temperaturen erleichtern die Förderung von Gas und Öl in der Arktis. Steigende Energiepreise machen den Abbau auch ökonomisch interessant. Doch der Preis dafür ist hoch. Lesen Sie Teil IV unserer Reihe über den Klimawandel und seine Folgen.

    Das Polarmerr, das nördlichste Meer der Erde und fünf Mal so groß wie das Mittelmeer, weckt Begehrlichkeiten. Unwirtliche Seegebiete und winzige Inseln, die lange niemanden interessiert haben, rücken in den Blickpunkt der fünf Anrainerstaaten Kanada, Dänemark, USA, Norwegen und Russland. Es geht um Schifffahrtswege, Fischgründe und Energiereserven am Meeresgrund. Nach Schätzungen des Geologischen Dienstes der USA liegt ein Viertel der weltweiten Erdöl- und Erdgasreserven am Grund des Polarmeeres.


    Der Klimawandel erleichtert den Zugang. Die Temperaturen in der Arktis sind in den vergangenen Jahrzehnten fast doppelt so stark gestiegen wie in der übrigen Welt. Die Sommer dauern länger und das Eis, das das Polarmeer weitgehend bedeckt, geht zurück. Drei Prozent sind es pro Jahrzehnt seit Ende der siebziger Jahre, sagt Wolfgang Dierking vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, "die Möglichkeiten der Erkundung werden besser".

    Gut zehn Jahre von Erkundung bis Förderung

    Die hohen Energiepreise nennt Hermann-Rudolf Kudraß von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover (BGR) als einen Grund für die erhöhte Aktivität in der Arktis. Für ein Ölvorkommen im Nordosten Grönlands wurden kürzlich Bohrlizenzen versteigert. Russland suche entlang der gesamten Nordküste Sibiriens nach Gas und Öl, sagt Kudraß. Zusammen mit dem Geologischen Dienst in St. Petersburg organisiert er ein Projekt in der russischen Laptewsee.

    Auch langer Atem ist gefragt. Von der Erkundung eines Gas- oder Ölfeldes bis zu ersten Förderung vergehen mehr als zehn Jahre. Die Produktionskosten für Erdöl und Erdgas liegen in der Arktis etwa um das Zehnfache höher als am Persischen Golf, schätzt Kudraß.

    Gigantische Vorkommen in der Barentssee

    Das hält westliche Ölkonzerne nicht von Investitionen ab. Das Stockmann-Gasfeld in der russischen Barentssee lockt Unternehmen in Scharen. Bis Ende des Sommers will der Konzern Gazprom einen Teilhaber auswählen und ab 2010 mit der Förderung beginnen. Bisher wurden im Stockmann-Feld 3,2 Billionen Kubikmeter Gas erkundet. Die Menge ist so groß, dass sich der Bau von Gasverflüssigungsanlagen lohnt. In ihnen wird Erdgas soweit herabgekühlt, dass es in flüssiger Form per Schiff transportiert werden kann. Dann müssen keine Pipelines über tausende von Kilometern verlegt werden.

    Der Bau solcher Anlagen in arktischen Regionen ist aber sehr aufwendig. Ein Konsortium um die norwegische Ölfirma Statoil und die deutsche Linde AG errichtet seit zehn Jahren ein solches Werk. Die Anlage entsteht auf einer kleinen Insel vor der Hafenstadt Hammerfest an der nördlichen Spitze Norwegens. Dort soll ab 2007 Gas aus der Barentssee bearbeitet werden. Teile der Aufbauten wurden in den warmen Gewässern Spaniens zusammengesetzt und per Schiff zu der Insel 600 Kilometer nördlich des Polarkreises geschleppt.



    Die Arktis ist ein ökologisch sensibles Gebiet

    Die Investitionssumme von mehr als sieben Milliarden Euro geht auch auf Maßnahmen zum Schutz der Umwelt zurück. Erst nach der Verhängung strenger Umweltauflagen stimmte die norwegische Regierung, die zu 70 Prozent an Statoil beteiligt ist, dem Projekt zu. Von der russischen Regierung sind solche Vorgaben eher nicht zu erwarten. Umweltorganisationen beklagen schon jetzt schwere Schäden in Sibirien.

    Dabei sind die nördlichen Regionen besonders gefährdet: "Die Arktis ist ökologisch gesehen ein sehr sensibles Gebiet. Wegen der niedrigen Temperaturen dort ist die Tätigkeit von Bakterien, die auslaufendes Öl zersetzen können, sehr gering", sagt Hermann-Rudolf Kudraß von der BGR. Außerdem ist der arktische Ozean nicht unbedingt leichter zu befahren, wenn als Folge des Klimawandels das Packeis dünner wird. Bei Wind bricht dünneres Eis schneller und türmt sich auf. "Triftende Schollen können zur Gefahr für Schiffe werden, die nicht über den Schutz von Eisbrechern verfügen", erklärt der Polar-Forscher Dierking. Auf dem Meeresboden verlegte Pipelines sind in geringen Wassertiefen gefährdet. Dort könne das Eis so dick werden, dass es bis zum Meeresboden reicht und die Röhren aufreißt, fügt Dierking hinzu. Die Pipelines müssten deshalb mit einem besonderen Schutz versehen werden.

    Nur strenge Umweltauflagen können verhindern, dass die vier Millionen Einwohner der Arktis von Umweltschäden infolge des Rohstoffabbaus betroffen werden. Sie haben bereits jetzt mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen. Der Preis für die Schätze der Arktis könnte zu hoch sein.

    Quelle: tagesschau.de
     

  2. Anzeige
  3. #2 10. August 2006
    Irgendwie pervers!

    Die Ölfirmen sollten sich mal Gedanken machen, wieso wohl das ganze Eis schmilzt. Wenn sich die globale Erwärmung weiter fortsetzt, haben wir ganz andere Probleme als Ölknappheit! Aber wenn schon, denn schon -.-°
     
  4. #3 10. August 2006
    dito, allerdings!
    Genau das is das was mich auch irritiert hat.
     
  5. #4 10. August 2006
    im grunde ist es doch schon beschämend darüber nachzudenken! gerade wegen dieser rohstoffe haben wir doch so einen starken treibhauseffekt und klimawandel.

    ich möchte irgendwann vlt auch mal die arktis ( antarktis dürfte derzeit ja noch zu kalt sein :) ) besuchen oder zumindest in die nähe kommen. jeder weiss doch was passiert wenn die pole komplett geschmolzen sind...dann wars das erstmal mit vielen tieren, und auch mit vielen inseln, ländern und menschen!

    aber das interessiert die mafiosi von gazprom ja nicht und auch die andern firmen die öl und gas fördern scheren sich einen dreck darum! ... einfach nur schade was dort oben für geldscheine sitzen, die haben schon lange nichts mehr mit menschen zu tun...
     
  6. #5 10. August 2006
    o_____O es handelt sich doch im den nördlichen polarkreiss oder ? wie kann man das ding denn 600 km NÖRDLICH davon hinbringen o_O

    naja :D

    b2t: es stimmt schon durch das öl und teils auch durch gas steigt der treibhauseffekkt aber seht euch unsere jetzige technologie an... es werden sicherlich techniken entwickelt die diese ausgestoßenen, verbrannten gase zu 100% filtern können da bin ich mir sicher! also find ichs schon gut das man neue quellen für fosile brennstoffe sucht...
     
  7. #6 10. August 2006
    traurig, deprimierend und letztendlich makaber, dass Mutter Natur diesem bornierten Gehirnamputierten
    und willenlosen Handlanger der US-Ölindustrie im Weissen Haus derartige Trümpfe in die Hand gibt.

    gtz. (ein frustrierter) strossi2
     
  8. #7 10. August 2006
    Das hat ein Leher in usnerer Schule schon vor nem Jahr gesagt, dass es noch länger als geschätzt Öl geben wird, nur bekommt man dieses eben schwer und daher werden die Ölpreise horrend weitersteigen. Doch wer es sich leisten kann wird noch sehr lange Öl bekommen können. Allerdings denke ich, dass man bis in ein paar Jahrzehnten immer mehr auf Wasserstoff u.ä umgestiegen sein wird, was der Ölwirtschaft langsam den Hals abschnüren wird. Und so einen Filter, mit dem man Abgase aus der Luft filtern kann..... sorry, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, zumindest nicht in den nächsten 50-100 Jahren, man sollte lieber mal die Effizienz von Solarzellen erhöhen, die nutzen ca ein Zehntel der Engergie aus, die die Sonne liefert.
     
  9. #8 10. August 2006
    Gibts schon ^^ RWE u noch ein Energiekonzern eifern um die Wette, wer zuerst ein Kraftwerk völlig ohne CO2-Ausstoß baut. Nur machen die das nicht aus Freundlichkeit zur Natur, sondern weil sie den eingesparten Austoß an andere Firmen verticken können....bringt also auch nich wirklich was (zumindest der Umwelt nicht)
     
  10. #9 11. August 2006
    10 Jahre lang benötigen sie vom Fund zur Förderung.. Das ist schon eine sehr sehr lange Zeit. Der Ölpreis wird aufjedenfall weiter in die Höhe gehen und das liegt nicht nur daran, dass die "Vorräte" in den nächsten 50 oder 100 Jahren langsam weniger werden sondern eben weil vorallem der nahe Osten die Preise nach oben treiben wird. USA, Europa und Russland sind leider von diesen Staaten abhängig da können sie noch so viel im Polarmeer suchen...

    Man man man..

    Warum wird nich endlich auf andere Rohstoffe umgeschwenkt ?
     
  11. #10 11. August 2006
    ja noch merh öl und noch mehr gas, damit wir noch schneller und noch extremer nen klima wandel bekommen -.- Man merkt doch schon jetzt wie das wetter abspackt, früher hatten wir sehr oft an weinachten schnee, und jetzt? Im neujahr, wo man eigentlich erwartet das es langsam wieder wärmer wird. Genau so der sommer, der fängt viel zu spät an, und wird von Jahr zu Jahr extremer, siehe diesen... 2 wochen 40 grad das is net normal. Wir sollten endlich mal was dagegen tun, bzw wer sich einigermaßen dafür interessiert, es gibt schon mehrere sachen dagegen, aber daran würden die Manager mongos einfach nix verdienen, von daher wird es einfach blockiert.
     
  12. #11 3. Dezember 2015
    Zuletzt bearbeitet: 13. April 2017
    AW: Dank Klimawandel mehr Öl und Gas?

    Leider hat sich diese Nachricht tatsächlich knapp 10 Jahre später bewahrheitet.

    Der Flächendeckende Eispanzer ist rapide geschrumpft, sogar schneller als erwartet schreitet die Erderwärmung fort. Die Arktis ist erschlossen und erste Förderungen laufen.

    Es gibt mehr Öl denn je und die Klimavereinbarungen auf den zukünftigen fossilen Brennstoff verbrauch werden realistischer.

    Mittlerweile hat auch die OPEC begriffen das ein Überangebot nicht nur durch Fracking in den USA den Preis belasten. Ein absehbares Ende der Förderung und reichlich Vorräte in der Arktis und vor Südamerika, sowie schwächelnde Nachfrage machen es dem Ölpreis schwer.

    Eine Reduktion der Fördermengen steht im Raum, allerdings ist ungewiss ob die OPEC sich einigen kann, viele Länder sind auf die maximale Förderung angewiesen um ihren Haushalt zu decken.
     
  13. #12 4. Dezember 2015
    AW: Dank Klimawandel mehr Öl und Gas?

    Hä? Was ist denn das bitte für eine komische Argumentation? Weil der KLimawandel immer weiter voranschreitet, verbrennen wir einfach noch mehr fossile Brennstoffe, um den Wandel noch weiter voranzutreiben? Damit wir uns auch wirklich alles ruinieren und in Schutt und Asche legen ... Was ein Quatsch.
     
  14. #13 4. Dezember 2015
    AW: Dank Klimawandel mehr Öl und Gas?

    Wo steht das denn?
     
  15. #14 6. Dezember 2015
    AW: Dank Klimawandel mehr Öl und Gas?

    Weil der Klimawandel voranschreitet können wir schneller beziehungsweise mehr fossile Brennstoffe nutzen. Das ist die simple Aussage, die getroffen wurde. Damit wird nicht impliziert, dass es sinnvoll oder gut ist. Deine Kritik zieht sich folglich an einer nicht vorhandenen Argumentation auf.
     

  16. Videos zum Thema
Die Seite wird geladen...