Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von Melcos, 7. August 2011 .

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  1. #1 7. August 2011
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. April 2017
    Aus gegebenem Anlass ein Erklärungsversuch.

    Es ist ein langer Artikel, deshalb hier eine kurze subjektive Auswahl einiger Kernaussagen:

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    Quelle: Blätter
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    Der braune Faden
    Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten


    [​IMG]
    Foto: Iwan P.

    von Kurt Nelhiebel

    Die Debatte über das neue Feindbild des Anti-Islamismus[1] verweist auf eine traurige Tradition der Bundesrepublik. Von Beginn der bundesdeutschen Geschichte an spielten die gezielte Feindbildproduktion und deren Instrumentalisierung eine maßgebliche Rolle – insbesondere mit Blick auf den Antisemitismus und seine strategisch-ideologische Verbindung mit dem Antikommunismus. Dabei konnten diese Strategien problemlos an das Erbe des Nationalsozialismus anknüpfen.

    Wie es nach dem Zweiten Weltkrieg um die Haltung der Westdeutschen gegenüber den Juden bestellt war, offenbarte erstmals eine Umfrage, die der amerikanische Hochkommissar für Deutschland, John McCloy, 1951 bei deutschen Instituten in Auftrag gegeben hatte. 17 Prozent der Befragten meinten damals, die Juden, die das NS-Regime überlebt hatten, hätten das geringste Anrecht auf Hilfe. In erster Linie sollte den Kriegerwitwen und den Kriegswaisen geholfen werden. Als zweite Gruppe wurden die Bombengeschädigten genannt, als dritte die Vertriebenen, dann die Angehörigen der Teilnehmer am Attentat auf Hitler. An letzter Stelle wurden die Juden genannt. Nur zwei Prozent der Befragten billigten ihnen das größte Anrecht auf Hilfe zu.

    Ein ähnliches Bild ergab 1952 eine Erhebung des Allensbacher Instituts für Demoskopie zur Haltung der Deutschen gegenüber Wiedergutmachungsleistungen an Israel. Nur 11 Prozent waren uneingeschränkt dafür, 44 Prozent hielten sie für überflüssig, 21 Prozent wollten sich nicht dazu äußern.[2] Konrad Adenauer wollte Israel anfänglich mit zehn Mio. DM abspeisen, die er einem Mittelsmann als „Geste der Wiedergutmachung“ anbot. Die Israelis quittierten die Offerte mit eisigem Schweigen. In der Hoffnung, sich damit den Rücken für die Aufstellung deutscher Streitkräfte freizuhalten, erhöhte Adenauer sein Angebot später auf 3,4 Mrd. DM. Dieser Betrag wurde dann im Luxemburger Abkommen von 1952 festgeschrieben. Zu entrichten war er in jährlichen Raten von 261 Mio. DM; das entsprach knapp einem halben Prozent der Ausgaben des Bundeshaushalts von 1953.

    Dennoch votierten bei der Abstimmung im Bundestag am 18. März 1953 nur 106 Abgeordnete der Regierungsparteien für das Wiedergutmachungsabkommen. 15 stimmten mit Nein und 68 enthielten sich der Stimme. Gerettet wurde das Abkommen durch 133 Ja-Stimmen aus den Reihen der oppositionellen SPD. Insgesamt ein blamables Resultat – gemessen an dem Anspruch, mit dem die Bundesrepublik heute auftritt, blamabel aber auch gemessen an den Erwartungen, die der amerikanische Hochkommissar McCloy damals hegte. Für ihn war die Haltung Deutschlands gegenüber den Juden angesichts der ungeheuren Schuld, die das deutsche Volk als Ganzes ihnen gegenüber trage, die „Zentralfrage der inneren Reinigung, mit der diese steht und fällt.“

    Diese innere Reinigung fand jedoch nicht statt. Noch immer krank an der nationalsozialistisch verwüsteten Seele, aber leidlich aufgerichtet durch das Ersuchen der Feinde von gestern, sich am Kampf gegen den Kommunismus zu beteiligen, machten sich die Deutschen an die Beseitigung der materiellen Trümmer, beeindruckt von den Verheißungen der freien Marktwirtschaft eines Ludwig Erhard und der christlich-demokratischen Aura des ersten Nachkriegskanzlers Konrad Adenauer. Der wusste die andressierten Ängste und Aggressionen der Deutschen geschickt zu nutzen. Lange bevor George W. Bush die Welt mit der Lüge von irakischen Massenvernichtungswaffen hinters Licht führte, erschlich Adenauer sich mit der Lüge von einem bevorstehenden Angriff aus dem Osten die Zustimmung zur Aufstellung deutscher Streitkräfte. In einem Interview der „New York Times“ vom 18. August 1950 behauptete er unter Berufung auf Militärexperten, die Russen organisierten ihre in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands stationierten starken militärischen Kräfte in einer Art und Weise, „wie das nur für Angriffszwecke der Fall“ sei.[3]

    Die Nazipropaganda vom jüdisch-bolschewistischen Feind im Osten noch im Hinterkopf, hielten viele die Fortsetzung des Kampfes gegen den Kommunismus im Namen der Demokratie für gottgewollt. Niemand brauchte sich fortan seines Beifalls für die Naziparole „Macht Deutschland vom Marxismus frei!“ mehr zu schämen. Dass ein wegen Auschwitzverbrechen verurteilter ehemaliger Direktor des IG-Farben-Konzerns für seine Verdienste beim Wiederaufbau mit dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, hielt niemand für anstößig.[4]

    Von Adenauer über Strauß und Kohl bis Friedrich Merz

    Berauscht von der Tüchtigkeit seiner Landsleute erklärte der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß den Siegern, das deutsche Volk habe angesichts seiner wirtschaftlichen Leistungen ein Anrecht darauf, „von Auschwitz nichts mehr hören zu wollen“.[5] Helmut Kohl, damals noch Abgeordneter der CDU im rheinland-pfälzischen Landtag, kritisierte den Initiator des Auschwitzprozesses, Fritz Bauer, mit den Worten, der zeitliche Abstand zum „Dritten Reich“ sei noch viel zu kurz, um ein abschließendes Urteil über den Nationalsozialismus fällen zu können.[6]

    Später dann, als dieser Abstand auf 60 Jahre angewachsen war, hielten manche, wie etwa der 1955 geborene CDU-Politiker Friedrich Merz, das Nachdenken über die Vergangenheit schon wieder für überflüssig. Seine Generation, ließ Merz sich vernehmen, wolle sich für Auschwitz und die deutsche Vergangenheit nicht mehr in Haftung nehmen lassen.

    Das empfand der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, als „Schlag ins Gesicht der Opfer und Überlebenden des Naziregimes“. Mit dem Abstreifen der Verantwortung für die Lehren der Geschichte würden „rechtsradikale Parolen und Fremdenfeindlichkeit salonfähig“ gemacht, gab Spiegel zu bedenken. Sein Stellvertreter Salomon Korn meinte, von nun an dürfe nicht länger übersehen werden, was sich hinter dem Verlangen des Bürgertums nach „Normalität“ verberge.

    Doch nur wenige reagierten auf diesen Warnruf. Im kollektiven Bewusstsein dominierten längst (wieder) andere Prioritäten, das ins Stocken geratene Wirtschaftswachstum etwa und die Konkurrenzfähigkeit deutscher Unternehmen auf dem Weltmark. Und im Übrigen: Hatten die Anderen nicht auch „Dreck am Stecken“?

    Von Anfang an weigerten sich vor allem die Unionsparteien hartnäckig, die Einmaligkeit der Massenmorde in den deutschen Vernichtungslagern ohne Wenn und Aber anzuerkennen. Obwohl Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) die Aufrechnung als das „Verfahren von moralisch Anspruchslosen“[7] gegeißelt hatte, erklärten Unionspolitiker sich mit der Bestrafung des Leugnens von Auschwitz erst einverstanden, als die Strafandrohung auch auf die Verbrechen einer „anderen Gewalt- und Willkürherrschaft“ ausgedehnt wurde, und verhalfen so einer – wie der Vorsitzende des deutschen Richterbundes, Helmut Leonardy, sich ausdrückte – „widerlichen Aufrechnungsmentalität“ zum Sieg.

    Eine Tendenz zur Verharmlosung beherrschte von Beginn an den Umgang mit dem Rechtsextremismus der Gegenwart. Bereits im ersten Bericht des Bundesinnenministeriums, unter dem verantwortlichen Minister Hermann Höcherl (CSU), über extremistische Bestrebungen aus dem Jahr 1962 hieß es, dem Rechtsradikalismus werde eine Bedeutung beigemessen, die ihm nicht zukomme. In Wirklichkeit sei er organisatorisch zersplittert und schwach. Anders lautende Warnungen beruhten auf irrigen oder missverständlichen Zahlenangaben, die nicht selten als Hetze der Kommunisten erkannt worden seien. Die Berichte des Verfassungsschutzes führten zu dem Schluss, dass der Rechtsradikalismus in Deutschland vereinsame.[8]

    Doch nur wenige Jahre später zogen die Abgeordneten der NPD in zahlreiche Landesparlamente und beinahe auch in den Bundestag ein. Und heute, knapp ein halbes Jahrhundert nach dieser grandiosen Fehleinschätzung, beherrschen rechtsradikale Gruppen und Kameradschaften die Jugendszene ganzer Regionen. Nach einer bundesweiten Studie des Kriminologischen Instituts Niedersachsen haben sie mehr Mitglieder als alle andere politischen Jugendorganisationen zusammengenommen.

    Disziplinierungsmittel Antikommunismus

    Eine besondere Rolle als „soziales Disziplinierungsmittel“[9] spielte der ideologische Antikommunismus. Bereits drei Jahre nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland funktionierte der Ausgrenzungsmechanismus nach links hin bereits wieder so perfekt, dass keine einzige der sogenannten unabhängigen deutschen Zeitungen die Erschießung des jungen Kommunisten Philipp Müller bei einer verbotenen Demonstration gegen die Wiederbewaffnung am 11. Mai 1952 in Essen für kommentierenswert hielt. „Der Spiegel“ und die Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ nahmen von dem Ereignis nicht einmal nachrichtlich Notiz.[10] Noch heute hält die gesamte deutsche Publizistik Benno Ohnesorg, der 1967 in Berlin durch eine Polizeikugel starb, für das erste bundesdeutsche Demonstrationsopfer.[11]

    Beherrscht von der paranoiden Angst, in die Nähe von Kommunisten gerückt zu werden, warnte das Präsidium der SPD im August 1969 die Parteimitglieder davor, sich unbesehen an Anti-NPD-Aktionen zu beteiligen, weil – wie es hieß – solche Bürgerinitiativen häufig von Kommunisten für ihre Ziele missbraucht würden. Diese Angst war es auch, die Willy Brandt veranlasste, zur innenpolitischen Absicherung seiner Ostpolitik Anfang der 70er Jahre den später von ihm selbst als Fehler bezeichneten Radikalenerlass in die Welt zu setzen, mit dem unerwünschte Bewerber vom öffentlichen Dienst ferngehalten werden sollten.

    Als (un)heimliche Staatsdoktrin war der Antikommunismus Mitte der 80er Jahre so etabliert, dass der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Alfred Dregger, ungeniert erklären konnte, er halte Hitlers Angriff auf die Sowjetunion im Nachhinein nicht für grundsätzlich falsch. Zu bedauern sei nur, „dass dieser Krieg nicht als Befreiungs-, sondern als Eroberungskrieg konzipiert“ wurde. Das sei „ebenso dumm wie verbrecherisch“ gewesen.[12] Um dieselbe Zeit verharmloste Regierungssprecher Hans Klein (CSU) – als habe er noch nie etwas von Oradour gehört – die Waffen-SS mit den Worten, ihre Angehörigen hätten doch geglaubt, „ihr Vaterland verteidigen zu müssen“.[13] Auch das ist heute vergessen – sonst hätte die Fernseh-Akademie Mitteldeutschland wohl kaum einen Medienpreis nach Hans Klein benannt.

    Das Elend des Ignatz Bubis

    Als Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland musste Ignatz Bubis 1998 in der Frankfurter Paulskirche mit anhören, wie Martin Walser anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels unter dem Beifall der versammelten deutschen Elite das Denkmal für die ermordeten Juden Europas als „Monumentalisierung der Schande“ und Auschwitz als „Einschüchterungsmittel oder Moralkeule“ bezeichnete.[14] Resigniert meinte Bubis in einem seiner letzten Interviews: „Ein Großteil der Bevölkerung denkt wie Walser.“ Die meisten Deutschen hielten die Zeit für gekommen, Schluss zu machen und „nach vorne zu schauen.“[15] Bubis war von der Haltung der Deutschen so enttäuscht, dass er nicht in Deutschland, sondern in Israel begraben werden wollte. Sein früher Tod 1999 ersparte ihm das erbärmliche Schauspiel, das die Bundestagsparteien zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht aufführten, als sie die Linkspartei von einer gemeinsamen Erklärung gegen den Antisemitismus aufgrund parteipolitischer Rankünen ausschlossen. Erspart blieb ihm auch die Bundestagsrede Martin Hohmanns zum Jahrestag der deutschen Vereinigung am 3. Oktober 2003. Darin hatte der Unionsabgeordnete unter anderem behauptet, Zar Nikolaus II. sei von einem Juden ermordet worden. Daher könne man die Juden durchaus als Tätervolk bezeichnen.[16] Bei der Abstimmung über Hohmanns Ausschluss aus der CDU/CSU-Fraktion solidarisierte sich jeder fünfte Unionsabgeordnete direkt oder indirekt mit dem Fraktionskollegen; 28 waren gegen den Ausschluss und 16 enthielten sich der Stimme. Das entspricht exakt dem bei Umfragen immer wieder ermittelten Anteil von Antisemiten an der Gesamtbevölkerung.

    Das verdrängte Erbe des „Dritten Reichs“

    Auch der Umgang mit den sich von Beginn an periodisch wiederholenden Anschlägen auf jüdische Einrichtungen war gekennzeichnet von der Unlust, sich mit den Ursachen des Antisemitismus wirklich auseinanderzusetzen. Als am 17. Januar 1959 Hakenkreuzschmierereien an der Düsseldorfer Synagoge entdeckt worden waren, präsentierten Polizei und Staatsanwaltschaft noch am selben Tag einen Kommunisten als Schuldigen. Der nordrhein-westfälische Innenminister Josef Hermann Dufhues (CDU) sah „bestimmte politische Kräfte“ am Werk, die Deutschland „moralisch und politisch isolieren“ wollten. Zehn Monate später wurde das Ermittlungsverfahren gegen den Kommunisten sang- und klanglos eingestellt. (So lange waren die Beteiligten der Notwendigkeit enthoben, die Täter in einem anderen Umfeld zu suchen.)

    Wenige Tage nach dem Anschlag auf das jüdische Gotteshaus in Düsseldorf wurde die Synagoge in Köln geschändet. 136 weitere antisemitische Übergriffe folgten innerhalb von zwei Wochen. Ungerührt von der weltweit geäußerten Sorge über ein Wiedererwachen nazistischen Ungeistes sprach Bundeskanzler Adenauer verharmlosend von „Flegeleien ohne politischen Hintergrund“. Das Bundespresseamt sah wieder einmal kommunistische Drahtzieher am Werk und bezeichnete die Anschläge als Teil einer „geplanten Aktion“ zur Diffamierung der Bundesrepublik. Einsehen durften die Journalisten die angeblichen „bundesnachrichtendienstlichen Informationen“ jedoch nicht. Und sie sollten auch nicht sagen, von wem sie ihr Wissen über die vermeintlichen Drahtzieher im Osten hatten.

    Was von den Behauptungen über kommunistische Drahtzieher „aus dem Osten“ zu halten war, zeigte sich nach dem Fall der Mauer. Die Anschläge auf jüdische Einrichtungen gingen unvermindert weiter. Mehr noch: Die fremdenfeindlichen Gewaltakte erreichten nie gekannte Ausmaße. 1991 ereigneten sich nach offizieller Darstellung nicht weniger als 2285 rechtsextremistische Gewalttaten, bei denen 17 Menschen ums Leben kamen. Die Gefahr des Rechtsextremismus sei „derzeit ohne Zweifel höher einzuschätzen“ als früher, erklärte der damalige Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Eckart Werthebach. 2007 wurde in Deutschland nach Angaben der Bundesregierung im Schnitt jede Woche ein jüdischer Friedhof geschändet.

    Das große Beschweigen – und die Blindheit auf dem rechten Auge

    Ganz offensichtlich rächt sich jetzt, dass Warnungen vor einem Wiederaufleben des Neonazismus immer wieder als Panikmache oder kommunistische Zweckpropaganda abgetan wurden.

    Auch im vergangenen Jubeljahr zum 60jährigen Bestehen des „Erfolgsmodells Bundesrepublik“ wurde diese unschöne braune Linie weitgehend schweigend übergangen. In keinem der geschönten Rückblicke wurde daran erinnert, wie gnadenlos der Katholik Adenauer sich bei seiner Personalpolitik über die Gefühle der Opfer des Naziregimes hinwegsetzte.

    „Rätselhafte Kompromisse“ seien da geschlossen worden, meinte später Hermann Greive, Professor für Judaistik am Martin-Buber-Institut in Köln, in seiner „Geschichte des modernen Antisemitismus in Deutschland“. Am „wenigsten nachvollziehbar“ war für Greive der Fall des Staatssekretärs Hans Globke, der zu Adenauers rechter Hand werden konnte, obwohl er einen Kommentar zu Hitlers Rassegesetzen verfasst hatte (den er später sogar selbst als „entsetzlich und abstoßend“ empfunden habe). „Ein Fall wie der seine – und er war ja nicht der einzige, nur eben der spektakulärste – musste die grauenvollen Ereignisse der Vergangenheit ins Zwielicht des vielleicht nicht ganz Ungerechtfertigten, jedenfalls aber Entschuldbaren rücken. Und gerade dies konnte sich auf die öffentliche, gesellschaftspolitische Ordnung nur negativ auswirken.“[17] Von dieser verheerenden Wirkung auf die deutsche Öffentlichkeit und speziell von der Einäugigkeit der deutschen Justiz profitierten auch andere, etwa die in München erscheinende „Deutsche Nationalzeitung“, von der der SPD-Abgeordnete Adolf Arndt einst im Bundestag sagte, sie spreche „die Sprache der potentiellen Mörder“. Triumphierend teilte der Herausgeber des Blattes, Gerhard Frey, den Zeitungsredaktionen im Oktober 1980 mit, dass soeben das 500. Strafverfahren gegen ihn ohne Ergebnis zu Ende gegangen sei. Ob Frey in den Folgejahren jemals belangt worden ist, ließ sich nicht ermitteln. Ausweichend antwortete das Bundesjustizministerium in einem Schreiben vom 8. April 2009 auf eine entsprechende Anfrage, die Beobachtung des Rechtsextremismus sei Aufgabe des Verfassungsschutzes. Ob der weiterhelfen könne, sei allerdings zu bezweifeln, „da es sich bei derlei Auskünften um personenbezogene Daten handelt.“

    Seinen vermutlich größten Erfolg konnte Frey 1974 verbuchen, als das Bundesverfassungsgericht nach fünfjähriger Verfahrensdauer einen Antrag von Bundesinnenminister Ernst Benda (CDU) zurückwies, dem Herausgeber der „Nationalzeitung“ das Grundrecht der Meinungs- und Pressefreiheit abzuerkennen. Benda hatte 1969 zur Begründung erklärt, Frey sei verantwortlich für nationalistische, antisemitische und rassistische Veröffentlichungen und missbrauche dieses Grundrecht zum Kampf gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung. Dass der Herausgeber des Hetzblattes ungeschoren blieb, verdankte er – wie „Die Zeit“ am 11. Februar 1994 enthüllte – einem Gutachten des Rechtswissenschaftlers und CSU-Mitglieds Theodor Maunz, der während der NS-Zeit mit seinen Arbeiten dem Unrechtsregime der Nationalsozialisten den Schein der Legitimität zu verschaffen suchte. Im Deutschland der Nachkriegszeit führte er als zeitweiliger bayerischer Kultusminister und Mitverfasser des Standardkommentars zum Grundgesetz eine Art Doppelleben. Nach seinem Tod im Jahr 1993 wurde nämlich bekannt, dass Theodor Maunz, der nach außen hin als Verteidiger der freiheitlich demokratischen Grundordnung auftrat, heimlich Mitstreiter und Vertrauter eines der schlimmsten Verächter dieser demokratischen Grundordnung war. Im Nachruf der „Nationalzeitung“ hieß es, der Herausgeber des Blattes habe mit Maunz „seinen wunderbaren Wegbegleiter“ verloren. Ein Vierteljahrhundert sei Maunz maßgeblicher Berater von Frey gewesen. Anderthalb Jahrzehnte hindurch habe er beinahe allwöchentlich seine „hervorragenden politischen Beiträge“ ohne Autorenangabe in der „Nationalzeitung“ veröffentlicht.

    Ausschlaggebend für die Abweisung des Antrags auf Aberkennung der Grundrechte für Frey war letzten Endes die Untätigkeit des Amtsnachfolgers von Ernst Benda, Hans-Dietrich Genscher (FDP). Das Bundesverfassungsgericht begründete nämlich die Einstellung des Verfahrens gegen Frey ausdrücklich mit dem Hinweis, die Bundesregierung habe im Verlauf mehrerer Jahre nicht auf dessen Einlassungen reagiert. Insbesondere habe sie nicht dargetan, ob Frey in Zukunft eine Gefahr für die freiheitliche demokratische Grundordnung darstelle. So konnte der Münchner Verleger seine publizistische Tätigkeit nicht nur ungehindert fortsetzen, sondern darüber hinaus durch die Gründung der Deutschen Volksunion (DVU) eine weitere Front gegen die seiner Meinung nach zu lasch auftretenden „Systemparteien“ errichten.

    Rechte Parteien – ungeschoren davongekommen

    Ein Verbot braucht die DVU heute ebenso wenig zu fürchten wie die NPD, Hauptsache sie ermöglicht das Einschleusen von V-Leuten des Verfassungsschutzes. Wenn Regierung, Bundestag und Bundesrat sich dann auch noch weigern, die Namen der inoffiziellen Mitarbeiter des Verfassungsschutzes bekannt zu geben, ist ein Verbotsverfahren – wie im Falle der NPD vom Bundesverfassungsgericht dargetan – weiterhin zum Scheitern verurteilt. Der Versuch mehrerer Landesinnenminister und Senatoren der SPD, durch die Vorlage einer Dokumentation mit einschlägigen Äußerungen ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD in Gang zu setzen, wurde von der Bundesregierung unlängst als „unseriös“ zurückgewiesen. Der Bundestag seinerseits weigerte sich, 175 000 Unterschriften für ein NPD-Verbot, die die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (Bund der Antifaschisten) gesammelt hatte, entgegenzunehmen. Die Unfähigkeit des Rechtsstaates, eine im Verdacht der Verfassungswidrigkeit stehende rechtsradikale Partei auf diesen Verdacht hin zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbieten, macht alle Bekundungen des Abscheus gegenüber dem Rechtsextremismus zur Farce. Sie desavouiert die Erinnerungsarbeit all derer, die sich an örtlichen Initiativen zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit beteiligen.

    Offizielle Gedenkveranstaltungen zu Ehren der Opfer des NS-Regimes, die das eigene Versagen ausblenden, helfen diesen Menschen nicht weiter – wenn sie zum Beispiel wissen wollen, was den Bundesgerichtshof in seinem Freispruch für den SS-Richter Otto Thorbeck zu der Aussage bewogen hat, der nationalsozialistische Staat habe wie jeder andere das Recht auf Selbstbehauptung und auf den Erlass strenger Gesetze gehabt, denen sich jeder Richter habe unterwerfen müssen.[18] Im Prozess gegen den DDR-Richter Hans Reinwarth war davon später mit keinem Wort mehr die Rede. Der DDR wurde das Recht auf Selbstbehauptung nicht zuerkannt, und dem ehemaligen DDR-Richter wurde nicht zugute gehalten, dass die bestehenden Gesetze für ihn bindend waren. Dass ihm das Ganze „kaum als gerecht zu vermitteln“ sei, räumte der Bundesgerichtshof immerhin ein, obwohl er sich damit selbst als Instrument der Staatsräson und des Machterhalts bloßstellte.[19]

    Tatsächlich sind in der DDR schlimme Dinge passiert. Aber sie hat weder den Zweiten Weltkrieg mit seinen 55 Millionen Toten, noch den Mord an sechs Millionen Juden zu verantworten. Dennoch wurden bei der Übernahme ehemaliger DDR-Diplomaten strengere Maßstäbe angelegt als seinerzeit bei der Übernahme ehemaliger Mitglieder der NSDAP.

    Der Anteil ehemaliger DDR-Diplomaten im höheren Dienst des Auswärtigen Amtes belief sich 2006 auf etwa ein Prozent.[20] Dagegen betrug der Anteil ehemaliger Mitglieder der Nazipartei im höheren Dienst des Auswärtigen Amtes in den Anfangsjahren der Bundesrepublik 65 Prozent.[21] Wer bei der Aufarbeitung der Vergangenheit so unverhohlen mit zweierlei Maß misst, wer gedankenlos von „den zwei deutschen Diktaturen“ spricht und die Verantwortlichen für 136 Mauertote in einem Atemzug mit den Verantwortlichen für den Mord an sechs Millionen Juden nennt, der verharmlost auf unerträgliche Weise die Verbrechen, die während der Nazizeit verübt wurden.

    Heute gibt es nach statistischen Berechnungen der Jewish Claims Conference weltweit noch 516 700 Holocaust-Überlebende, von denen 259 000 unter der Armutsgrenze leben. Von Unterricht und Ausbildung ausgeschlossen, traumatisiert von Ghetto- oder KZ-Haft und oft auch vom Verlust der ganzen Familie gelang es vielen Überlebenden nicht, sich nach dem Krieg eine eigene Existenz aufzubauen. Bei den Entschädigungszahlungen, nicht nur in den Anfangsjahren der Bundesrepublik, wurde diese Problematik kaum bedacht.[22]

    Welche Bedeutung würden die Deutschen der Hilfe für diese Notleidenden heute wohl beimessen, wenn sie, ähnlich wie 1951, danach gefragt würden? Die Ergebnisse einer Allbus-Umfrage aus dem Jahr 2006 stimmen nicht sonderlich optimistisch. 31 Prozent der Befragten erklärten: „Viele Juden versuchen, aus der Vergangenheit des Dritten Reiches ihren Vorteil zu ziehen und die Deutschen dafür zahlen zu lassen.“ 59 Prozent erklärten: „Es wird Zeit, dass unter die nationalsozialistische Vergangenheit ein Schlussstrich gezogen wird.“[23]

    [1] Vgl. Achim Bühl, Islamophobie und Antisemitismus, in: „Blätter“, 3/2010, S. 17-20.

    [2] Kurt R. Grossmann, Die Ehrenschuld, Frankfurt a. M. 1967, S. 35.

    [3] Zit. nach Hans Edgar Jahn, Für und gegen den Wehrbeitrag, Köln 1957, S. 21.

    [4] Conrad Taler, Asche auf vereisten Wegen, Köln 2003, S. 144 f.

    [5] „Süddeutsche Zeitung“, 14./15.3.2009.

    [6] Conrad Taler, a.a.O., S. 139.

    [7] Reden deutscher Bundespräsidenten, München und Wien 1979, S. 20.

    [8] „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, 17.4.1962.

    [9] Werner Hofmann, Stalinismus und Antikommunismus, Frankfurt a. M. 1967, S. 158.

    [10] Conrad Taler, Der braune Faden, Köln 2005, S. 146 f.

    [11] Im fünften und letzten Band von Hans-Ulrich Wehlers „Deutscher Gesellschaftsgeschichte“, die nach Meinung einer konservativen Tageszeitung „Pflichtlektüre für alle Deutsche“ sein sollte, taucht der Name Philipp Müller ebenso wenig auf, wie etwa der Name des hessischen Generalstaatsanwalts und Initiators des Auschwitzprozesses Fritz Bauer, dessen Warnungen vor dem fortdauernden Judenhass der Deutschen als nationale Würdelosigkeit ausgelegt wurden.

    [12] Alfred Dregger, Der Preis der Freiheit, München 1985, S. 11.

    [13] Zit. nach „Quick“, 2.5.1989.

    [14] Vgl. die Dokumentation der Rede und Bubis Reaktion in: „Blätter“, 1/1999, S. 118-120.

    [15] Zit. nach „Stern“, 16.8.1999.

    [16] Vgl. auch Albrecht von Lucke, Deutsches Lehrstück, in: „Blätter“, 1/2004, S. 9-12.

    [17] Hermann Greive, Geschichte des modernen Antisemitismus in Deutschland, Darmstadt 1983, S. 173.

    [18] Jörg Friedrich, Freispruch für die Nazi-Justiz, Reinbek 1983, S. 218.

    [19] AZ 5 StR/747/94.

    [20] Schreiben des Auswärtigen Amtes vom 9.3.2006 an den Verfasser.

    [21] Hans-Jürgen Döscher, Seilschaften – Die verdrängte Vergangenheit des Auswärtigen Amtes, Berlin 2005, S. 103 f.

    [22] Robert Probst und Oliver Bilger, Traurige Bilanz am Gedenktag, in: „Süddeutsche Zeitung“, 27.11.2010.

    [23] Vgl. Eike Hennig, Zur politischen Soziologie eines historischen Deutungsmusters, Einsicht 02, Bulletin des Fritz Bauer Instituts, 2009, S. 43.

    (aus: »Blätter« 4/2010, Seite 107-115)
    Themen: Antisemitismus, Demokratie und Rechtsradikalismus
     

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  3. #2 7. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    Der vorhergehende Beitrag ist leider zu lange, deshalb mein Kommentar in einem zweiten Beitrag.


    Das schlimme Dinge verdrängt werden war zu erwarten, doch in welcher systematischen Weise diese Revisionspolitik betrieben wird überrascht dann doch.

    Das (verdeckte) Potenzial der Braunen ist da, viele Jugendlichen können sich anscheinend mit ihnen identifizieren. Sollte die wirtschaftliche Lage noch schlechter werden, dann stellt sich die Frage welche Früchte wird der immer noch warme braune Schoß hervorbringen? Auf bundespolitischer Ebene kann man es übrigens schon an der FDP beobachten, die zusehens zu radikalen Thesen neigt um so auch rechtsradikale Milieus anzusprechen, die sog. Globalisierungsverlierer. Somit trägt die FDP, ganz offiziell als Regierungspartei, zu einer Normalisierung der Braunen bei.
     
  4. #3 7. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    und wegen solchen menschen wie dem autor, haben wir kein nationalstolz mehr und sind gleich nazis, wenn wir sagen wir sind stolz darauf, deutsche zu sein und schwingen flaggen.

    der artikel ist so dämlich und strotzt nur vor "gutmenschen-gedankengut" und pauschalisiert alle, die nicht sofort rumheulen , wenn sie "holocaust" hören , als nazis.

    gutmenschen und die gute alte nazi keule...seuftz


    gut, dann mag mann halt die kommunisten nicht, aber denkst du die waren da drüben in der zone anders? wir "waren" wenigstens frei und mussten das volk nicht einsperren...

    maaaaan ich hab grad wieder so einen hass...
     
  5. #4 7. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    Wer ist wir? Woher kommt dieser Stolz, bzw. worauf genau bist du stolz?
     
  6. #5 7. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    wieder lustig wie der vorposter die DDR mit dem Kommunismus gleichsetzt, die ddr war kein kommunismus, denn der richtige Kommunismus existierte bis dato auf Erden noch nichtmal, wieso haben so viele Menschen angst vor dem was sie nicht kennen? Und ich kann diesen Begriff "gutmenschen" nicht leiden. Diese menschen versuchen wenigstens etwas zu ändern die haben kein inseldenken so wie du ansonsten wärst du anderer Meinung. Hauptsache irgendwie durchkommen, aber irgendwie durchkommen ist bald nicht mehr, irgendwann wirst du das auchmal begreifen!!! Die Menschen setzen sich für etwas gutes ein und werden dafür beschimpft und haben sie sich durchgesetzt sind alle voll stolz drauf, dabei haben sie ein dreck dazubeigetragen. Ich hasse solche Menschen wie du, große :sprachlos: aber nichts im Hirn!!! *frustbeitrag*
     
  7. #6 7. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    Ist nichts neues, das Fortleben postnazistischer Ideologien hat sich nie sonderlich versteckt, auch wenn sich genau die Apologeten des Deutschtums und der Ausschwitzrelativierung immer als verfolgte Minderheit darstellen, die von einem angeblich linken Mainstream ständig unterdrückt würde.
    Die Deutschen haben ihren Antisemitismus und ihre Xenophobie nie überwunden, sie haben geleugnet und relativiert und versucht, ihre Opfer abwechselnd zu diskreditieren oder vergessen zu machen.
     
  8. #7 7. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    Wann verstehen endlich die Leute, dass Nationalstolz a) völlig schwachsinnig ist und b) auf Zufall basiert? Das einzige was Nationalstolz bringt ist Unstimmigkeiten zwischen den Völkern. Was haben denn die stolzen Leute denn für Arbeit verrichten müssen um per Zufall in Land X geboren zu sein? Richtig - Nichts...
     
  9. #8 7. August 2011
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. April 2017
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

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  10. #9 7. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    Den Antikommunismus kann man überhaupt nur kritisieren, wenn man erklärt wie wenig die Kommandowirtschaft des Ostblocks damit zu tun hat. Wäre Lenin, Stalin, Mao & co = Kommunismus wär ich nämlich auch Antikommunist.

    Es lohnt sich übrigens die verschiedenen Formen von Judenhass sich genauer anzusehen:
    1. Religiöser Antijudaismus aus christlicher Tradition
    2. Biologistischer Antisemitismus, der das Finanzkapital mit den Juden personalisiert, als "Rasse" konstruiert und zum Holocaust führte.
    3. Antisemitismus nach 1945 im Sinne von "Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen." - also Täter/Opfer Umkehr.
    4. Antisemitischer Antizionismus - die in jedem Fall kritikable Politik Israels als Wesen des Juden zu deuten.

    Interssant wäre das in Bezug zum Islamhass zu diskutieren. Ist das bloßer Rassismus oder gibt es Parallelen zum Antisemitismus? Ein Unterschied ist, dass der Islamhass sich auf konkrete Auswüchse des Islam beziehen kann (Islamismus & co), was beim Antisemitismus nie der Fall war. Was die Wahnhaftigkeit, die Pauschalisierungen und teilweise auch Verschwörungstheorien angeht gibt es wiederum Gemeinsamkeiten.
    Als agnostischer Atheist und Humanist will ich aber auch Kritik an Religionen üben können. Damit das nicht durch Antisemiten und Islamhasser instrumentalisiert wird, würd ich vorschlagen es wenn möglich allgemein auf Religionen zu beziehen und nicht eine speziell zu kritisieren, weil die Unterschiede was die grundlegenden Charakteristika angeht wirklich marginal sind.
     
  11. #10 7. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    was ist denn bitte in euren augen Nationalstolz?...auf was ist man in deutschland stolz, was ist an diesem land so super toll das man sooooo mega stolz drauf sein kann? die landschaft, die Berge, die Industrie, der ganze Dreck den gibts in anderen ländern Europas oder auf einem anderen Kontinent genauso wie hier...wieso sollte man genau auf dieses Fleckchen land so stolz sein?
    Warum steht in der nationalhymne "deutschland deutschland ÜBER ALLES" ...über jeden menschen, oder über jeden der kein deutscher ist, über jedes Land oder was?

    Ganz ehrlich ich hab keine gründe nationalstolz zu besitzen, denn ich weiss egal wo ich lebe, egal wo ich hinfahre, ich kann das haben was ich will und das muss nicht in deutschland sein, das gibt es auch woanders dafür brauch es keine grenzen keine religionen.
    Ich bin stolz darauf, dass ich Lebe das ich mein Leben genieße egal was man mir sagt egal wer mir irgendwas einreden will...für mich gibt es keine grenzen denn wenn ich welche haette dann wäre mein leben eingeschränkt und meine Ziele gering.
     
  12. #11 7. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    hmmm die frage ist doch warum manche menschen unbedingt feindbilder brauchen und die immer wieder nach den gleichen schemen suchen

    hmm religion verhindert in meinen augen das weiterkommen/soziale entwicklung der menschheit
     
  13. #12 7. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    Naja, dein Text hat gewaltige linke Schlagseite. Finde ich aber in erster Linie nicht so schlimm.

    Was mich persönlich auch nervt ist, dass (wie in dem Text schon angeschnitten) soziale Programme, die nötig und zum Teil auch richtig gut sind, von rechter Seite als Kommunismus abgestempelt werden. Was natürlich völliger schwachsinn ist. Deshalb muss die gemäßigte linke Mitte häufig aufpassen was sie sagen und vor allem wie sie es sagen.
    Das beste Beispiel ist jawohl momentan die Tea-Party in den USA. Da nimmt eine Minderheit ein ganzes Land als Geisel. Auf deren Demos wird Obama als Kommunist bezeichnet, weil er eine Gesundheitsreform einführen will mit Krankenkassen für quasi Jedermann. Ratet mal wer der größte Geldgeber der Tea-Party ist: die privaten Krankenkassen.
    Staatliche Krankenkassen haben wir ja auch zu Hauf in Europa und leben wir im Kommunismus?

    Genau das gleiche bei den Sparplänen der USA. Die Tea-Party lehnt Steuererhöhungen für schwer Reiche ab. Und wieder die alt bewährte Routine gegen Obama auf den Demos der Tea-Party:
    Steuererhöhung = Kommunismus. Ja was soll der Schwachsinn?
    Fakt ist in den USA waren die Steuern für schwerreiche noch nie so niedrig wie heute. Runter geht immer, aber rauf nie oder was? Die Steuern müssen der Konjunktur angepasst werden, wie im echten Leben auch. Der Körper kann nicht immer den Blutdruck senken, er muss auch mal erhöht werden, er muss an die Bedingungen angepasst werden, sonst gibt es den Kollaps.

    Meiner Meinung nach ist alles eine Frage der Regelsysteme. Mischung aus Rechts und Links machts. Mal Steuern erhöhen, wenn Geld benötigt wird, wie zur Zeit und mal die Steuern erniedrigen, wenn bessere Zeiten da sind, wie vor 50 Jahren.

    Zu dem Antisemitismus kann ich nur den Kopf schütteln. Wer glaubt die Juden sind an allem schuld, der hat nicht alle Tassen im Schrank. Man kann sich jetzt übrigens Gläser von Ikea reinstellen. :D Natürlich bin ich auch nicht mit allem einverstanden was Israel abzieht, aber die haben Existenzangst und die ist nicht unbegründet.
     
  14. #13 7. August 2011
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. April 2017
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten



    Mehr als tausend Worte :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :thumbsup:
     
  15. #14 7. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    Hast dir die Frage eigentlich selbst beantwortet. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben hatte genau das was du genannt hast so geschätzt. Das verleiht der Nationalhymne den Text, weil er sein Land so geliebt hat.
     
  16. #15 8. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    tzz von wegen.. ihr "gutmenschen" meint ja gleich immer, voreillige schlüsse zu ziehen und alles mit jedem gleichzusetzen und uns in eine schublade mit diesem braunen gesöcks stecken zu müssen und mann müsste ja so sozial sein..ehrlichgesagt brauchen wir mal hier jmd, der tacheles redet (kein dikator, is klar) aber der wird dann ebenso als nazisau abgestempelt.
    für mich seid ihr gutmenschen nur ein störfeuer, die sich auf der sozialschiene verstecken und sich als die opfer sehen ..wie sagte ein vorposter? umgekehrte opfer-täter rolle? tja, merkste was? ich hab mich generell beschwert und ich wurde wieder persönlich angegriffen.
    wir kennen uns nicht und ehrlich gesagt will ich dich auch nicht kennenlernen, so wie du gleich persönlich wirst und mich als unterbelichtetes individuum mit ner großen klappe hinstellen willst.
    mach was du willst und leb deinen traum von einer welt ohne grenzen und friede freude eierkuchen weiter


    is ja klar, dass ein gutmensch meine beweggründe nicht versteht und sogar das deutshclandlied von fallersleben falsch deutet :D sogar der BGH hat den text genau definiert und gesagt , dass es die pflicht eines deutschen ist, deutschland über seine eigenen interessen , also "über alles" zu stellen -.-
    und verboten sind die 1. und 2. strophe auch nicht

    ich liebe einfach mein land, weil es meine kultur, identität und vor allem meine heimat ist, wo meine vorfahren lebten und halfen, es mit aufzubauen, wo meine sprache gesprochen wird und alles...es ist einfach eine tiefe verbundenheit vorhanden und es macht mich traurig, dass mann hierzulande nichtmal sein eigenes land lieben darf!

    wir hatten nicht nur hitler, wir hatten auch goethe, bach , brahms, bethooven, einstein und viele mehr.
     
  17. #16 8. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    Komisch, welches Gesetz verbietet das nochmal ?(
     
  18. #17 8. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    nimm nich alles wörtlich, du weißt wie ich es meine :rolleyes:
     
  19. #18 8. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    Menschen, die andere als "Gutmenschen" beleidigen verlieren jegliche Kredibilität. Wenn du mit seiner/ihrer Meinung nicht einverstanden bist, ist das noch lange kein Grund zu dieser Anrede zu greifen.

    Es macht übrigens auch deine Position zu dem Thema nicht richtiger.
     
  20. #19 8. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    Ich weiss wie Du das meinst. Du meinst, Meinungsfreiheit wäre das Recht, jeden Stuss unkommentiert und unwidersprochen von sich geben zu dürfen. Das ist aber nunmal ein Irrglaube. Weiterhin betreibst Du hier die typische deutsche Schuldgefühlstaktik, stellst Dich als ein von einer Mehrheit zu unrecht Verfolgter dar und tust so, als wäre Dein Nationalstolz gesellschaftlich irgendwie geächtet (schön wäre es), was aber letztlich nichts weiter als eine paranoide, wahnhafte Projektion ist.
    Du bist also der Prototyp des typischen Deutschen, der schon immer das größte Opfer des Dritten Reichs gewesen sein will.
     
  21. #20 8. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    :D :D kansch so unterschraybään

    ne doku die auch zum thema passt
    hitlers eliten nach 1945
    ist eig. kein geheimnis das der staat auch nach dem krieg weiter alles rote jagd
    zur zeit sitzen immernoch politische häftlinge in zellen :rolleyes:

    hmm erinner mich gerade an die schickanen beim g8 gipfel,
    bei s21, schülerdemos ect alles böse kommunisten schon klar
    und selbst wenn hätten sie wohl die gleichen rechte wie alle anderen, oder ??

    meinungsfreiheit nur solange die meinung weit genug rechts steht
    (sarrazin in your face)
     
  22. #21 8. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    meine :sprachlos:...
    könnte dieses Forum endlich mal lernen
    Nationalstolz
    Wirtschaftspolitik
    Rassismus
    zu trennen...
    jeder der eine der drei Sache ngut findet, wird gleich in die anderen 2 mit gesteckt....
    Schaut euch DIE LINKEN doch mal an... da sind teilweiße so gegen Juden, das es nicht mehr feierlich ist... und ich meine nicht nur gegen Israel sondern gegen Juden allgemein...
    Selbe gilt für nationalstolz nur weil jemand stolz ist der Kultur anzugehören oder was seine Vorfahren und er in DE errichtet haben, hat er noch lange kein Problem mit ausländern...
     
  23. #22 8. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    Sehe ich eigentlich genauso wie Sonderk!ind. Ich meine slebst die stinknormale Deutschlandflagge wurde doch erst 2006 bei der WM so richtig akzeptiert, wäre man vorher mit ner Deutschlandfahne am Auto rumgefahren, hätte es gleich wieder gehießen, da guck dir mal den Nazi an.

    Sofern man als Deutscher mal die Jahre '33-'45 außen vor lässt, dann ja.
     
  24. #23 8. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    ne ich hätte gesagt:" da schau dir mal den trottel an"!...
    komisch das keiner von den boardpatrioten auch nur einen vernünftigen grund sagen kann warum er stolz auf "ein" land ist ...
    rafft ihr´s nicht oder tut ihr nur auf blöd um zu provozieren?
    MAN kann STOLZ auf SEINE EIGENE leistung sein [PUNKT] mehr nicht...
    alles andere ist bescheuert :lol:

    noch mal in musikalischer form
     
  25. #24 8. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    Siehst du, genau du bist das Paradebeispiel. Man schreibt etwas von Fahnen zur WM am Auto und schon werde ich als Boardpatriot und "Trottel" hingestellt. Und ich habe dich ja augenscheinlich mit meinem post provoziert, sonst würdest du es mir nicht vorwerfen....wo genau habe ich dich provoziert? Fühlst du dich wegen so einem Beispiel schon angegriffen?

    klischee mal wieder perfekt erfüllt, danke.
     
  26. #25 8. August 2011
    AW: Der braune Faden - Vom deutschen Hass auf Juden und Kommunisten

    Das sind alles gesellschaftliche Erscheinungen, welche zwangsweise miteinander zusammenhängen.

    So vertritt beispielsweise eine Gruppe von Menschen mit autoritären Tendenzen nachweislich spezifische, homogene Ansichten in anderen Bereichen des sozialen Lebens, was anhand der Korrelation zwischen den verschiedenen Skalen zur Messung von Ethonzentrismus, Antisemitismus und politisch-ökonomischen Konservatismus im Rahmen der Studien zum autoritären Charakter erkennbar ist.

    Ich kann übrigens auch nicht nachvollziehen, weshalb man eine Deutschlandflagge aus dem Fenster hängen lässt oder an seinem Auto anbringt... Das macht man meiner Meinung nach nur, um es einer anderen, vllt. auch nur imaginären, Gruppe zu zeigen.

    Mich würden mal die Motive dieser Leute interessieren.
     

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